III. Von dem Geschlechte der von Sliwin überhaupt. i 6z
Sliwin und Sliwingm für einerley Namen zu halten, bewegt die oft weit grosssere und doch nur scheinbare Verschiedenheit anderer. In der Schreibung jener beyde«finden sich die stummen Buchstaben b. f. p. v. w., die lauten aber fast alle, der eine an-statt des andern gebraucht, und schon in demchayerschen Namen erblickt man den Anfangdes Silbeneinziehens, welches bey dem märkischen, oder pommcrfchen, ohnehin dasWerk der Zeit oder einer veränderten Mundart seyn konnte. Nichts ist überhaupt ge-wöhnlicher als dergleichen Wortvcrkürzungen. So schrieben sich, zum Beyspiel, die vonBischhausen in Hessen, ehemals Bischofshausen (i): die von Gersdorff in Sachsen,Gerhacdisdorff(2); so findet man in Pommern die von Dehr vor Alters Bering ge-nannt (z). Wibign oderGliwing ist minder von Sliwin unterschieden: Schlieff wür-de es von Slipphing nicht mehr als Behr von Bering seyn. Ja selbst ein anderer Ge-schlechtsname — der von Rieden — dessen pommersche Urkunden im dreyzehnten Jahr-hundert auch erwähnen (4), nachdem bayersche seiner schon im zwölften häufig gedacht ha-ben, erscheint hier wirklich schon gerade mit eben den Abweichungen, die wir, durch somanche ähnliche Beyspiele berechtigt, von dem von Sliwingen vermuthen; nämlich
Ried
DieseUrkunden bekräftigen auch, was wir S. 37-38 von den allmälig aufgekommenenerblichen Unterschiede zwischen dem mächtigen und unvermögenden Adel gesagt haben.Der Voigt Friedrich und die zwey ihm nachgesetzten Grafen Albrecht und Verchtold (siewaren von Windberg) gehörten, nach der heutigen Art zu reden, unstreitig zum höher«Adel. Manche der übrigen hingegen, die mit ihnen ausdrücklich in eine Klasse gesetzt sind,kommen nach der Hand unter dem niedern vor; ohnej Zweifel, weil sie, aus Unvermögensich in der Unabhängigkeit zu behaupten, nach und nach zu Diensimamien geworden wa-ren. Von den Sliwmgen wissen wir dieses nicht, auch die Sliwin in der Mark oderPommern erscheinen vor Alters zwar als Lehnleuie, denn der Hauptort der ProvinzSliwin in Pommern war Lehn, sowohl als die Burg Slywin in dem heutigen Sachsen.Niemand von ihnen ist uns hingegen in d-r Eigenschaft eines Dtensimanneö bekannt ge,worden. Ohne Zweifel hat die Zeit sie nur unvermerkt, wie tausend andere, von den sin-k.nden Stufen des alten Staudorts auf die ebeneren Flachen des jetzigen herabgeschoben.In Ansehung der Menge von bayerschen Dynasten aber, die man durchchas zwölfte Jahr-hundert in Urkunden wahrnimmt, belehrt uns die Geschichte, daß schon damals odergleich darauf die ersten Herzoge aus dem Wittelsbachischen Hause ihre vornehmst« Sor-ge seyn liessen, jene entweder auszukaufen, oder zu vertreibe«, oder von sich abhängig z«machen.
(1) Winkelmannö Beschreibung von Hessen»
(2) Earpzovs oberlausitzischer Ehrentempel.
(z) Dregerö coä. cliplom. D. I. pog. 278-282.»
(4) ibläem l'. I. 346-347.
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