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Nachricht von einigen Häusern des Geschlechts der von Schlieffen oder Schlieben vor Alters Sliwin oder Sliwingen
Entstehung
Seite
349
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XI. Von dem jüngeren Hauptzweige. Z49

Hauptäste ein Vorsteher bestellt wirb. Bey einigen derselben haben die Stifter festge-setzt, daß von den jährlichen Einkünften nur etwas bestimmtes zu guten Werken ange-wandt, der Ueberschuß aber ihren Erben verbleiben solle. Eine mit zwey fürchterlichenSchlössern verwahrte Kiste, alt wie die Bundeölade, selten angerührt wie sie, hcrbergctedie betagten Urkunden, und that sich immer nur in Gegenwart der zween Vorsteher auf,weil keiner von ihnen mehr als einen Schlüssel dazu hatte.

Leo war Vorsteher aus dem jungem Aste, als der aus dem altem, ein StephanSchliessen, i66z, ohne Söhne zu hinterlassen, mit Tode abgieng. >— Seines BrudersMichaels Kinder wohnten in Sachsen (r). — Seines Vetters Christians einziger Sohn,Günther Michael, lebte auf seinen Gütern (2). — Leo blieb daher lange Zeit alleinigerVorsteher, Meister der beyden Schlüssel, der Briefschaften und des Ueberschusscö.

Die Angehörigen des älteren Astes wachten endlich auf, und belangten Leo vor Ge?richt» Dieser erlebte das Ende der Sache nicht, sondern seine Enkel und Urenkel habenerst Wiedererstattung thun müssen - Aber jene bekamen vielleicht hierdurch nicht so vielwieder, als der Rechtsstreit gekostet hatte,, und diese, indem sie erstatten mußten, littennoch mehr. So geht es gemeiniglich mit Prozessen; nichts dcstoweniger schreitet manöfter dazu als zu einem gütlichen Vergleiche. Die Menschen lassen sich weit minder durchBeyspiele belehren als man glauben sollte, sonst würde zu hoffen seyn, daß dieser Vorfallden Schliessen in Zukunft zur Warnung dienen werde.

Mit seiner zwoten Gemalin zeugte Leo unter andern den ihm gleich genannte»

(7.)

Leo.

Dieser wurde geboren im Jahre 16Z4, 'vermalte sich 1680 mit Catharina der TochterMichaels von Gogern (z) und Margarethen von Schliessen, er starb 1688. SeinSohn,

(8)

(1) Stephan und Michael waren Söhne des Nikolaus, wovon S. 259» geredet worden»

(2) Siehe S. 268. u. f.

(z) Die Gogern oder Gagern zeigen sich auch in den ältesten Colbergischen Urkunden : sie schei«nen wohl einerley Ursprungs mit dem vorpommerschen Geschlechte dieses Namens zu seyn.

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