6. Der Beiname Maus, wird am frühesten in einer Urkunde 1 * vom 24. Febr. 1424 genannt, nachwelcher ihn Conrad (Curd) von Schwerin (Taf. VII. 36) führte; es heisst in derselben, dass eine jähr-liche Rente angekauft worden sei a valido viro Conrado de Zweryn alias dicto Müs morante inSpantekowe. Demnächst finden wir ihn dem Enkel dieses Conrad, Curd von Schwerin (Taf. VII. 64), in einerUrkunde 2 ' vom 16. Febr. 1472 mit den Worten Cordt van Sweryn tonompt Mus wanhafftich to Spant-kow beigelegt, und endlich führten ihn des Letzteren Vettern, die Brüder Ulrich und Zabel von Schwerin(Taf. VII. 65 und 66), in einer Urkunde 3 ' vom 20. Sptb. 1481 unter der Bezeichnung: junghe OlryckSwerin unde Tzabel Swerin broder, beyde anders ghenomet de Muse.
Wenn in Theil II S. 144 und 146 auch noch von Claus von Schwerin aus der Linie Iven (Taf. VII.71), von dessen Sohne Paul (No. 72) und von des Letzteren Enkel Johann Dettlof (No. 81) bemerktwird, dass sie den Beinamen Maus gehabt haben, so beruhen diese Angaben nicht mehr auf urkundlichenZeugnissen, sondern auf Familien-Ueberlieferungen und auf einer Mittheilung des Grosshofmeisters, welchenach Adelung 4 ) dahin ging, „dass die Mäuse auf Iven gewohnt" hätten. Hiernach würden für dieLinie Iven zwei Beinamen in Gebrauch gewesen sein, zunächst der Beiname Bauernfeind (vgl. vorherunter 3) und dann der Beiname Maus.
7. Der Beiname Küchmeister, wird 1450 Werner von Schwerin (Taf. VII. 60) beigelegt undist dem Amte Werners (als Erbküchenmeisters von Vorpommern) entlehnt, welches damals schon seit nahean 100 Jahren (seit 1357) mit dem Namen Schwerin verbunden war und als unzertrennlich von demselbenangesehen wurde 5 '. Die Urkunde 6 ' vom 29. Aug. 1450, in welcher die betr. Stelle lautet: Werner vanSwerin anders Kokemester genomet . . . to Spantkow, gestattet keinen Zweifel darüber, dass derursprünglich das Amt kennzeichnende Name hier Character und Gestalt eines Beinamens angenommen hat;dagegen lässt es die Fassung der bezüglichen Worte in einer wenige Monate früher, am 1. Mai 1450, aus-gestellten Urkunde 7 ': ick Olrick van Zwerin unde Wernere kokemester , ungewiss, ob der Zusatz koke-mester auch hier als Beiname oder als Amtsbezeichnung aufzufassen ist.
8. Der Beiname Kulepatz, bei Adelung 8 ' „Kuhlefatz, bei Micraelius, Antiq. Pom. Buch III No. 84und nach ihm bei Stavenhagen, Stadt Anklam S. 229 „Kalepatz" geschrieben, war, wie die beiden Letz-teren berichten, Arnd von Schwerin (Taf. VII. 59) beigelegt; nach ihnen gehörte „Arend Schweringenannt Kalepatz" zu den Rittern, welche in der Fehde zwischen den Schwerinen und der Stadt Anclamim Jahre 1460 von den Anclamern zu Gefangenen gemacht wurden 9 '. Doch muss ihn auch dessen BruderUlrich, der Stifter der Linie Putzar (Taf. VII. 58 resp. Taf. VIII. 1), geführt haben; denn nach Ade-lung bezeichnete der Enkel dieses Ulrich, der Grosshofmeister Ulrich von Schwerin (Taf. VIII. 5), sichselbst als „von den Kuhlefatzen entsprossen".
Urkundlich wird der Beiname Kulepatz nirgends gefunden, weder für die Schwerine überhaupt,noch speciell für den genannten Arnd von Schwerin, obgleich grade die über diesen aufgefundenen Docu-mente ziemlich zahlreich sind 10 '.
9. Der Beiname Hagere, ist durch Urkunden nicht nachgewiesen, und auch Adelung 11 'weiss überdenselben nichts weiter anzugeben, als dass die Schwerine dieses Beinamens ausgestorben seien; „wo aberdie Hagere gewohnet, ist nicht so leicht auszufinden".
Wir wollen die Existenz dieses Beinamens nicht gradezu bezweifeln, doch aber dem Gedanken Aus-druck geben, ob in Betreff desselben nicht vielleicht eine Verwechselung mit dem oben nachgewiesenen Bei-namen Hagen vorliege, welcher allerdings nicht der Spantekower, sondern der Altwigshagener Liniedes Geschlechts von Schwerin angehörte.
b) Die Altwigshagen'sche Linie.
1. Der Beiname Grautop, erscheint urkundlich am häufigsten von allen Beinamen der Linie Altwigs-hagen, nämlich in 10 Urkunden aus den Jahren 1417—1472, und wird durch diese für 6 Mitglieder derLinie nachgewiesen, am frühesten durch 2 Documente vom 5. Jan. 1417 12) für Heinrich von Schwerin(Taf. V. 40) mit der Bezeichnung Ilinrik Swerin anders ghenomet Grawetop, Werner zyn broder,beyde wonafticli to deme Oldigeshaghen, am 13. Novb. desselben Jahres 13 'für Heinrichs Vetter Oldwig von
1) U. B. II. 281. — 2) U. B. II. 352. — 3) U. B. II. 379. — 4) In dem Manuscript: Umständliche Nachrichten von demGeschlecht der von Schwerin, Cap. V § 14. — 5) Vgl. S. 109 ff. — 6) U. B. II. 321. — 7) U. B. II. 320. — 8) a. a. 0.— 9) Vgl. S. 133. — 10) Siehe U. B. II. 327, 331, 349, 352, 361, 362, 368, 378, 400 und 401. — 11) a. a. O. § 15. —12) U. B. II. 266 und 267. — 13) U. B. II. 272.
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