Druckschrift 
2 (1861) Markgraf Friedrich, erster Kurfürst von Brandenburg aus dem burggräflichen Hause Zollern
Entstehung
Seite
329
Einzelbild herunterladen
 

329

anwesenden Fürsten begnügten sich, am 23. Jnni einen Ver-gleich zwischen dem Markgrafen Friedrich selbst nnd demHerzoge von Baiern- Jngolstadt wegen ihrer Streitigkeitenzn entwerfen und begaben sich dann zum 29. Jnni nach Re-gensburg, wo Friedrich wenigstens ein Bündnis; mit demPfalzgrafcn nnd Kurfürsten Ludwig bei Rhein, den Herzö-gen Johann, Ernst, Wilhelm nnd Heinrich von Baiernund den Bischöfen von Eichstädt und von Regensburgzn gemeinschaftlichem Widerstande gegen das nngcbürlicheVerhalten des Herzogs von Baicrn-Jngolstadt zu Standebrachte.

Wir übergehen eine Reihe vereinzelter Handlungen,durch welche Friedrich sich nach allen Richtungen hin ange-legen sein ließ, mit so gutem Erfolge, als ohne Unterstü-tzung durch äußere Ucbcrmacht nur immer zn hoffen war,den zerrütteten Znstand des Reiches wieder zu ordnen unddas gesunkene Ansehen königlicher Anctorität herzustellen.Noch am 1. September versammelte er um sich zn Heil-bronn die Reichsstädte, um dieselben zn gemeinschaftlichenMaßregeln gegen die Kriege, Räubereien nnd sonstigen Ueber-griffe, die einzelne von ihnen erlitten, im Interesse der öf-fentlichen Sicherheit zu veranlassen.

Inzwischen hatte aber der König die Deutschen Für-sten schon wieder zn einer persönlichen Zusammenkunft mitihm nach Brcslan berufen. Markgraf Friedrich machtedie Reise dahin, vermuthlich in Begleitung seiner Gemah-lin und seiner Kinder, mit dem Umwege über die MarkBrandenburg, worin er seine Familie zurückließ. Währender noch am 23. November 1419 zu Plassenburg einen