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dem Stiftsvermögen zufiel und von dem er nur die lebensläng-liche Nutznießung hatte. Als Zögling der Domschule stand er mitseinen Altersgenossen, Knaben und Jünglingen, bis etwa in seinzwanzigstes Lebensjahr als Domizellar (Jungherr) unter der Zuchtund Unterweisung des Scholasters (s. oben), aus dessen Gewalt ernach erstandener Prüfung über seine wissenschaftliche Befähigung :c.unter feierlichem, dem Ritterschlag ähnlichem Zeremoniell entlassenwurde. Da hatte er mit einer Kappe (Mantel mit Kapuze), demOberkleid der Kanoniker, angethan^), sich dem Kapitel vorzustellen,dann als Symbol von Gehorsam und Demut sich auf dem Bodenniederzuwerfen und erhielt, während die Kapitularen über ihmPsalmen beteten, von dem Dekan mit einer Rute drei Schläge aufden Rücken. Um aber das Recht auf eine Domherren-Pfründeund Stimme im Kapitel zu erlangen, mußte er nach mindestenszurückgelegtem zwanzigstem Lebensjahr sich noch einem Probejahrunterwerfen, durfte während desselben ohne Erlaubnis des Kapitelsnicht eine Nacht von dem Sitz desselben und dem Gottesdienstabwesend sein, den Besitz einer höheren kirchlichen Weihe, min-destens der eines Diakons oder Subdiakons erwerben und schließ-lich den Kapitularen-Eid leisten, auch gewisse Gebühren teils zumBesten der Kirche (zum Bausond), teils zum Nutzen der Kapitularenund Stiftsbeamten entrichten. Nun erst wurde er unter Ansteckungeines Ringes und Erteilung des Bruderkusses feierlich in das Kapitelaufgenommen, erhielt eine volle Pfründe und Anteil an gewissen,nur den Kapitularen zustehenden Bezügen, Sitz und Stimme imKapitel, auch einen bestimmten Platz im Chor der Kirche, in Be-treff gottesdienstlicher Verrichtungen, denen er fortan beizuwohnenhatte, aber das Recht, sich zeitweise beim Chorgesang durch einenVikar vertreten zu lassen, endlich die Fähigkeit zu den Würden undAemtern des Domstifts gewählt werden zu können.
Als vollberechtigter Kanoniker, Domherr, wie mit Vorzug dieAdeligen des Kapitels hießen, wird nun unser Bruno in einemaus dem Ende des 11. Jahrh. stammenden Verzeichnis der dama-ligen Kanoniker, welches dieselben ihrem Dienstalter nach aufführt^),
2) In dieser Tracht ist Bruno als Stifter des Klosters St. Märgen aufdessen Konvent-Siegel auch abgebildet.
Siehe die Anm. 24.