a) die Spantekower Linie.
1. Der Beiname Clathar, ist nur aus einer Urkunde" vom 24. April 1379 bekannt, in welcherihn Curd von Schwerin (Taf. VII. 15) führt; dieser wird daselbst bezeichnet mit Curd van Zweryngheheten Clathar.
2. Der Beiname Brummer, wird ebenfalls nur einmal, in einer Urkunde 2 ' vom 1. Juni 1389, erwähnt
und "Werner von Schwerin (Taf. VII. 32) mit den Worten beigelegt: presentibus robustis viris
Wernero alias dicto BrUmmer — — — condictis de Swerin. Werner starb, soviel wir wissen,kinderlos, und hat deshalb mit ihm wohl auch sein Beiname aufgehört.
Der Beiname Brummer findet sich auch in den Familien von Wedel und von Wersebe (im Herzog-thum Bremen); bei jener erscheint er schon in demselben Jahr 1389, wie bei der Familie von Schwerin,mit Ertmar, Hinrich Brummers zone, gheheten van Wedele 3 \ bei dieser erst 1423 mit Johann vonWersebe anders geheten Brummer 4) .
3. Der Beiname Bauernfeind, kommt zuerst am 17. Decb. 1414 6 > bei Gerd von Schwerin(Taf. VII. 20) vor: Gherde von Sweryn heten burevygent; dann aber nennen sich ebenso erst wiederdessen Urenkel, — ein Beweis, dass der Uebergang der Beinamen auf die Descendenz vorausgesetzt werdendarf, auch wenn derselbe durch die grade zu Gebote stehenden Documente nicht ersichtlich gemachtwerden kann. Diese Urenkel Gerds waren Wolf und Oldwig von Schwerin (Taf. VII. 62 und 63), dieSöhne Gerds (No. 50), des Stifters der Unterlinie Iven; sie bezeichnen sich selbst in einer Urkunde 6 'vom20. Sptb. 1481 mit: ik Wulff Sweryn unde 0Idewych Sweryn broder beyde anders ghenometde burvyggende, erffszeten beyde to Spantkow.
4. Der Beiname Steinkopf, wird von den Beinamen der Spantekower Linie in Urkunden am häufig-sten gefunden; ihn trugen nach 12 Zeugnissen dieser Art aus der Zeit vom 13. Novb. 1417 bis zum29. März 1473 7) die nachstehenden 8 Spantekower Schwerine: die Brüder Curd, Claus und Werner(Taf. VII. 40—42), deren Vetter Henning (No. 43) und die 4 Söhne jener Brüder: Curd, Ruwalt,Werner und Hans von Schwerin (No. 54—57). Die verschiedenen urkundlichen Schreibweisen des Bei-namens sind: Stenkop, Stenkopp, Steenkop, Steenkopp, in der Mehrzahl: Stencoppe, Stenkoppe,Steenkoppe.
5. Der Beiname Bone, erscheint am frühesten in einer Urkunde 8 'vom 21. Novb. 1418, in welcherHans von Schwerin (Taf. VII. 44), der Bruder des eben unter No. 4 erwähnten Henning von Schwerinmit dem Beinamen Steinkopf, als Zeuge mit der Bezeichnung auftritt: Hans von Sweryn Bone. Ausserdiesem führten denselben Beinamen noch seine 3 Söhne Joachim, Jasper und Hans (Taf. IX. 2—4).Joachim nennt sich selbst am 1. Mai 1450 9 ' ick Jochim van Zwerin anders genomet Bone; Jasperund Hans treten am 4. Novb. 1475 10 'sogar ohne Geschlechtsnamen mit der einfachen Bezeichnung Jasperunde Hans Bone to Spantkow als Bürgen auf 11 '.
Der zuerst gedachte Hans von Schwerin mit dem Beinamen Bone, dessen eben erwähnten 3 SöhneJoachim, Jasper und Hans, ferner des Letzteren Sohn Hans (Taf. IX. 5) und wiederum dessen 6 SöhneChristoph, Henning, Hans, Jacob, Arnd und Hans Hugold (Taf. IX. 6—11) bilden die sogen.Linie der Bönen, welche aus dem ganzen Geschlecht von Schwerin um deswillen am meisten hervortritt,weil sie allein das uralte Spantekow'sche Haus Schwerin bis auf die Jetztzeit nicht nur überhaupt fort-geführt, sondern in hervorragender Ausdehnung durch noch 8 blühende, aus zahlreichen Mitgliedern be-stehende Sonderlinien, die Linien Putenitz-Löbenitz, Schwerinsburg, Willmersdorf, Dargibell, Walsleben-Wil-denhoff, Wolfshagen, Wopersnow und Rehberg (-Wustrau) 12 ', erhalten hat; und wenn diese 8 Linien, wiees bei dem Wiedererwerb des Stammsitzes Spantekow der Fall war 13 ', Anlass haben, ein gemeinsamesInteresse zu verfolgen, dann fassen sie, eingedenk ihres gemeinschaftlichen Ursprungs, noch heute sich gernmit der allgemeineren Linienbezeichnung „die Bönen" zusammen.
Noch sei hier ausdrücklich bemerkt, dass dieser Beiname in den oben angeführten Urkunden, derenOriginale wir eingesehen haben, überall Bone, nie Bohne, geschrieben wird und dass daher die erstereSchreibweise allein gerechtfertigt erscheint.
1) U. B. II. 198. — 2) U. B. II. 215. — 3) Vgl. von Ledebur, Allgemeines Archiv IX S. 377. — 4) Vgl. Pratje, Altes
und Neues I S. 210. — 5) U. B. II. 260. — 6) U. B. II. 379. — 7) U. B. II. 272, 289, 311, 321, 323, 327, 331, 333, 338,
345, 355, 361. — 8) U. B. II. 274. — 9) U. B. II. 320. — 10) U. B. II. 361. — 11) Könnte ungeachtet dieses Zusatzes „zu
Spantekow" noch ein Zweifel bestehen, dass Jasper und Hans Bone zum Geschlecht von Schwerin und nicht etwa zur Familie
von Böhn gehört haben, welche ebenfalls unter dem Namen Bone erscheint, so wird derselbe völlig gehoben durch das noch
erhaltene Siegel des Hans Bone an der in Anm. 10 bezeichneten Urkunde, dessen Inschrift deutlich den Namen Sverin trägt.
Vgl. U. B., Siegeltafel III No. 42. — 12) Vgl. Abschnitt 2. — 13) Vgl. S. 58 ff.