Druckschrift 
1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
Seite
130
Einzelbild herunterladen
 

Schwerin (Taf. Y. 39) mit den Worten: Oldewigli van Zwerin Grawetopp, dann am 17. März1420 1 ' für Gerd von Schwerin (Taf. Y. 28), den Yater der genannten Brüder Heinrich und Werner, mit:Wernerus prester .... unde Ilinrick brödere gheheten van Zwerin, Gherd Grawetoppen sones.

Die Urkunden vom 22. Sptb. 1429 und vom Jahre 1431 vor dem 11. Novb. 2 'bezeichnen aufs Neueden vorgedachten Heinrich von Schwerin als Ilinrick van Czwerin anders Grawetop genomet undals Hinrik Grawetopp. Um 1435 3) erscheint auch Heinrich von Schwerin (Taf. V. 38), der Vetterdes eben Genannten und Bruder des vorher erwähnten Oldwig, mit demselben Beinamen; ihn und diesenseinen Bruder bezeichnet die Urkunde als famosos viros Hinrieum de Sweryn alias dictum Grawetopet Oldagum fratrem ejus armigeros. Dieser Oldag selbst, welcher hier den Beinamen Grawetop nicht führt,ihn aber nach der oben angeführten Urkunde vom 13. Novb. 1417 in Wirklichkeit besass, heisst am 2. Febr.1436 4 'noch einmal Oldagus de Zwerin alio nomine Grawetop, während hier umgekehrt, wie vorher,sein ebenfalls in der Urkunde genannter Bruder Heinrich ohne Beinamen erscheint.

Am 10. März 1463 5) tritt noch Oldwigs Sohn, Heinrich von Schwerin (Taf. Y. 47), mit der Be-zeichnung Ilinrick van Sverin anders ghenomet Grawetop to deme Haglien wanafftich auf, undendlich am 16. Febr. 1472 6) noch einmal derselbe Heinrich mit der Bezeichnung Hinrick von Swerintonompt Grawetop und ausserdem seines Bruders Claus Sohn Joachim von Schwerin (Taf. V. 56)unter der Bezeichnung: Achim van Sweryn tonompt Grawtop erffzeten to deme Hagen.

Die Angabe in Theil II S. 100, dass auch Claus von Schwerin (Taf. V. 76) Grautop zubenanntworden sei, gründet sich nicht mehr auf ein urkundliches Zeugniss, sondern auf Tradition.

2. Der Beiname Distel (nicht Diestel, wie Micraelius, Stavenliagen und Adelung schreiben) ist ur-kundlich nur für Matthias von Schwerin (Taf. V. 44) festgestellt; in einem Document vom 25. Novb.1455 7 'heisst dieser Thewes van Swerin anders genomet Distel to deme Oldewigeshagen und in einemzweiten vom 11. Novb. 1457 s ' Matheus van Sverin tome Oldewigeshagen anders genomet Distel. NachMicraelius 9 * jedoch führte auch dessen Bruder Andreas von Schwerin (Taf. V. 45) den gleichen Beinamen;mit der Bezeichnung Andreas Schwerin genannt Diestel zählt er denselben unter den Bittern auf,welche 1460 in der Fehde der Schwerine mit Anclam gefangen wurden 10 '.

3. Der Beiname Ziedler, wird durch urkundliche Zeugnisse nicht beglaubigt, doch ist er nach Fami-lien-Ueberlieferangen im 16. und 17. Jahrhundert der von der älteren Linie Altwigshagen abgezweigtenLinie Aurose-Demnitz (auf Taf. Y) zu eigen gewesen; namentlich werden Heinrich von Schwerin(Taf. V. 68) und dessen unmittelbare Descendenz bis zu Werner Dettlof (Taf. V. 97), dann aber auchHeinrichs Brudersohn Jacob (Taf. Y. 72) und dessen Sohn Johann Ulrich (Taf. Y. 81) den Ziedlernzugezählt. Adelung 11 'berichtet in dieser Beziehung:Von den Ziedlern also anzufangen, so haben dieselbennach Herrn Elzows 12 ' Aussage in Demnitz gewohnet, sich auch vor allen übrigen ältesten Altwigshagen'-schen Schwerinen ganz allein bis auf die heutigen Zeiten conserviret, ob sie wohl seit der Zeit ihr Stamm-haus verändert und nunmehro an Owrose (d. i. Aurose) sich blos und allein begnügen" 13 '.

4.6. Die Beinamen Cardinäle, Steckebühren und Tellegrütten, sind ebenfalls durch Urkundennicht nachweisbar, auch weiss Adelung 14 'nach Elzow über die Träger dieser Beinamen nur Vermuthungenaufzustellen; seine einzige positive Angabe über dieselben ist die, dass die Cardinäle mit den Disteln zu-sammen ein Viertel, die Steckebühren und Tellegrütten dagegen einzeln je ein Viertel von Altwigs-hagen besessen hätten.

Aus diesen Mittheilungen über die Beinamen des Geschlechts von Schwerin ergiebt sich, dass die vonOrtsnamen entlehnten am frühesten in die Erscheinung treten und denen, welche aus besonderen Eigen-schaften oder anderen Umständen hergeleitet sind, um 100 Jahre voraufgehen; die letzteren werden mitzwei Ausnahmen erst in Urkunden des 15. Jahrhunderts den Gattungsnamen beigelegt oder an deren Stelle

1) U. B. II. 275. 2) U. ß. II. 285 und 290. 3) U. B. II. 295. 4) ü. B. II. 299. 5) U. B. II. 337.6) U. B. II. 352. 7) U. B. II. 327. 8) ü. B. II. 331. 9) Antiq. Pom. Buch III No. 84. 10) Vgl. Abschnitt 12. -

11) a. a. 0. Cap. V § 24. 12) Vgl. Vorwort. 13) Adelung schrieb im 18. Jahrhundert. Inzwischen ist auch Aurose infremde Hände übergegangen; nachdem es von der älteren Altwigshagen'schen Linie bezw. von der Linie Aurose-Demnitzum die Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Stifter der von dieser abgezweigten Linie Auro s e-Cur tshagen, Werner Dett-lof von Schwerin (Taf. VI A. 1), an diese Linie Curtshagen gekommen war, verblieb es zwar bei derselben bis zum Aus-gang des nächsten Jahrhunderts; dann aber verkaufte es 1791 der Enkel des Vorigen, Jarislav Ulrich Friedrich von Schwe-rin (Taf. VI A. 12), welcher durch Erbschaft und Verträge 1782 in den alleinigen Besitz des Gutes gelangt war, für 55,000 Thlr.an Georg Friedrich von Borcke auf Altwigshagen. Vgl. Th. II S. 105 und 107. 14) a. a. 0. § 25 und 26.