X. Von dem soldekowschen Zweige.
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dieselben entbehrlich oder nnkräftkg gemacht: ist das , worauf gestern Lebensstrafe stand,heute löblich, wenigstens gleichgültig geworden: oder wird ihnen der auf verbotenen Pfa-den wandelnde Zug überlegen ; so lauschen sie im Verborgenen gleich einer Mörderrotte,die sich zu schwach fühlt. Ihr Daseyn vergißt sich, bald glaubt Niemand mehr zu feh-len, mehr bedroht zu seyn. Der Unfall des wehrlosen Unvorsichtigen , den sie von Zeitzu Zeit ertappten, umbringen oder plündern können, macht Leinen dauerhafteren Eindruckauf andere, als der Platz am Wege, wo einstmals ein Todschlag geschahe» Sicher gehtder durch Beyspiel, durch Unwissenheit hingerissene Haufe auf der gefährlichen Strasseeinher; aber wehe demselben, wenn die spähende Rotte Verstärkung erhält, oder Bos-heit sich zu deren Anführer macht! Alsdann entsteht ein desto schrecklicheres Würgen, jemehr Tücken sich hinter dem Schilde des gemeinen Beßrens verheelen ; und wollte derHimmel, daß unsere Oberen eben so sorgfältig würden, diese Art von versteckten Mördernin ihren Winkeln aufzusuchen und zu vertilgen, als auf andere Streifungen in Wälder»anzustellen.
Der Strassenraub ist keine vermeynte Unthat; er kann eher nicht aushören ein Ver-brechen gegen die gesellschaftliche Verfassung, gegen den einzelnen Nächsten zu seyn, alsbis es keine Menschen mehr giebt. Aber nicht allein verhält er sich nur zu vergötterndenEroberungen, wie der Zwerg zum Riesen: fondern der eisblätige Sittenlehrer setzt ihmauch eine andere Gattung von Freybcnterey zur Seite, welche ihrer einnehmenden heuti-gen Gestalt ungeachtet, im Grunde nicht wenig Ähnlichkeit damit zu haben scheint.
Beyde verletzm das Eigenthnmsrecht des Nächsten, beyde haben oft den Mord zumGefährten, beyde sind in den zehn Geboten untersagt, gegen beyde wird Tod durch welt-liche Gesetze verkündigt; nur der eine ist der Schrecken des Wanderers, die andere hin-gegen — der Vermalten.
Die Geschichte läßt uns Tage sehen, wo letztere als cm schändlicher Gräucl mit Blut,Mit Verlust der Ehre gebüßt werden mußte. Unsere Tage, Zedermann weiß es, sindjenen nicht mehr ahnlich ; dadurch aber, daß die Gewohnheit uns bald zu Stehlenden,bald zu Bestohlencn macht, wird eine Art von Gleichheit der Dings wieder hergestellt,die, so unsittlich sie auch immer ist, diesen verderbten Zustand erträglich werden läßt. ---So gienK es ehemals mit den Plackereyen des Adels.
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