Druckschrift 
Die Geschichte der Grafen von Zollern von der Mitte des 11ten bis Schluß des 12ten Jahrhunderts nach urkundlichen und sonstigen zuverlässigen Quellen
Entstehung
Seite
89
Einzelbild herunterladen
 

89

unter 36, wie viel es damals waren, als der 20. genannt, kannsomit nicht zu den jüngeren gehört haben. In demselben wird er wiealle andern nur mit dem Taufnamen aufgezählt; ein späteres Glossarsetzt bei ihm „von Hohenb er g", bei dem 22. Kanoniker „vonHnrmingen"^), welch' letzterer hiernach dem Geschlechte der elsäs-sischen Grafen von Ortenberg, welchem Bruno's Großmutterentstammte (s. im ersten Teil S. 60), angehört haben würde.

Mit dem Anfang des 12. Jahrh. — 1100 — und sofort bis1125 einschließlich führen ihn urkundliche Zeugnisse als wirklichenVorstand des Straßburger Domstifts auf, indem sie ihm meistden Titel major oder priuoipalis prspositus geben, selten nurkurzweg prsxositus aber auch dann vor allen Beamten des Stiftsinsbesondere dem Dekan nennen'^). Sein Vorgänger in dieserWürde hieß Burkard und bekleidete solche von 1089 bis 1097^),wird wenigstens nach letzterem Jahr nicht mehr genannt. DaBruno 1096 ohne nähere Bezeichnung mit seinem Bruder GrafAdelbert von Wieseneck (Zollern) urkundlich (s.S. 87) auf-geführt wird, so war er damals noch Kanoniker, wurde aber inder Zwischenzeit von 1097—1100 Dompropst, was unter den ob-waltenden Verhältnissen für seine hohe Geburt spricht. Das Straß-burger Münster zu der Zeit, da unser Zoller der zahlreichen vor-nehmen Geistlichkeit desselben vorstand, war dasjenige, welchesunter Bischof Werner schon am Ende des ersten Viertels vom11. Jahrh. in byzantinischem Stile erbaut worden, im 12. Jahrh.aber wiederholt, erstmals 1130, durch Brand geschädigt wurde.Und Bruno's als Dompropsts „Hof" stand höchst wahrscheinlichauf dem „neuen Markt" und stieß an die Ringmauer des ältestenTeils von dem heutigen Straßburg f).

So in draiiüiüisr ousvros iuMitos a. a. O. II. S. 302. 350.

**) Siehe die Anmerkungen 27—36.

S. das Straßburger Urkd.Buch I. S. 49 f. drancliÄior macht in seinenousvros iusäitos a. a. O. Bd. II. S. 362, 356 den obgenannten Burkard (vonHurmingen), aber offenbar irrig, zu unseres Bruno als Domprobsts Vor-gänger und gibt an, jener habe diese Würde von 1689 bis 1165 (1168) be-kleidet. Der 22. Kanoniker Burkard ist dagegen ohne Zweifel der, welcher1166 Dez. 29. unter Propst Bruno eine Schenkung an das Domstift ge-macht hat und später als Dekan vorkommt.

1) Silbermann , Lokalgeschichte der Stadt Straßburg 1775, S. 32. Plan I-