VIl. Von dem AnHerrn der besondern Aeste
mcrfchen Urkunden sind voll von gleichen Fallen; ja, selbst im sechszehnten Jahrhundertehatte diese Gewohnheit noch nicht aufgehört ; denn 1554 versichern Bticlas Schliefst,Rathmann zu Colberg , und Jacob Damirz Bürger daselbst, bey ihrer adelichenTreue und Glauben, vor die Schuld Christophs Mandüvels auf Carstin zu haf-ten (1). Auch in der Mark werden Slywen, von dem dortigen Stamme, Bürger vonVelitz geheissen (2) ; von anderwärts aber unzählige Edele anderer Gestppe. — DieZeit verändert alles, und wir schämen uns nicht selten dessen, worauf unsere Vater stolzwaren»
Bey Hans Schienen des altern letzten Willen, befanden sich als Zeugen .....
„ de erliefen manne Henrick Johlcfcld (Sahlefeld) vn Elawcs Stubbe Rathmanne, dy dyErbahrRath to Colberge dar to sende" ..... Auch diese Benennung war damals
noch ein Titel derer von Adel. In einer pommerschcn Urkunde vom Zahr iz8? unterandern steht ....... „Tügesiu de erliefen füdc Her Olrie van Dewirze Red-
dcrw." (z) ...... In einer andern von 1447 versichern die Mönche zu Cammin
LoMarkzn einer Seclmesse empfangen zu haben von dem „Erliefen Mantte Stcsscu Stub-den " (4). Nach der Hand hiessen die Zungherren Ehrsinne, Ehrbare (Z), Tüchtige, Ge-strenge, Beste n. s. w.; endlich Edele und «hochedelgeboi ne. Diesen Ehrennamen hätten siebillig beybehalten sollen,we:l ergerade die Eigenschaft ausdrückt, wodurch dieselben einen Vor-zug vor ihren Ncbenmenschen zu haben vermcynen; aber auch er hat bald dein von N?ohl->geboren, so wie dieser dem von ^ochvvohlgeboren Platz macheu müssen; und er geriethnicht allein aufden ansehnlichenMittclstand,welchem dermalen vomAdelnichts als dessen cm-gebildeteBcsserbärtigkeit mangelt; sondern er ist auch, wie die abgekommenen Klcidertrachten
verlieh-
st) S. Beylage 6Y.-
(2) Lsndbuch Kaiser Karl lv. S. 141. Llyrven civesin bellt-Iwbent I cborum iijixmls & X lv-Iläos ex ÄNtlgüs ärc»
sz) ?om. ciixlom. im II!. Th. des Diplom. Schbtgen iii'.d Krcysigs S. 6s.
(4) Ebendaselbst S-165.
t5) Fürsten selbst wurden so geheissen. Im Jahr 1ZZ7, zuM Beyspiel, nannte man iwchden Herzog Otto von Braunschweig in Urkunden dcnLhrsameu Vörsten. — Scheid vomhöhern und niedern Adel S. y8. — Im Jahr izzs Markgrafen Ludwig von Branden-burg den Zhxbgrn vsrftc» — Gerke verm. Abhandl. vom ^chnrecht Th.qr S.zz.