Zwölfter Abschnitt.
Die Mark während Friedrichs Abwesenheit und dessenRückkehr im Jahre 1420.
Wahrend Markgraf Friedrich fast seine ganze Thätigkeitdem Könige und den Reichsangelegenheiten widmete, daherder Mark Brandenburg fern blieb, kehrten für diese diekaum beseitigten alten Mißverhältnisse großentheils wiederzurück. Der Markgras hatte bei seiner Abreise, am Endedes Mai 1416, zwar eine von fünf Räthen gebildete Lan-desregierung eingesetzt, au dercu Spitze Hans von Bieder-stem stand. Allein von ihrer Wirksamkeit findet sich kaumeine Spur, außer einigen Verpfändungen und Veräußerun-gen markgräflicher Besitzungen und nutzbarer Rechte, wo-durch sie öfteren Geldverlegenheiten abhalf.
Um die eigentlichen Regierungsgeschäfte und derenwichtigsten Theil, die Erhaltung des Landfriedens, scheintsie, nach alter Norddeutscher Sitte, unbekümmert gebliebenzu sein. Daher brachen denn überall in der Mark, beson-ders aber an der Magdeburgischen, Mecklenburgischen undPommerschen Grenze, Fehden und Räubereien von Neuemungehemmt hervor — leider zum Theil durch die Hand-lungen der Milde und der Großmuth veranlaßt, mit wel-