Bestand der Linien nur nach ihren männlichen Vertretern, so folgen sie einander in nachstehender abstei-gender Ordnung:
1) die Linie Schwerinsburg mit 31 männlichen Vertretern,
2) und 3) die Linien Walsleben-Wildenhoff und Wolfshagen mit je 13 männlichen Vertretern,
4) die Stolpe'sche Linie mit 10 männlichen Vertretern,
5) und 6) die Linien Husby und Wopersnow mit je 8 männlichen Vertretern,
7) und 8) die Linien Curtshagen und Willmersdorf mit je 7 männlichen Vertretern,
9) und 10) die Linien Stegeborg und Rehberg-Wustrau mit je 6 männlichen Vertretern,
11) die Linie Dargibell mit 5 männlichen Vertretern,
12) die Linie in Baiern mit gegenwärtig nur einem männlichen Vertreter.
Abschnitt 3.
Besitzverhältnisse des Geschlechts von Schwerin.
Beich wie an Mitgliedern, ist das Geschlecht von Schwerin auch reich an Besitz gewesen; wie abernicht alle Linien und Zweige des Geschlechts, welche ehedem in Blüthe standen, bis auf den heutigen Tagsich erhalten haben, so ist auch eine Beihe ehemaliger Besitzungen desselben nicht in seinen Händen ver-blieben. Wohl ist ein Theil der früheren Güter durch die Zeitumstände, Kriegsdrangsale, pecuniäre und land-wirtschaftliche Verhältnisse für die Familie völlig verloren gegangen; ein anderer Theil dagegen hat nur neuenErwerbungen Flatz gemacht, sei es durch Gütertausch, sei es durch anderweitigen Ankauf für den Erlös ver-äusserter Besitzungen, und wenn die Verdienste von Männern, wie (aus neuerer Zeit) Graf Ludwig auf Mil-denitz (Taf. XIX. 12), Graf Heinrich auf Putzar (Taf. XII. 11), Wilhelm Ludwig von Schwerin auf Janow(Taf. XIX. 12), um die Erhaltung des alten Familienbesitzes nicht hoch genug veranschlagt werden können,so hat auch die Familie als solche durch ihren gemeinsamen langjährigen und schliesslich erfolgreichenRechtsstreit um die Wiedererlangung der alten Spantekower Begüterung x > Zeugniss dafür abgelegt, dassdie treue Anhänglichkeit an den von den Vorfahren ererbten Besitzungen in ihr Gemeingut war.
Die weiteste territoriale Ausbreitung hat das Geschlecht von Schwerin in der Preussischen ProvinzPommern gefunden, namentlich im Kreise Anclam; aber auch in den Grossherzogthümern Meklenburg-Schwerin und Meklenburg - Strelitz gab es von Schwerin'sche Besitzungen in ansehnlicher Zahl, desgleichenin den Preussischen Provinzen Brandenburg und Preussen, in letzterer vorzugsweise im Kreise Preussisch-Eylau, und endlich in Schweden. Einzelne Begüterungen hatte das Geschlecht auch in den PreussischenProvinzen Posen, Schlesien, Sachsen und in der Rheinprovinz, ferner auch in Baiern, Polen, Russland undin Ostindien.
Es würde den für dieses Werk gestellten Rahmen weit überschreiten, wollten wir an jede einzelnedieser zahlreichen Besitzungen eine Besprechung knüpfen; wir müssen vielmehr auf die noch heute in denHänden der Familie befindlichen Güter uns beschränken, und können auch in Betreff dieser nur der UmständeErwähnung thun, welche für die Familie als solche von Interesse sind; allgemeine geographische und ge-schichtliche Darstellungen bleiben ausgeschlossen, für solche muss auf die einschlägigen Handbücher hinge-wiesen werden 2 '.
Um indessen auch eine Uebersicht über die früheren Besitzungen und deren Geschichte, soweit sie mitdem Geschlecht von Schwerin in Zusammenhang steht, zu ermöglichen, haben wir dieselben in einer beson-
1) Siehe No. 9. Grundbesitz der Linie Rehberg, unter „Spantekow". — 2) Soweit die nachstehenden Angaben über dengegenwärtigen Grundbesitz des Geschlechts nicht dem zweiten Theile oder dem Urkundenbuche dieses Werkes entnommen sindoder auf Kirchenbüchern, Familienchroniken oder auf directen Mittheilungen Seitens der Besitzer der Güter beruhen, stammen
sie hauptsächlich aus einer von dem Grafen Wilhelm von Schwerin auf Göhren theils selbst ausgearbeiteten theils veranlasstenZusammenstellung von Nachrichten über die von Schwerin'schen Besitzungen nach Brüggemann, Beschreibung von Vor- undHinterpommern, Berghaus, Landbuch von Pommern, desselben Landbuch der Mark Brandenburg, Fidicin, Territorien der MarkBrandenburg, und anderen bezüglichen Quellen.