4. Die Schwedischen Capitaine Gebrüder Hans und Christian von Schwerin von der GrellenbergerLinie (Taf. IY. 29 und 30) wurden durch Diplom 1 ' vom 25. Mai 1720 mit folgendem Wappen von demKönige Friedrich von Schweden in die Kitterschaft und den Adel Schwedens aufgenommen 2 ':
Im silbernen Schilde die rothe Kaute; darüber im Schildeshaupt von blauer Farbe 2 Sporenräder 3 ' vonGold. Auf dem Schilde ein offener Helm mit 3 Straussfedern zwischen einer goldenen und einer blauenFahne; die mittlere Feder roth ohne Raute, die beiden äusseren mit einer rothen Raute belegt 4 '. Helm-decken Gold, Silber, blau und roth gemeinschaftlich 5 '. Die Nachkommenschaft der genannten Brüder undmit ihr die Grellenberger Linie überhaupt ist im Anfange dieses Jahrhunderts ausgestorben 6 '; das Wappenist demgemäss nicht mehr in Gebrauch.
5. Die Brüder der Geheime Rath und Landjägermeister Hans Bogislav und der General - Feld-marschall Curd Christoph von Schwerin aus der Löwitzer Linie (Taf. X. 31 und 32) erhielten durchKönig Friedrich II. anlässlich ihrer Erhebung in den Preussischen Grafenstand mittelst Urkunde 7 ' vom31. Juli 1740 nachstehende Wappenvermehrung 8 ':
Ueber dem Stammwappen, dem silbernen Schilde mit rother Raute, 3 Helme mit goldenen Kronen; diemittelste Krone mit 3 Straussfedern besetzt, von welchen die mittlere rothe eine silberne Raute trägt 9 ', diebeiden äusseren silbernen eine rothe. Auf der Helmkrone zur Rechten der Preussische goldgekrönte schwarzeAdler mit goldenem Schnabel und roth ausgeschlagener Zunge, mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln,mit dem Königlichen Namenszuge in Gold und mit der Krone darüber auf der Brust und in der rechten Klauedas goldene Scepter, in der linken den Reichsapfel haltend. Auf der Helmkrone zur Linken ein General-Feldmarschall bis zum Knie in vollem Harnisch, den Helm auf dem Kopf, den Commandostab in der rechtenHand, mit der linken Hand das Degengefäss umfassend und mit dem Preussischen schwarzen Adlerordenumgethan. Helmdecken rechts schwarz und silbern, links silbern und blau. Schildhalter rechts ein silbernEinhorn, links ein goldener Löwe, beide mit auswärts gekehrten Köpfen, der Löwe mit aufgesperrtem Rachenund ausgestreckter Zunge. Auf dem Fussboden des Wappens ein offener Helm mit 3 silbernen Straussfedern,hinter welchem 2 schwarze Morgensterne, 4 goldene Fahnen und 2 goldene Standarten ins Kreuz gelegt sind 10 '.
Die von dem vorgenannten Hans Bogislav von Schwerin begründete Schwerinsburger Linie desGeschlechts (Taf. XH) führt dieses Wappen bis auf den heutigen Tag.
6. Der Obrist und Chef des Regiments Gensd'armes Friedrich Albert von Schwerin aus der LinieWillmersdorf (Taf. XIY. 6) erhielt von dem Könige Friedrich II. bei seiner Erhebung in den PreussischenGrafenstand mittelst Diploms 11 'vom 27. Febr. 1762 folgendes Wappen 12 ':
Quadrirter Schild, in dessen Mitte die rothe Raute in silbernem Felde. Auf demselben 3 goldgekröntevorwärts gekehrte offene Helme. Ueber dem mittelsten 3 Straussfedern: die mittlere roth mit weisser Raute,die beiden äusseren weiss mit rother Raute. Auf den Helmen zur Rechten und Linken ein auswärts ge-kehrter gekrönter schwarzer Adlerskopf und Hals mit goldenem Schnabel und roth ausgeschlagener Zunge.Helmdecken auf beiden Seiten silbern und roth. Schildhalter 2 wilde Männer mit Keulen, die Gesichtergegen einander gekehrt und mit einem Arm auf den Schild gelehnt.
Das Wappen, welches demNeffen des Vorigen, dem Rittmeister August Carl Leopold von Schwerin(Taf. XIY. 17), bei seiner Erhebung in den Preussischen Grafenstand durch Urkunde 13 'vom 6. Jan. 14 '1787 verliehen worden, stimmt in der Hauptsache mit dem eben beschriebenen überein 15 '. Kleinere Ab-weichungen und Zusätze in dem Text der Wappenbeschreibung lauten:
Ein mit goldenem Schnitzwerk eingefasster, unten spitzig zulaufender Schild. Auf den 3 Helmen sindgoldene Grafen-Kronen. Der mittlere Helm ist vorwärts, die Helme zu beiden Seiten sind gegen einandergekehrt. Schildhalter 2 mit grünem Laubwerk bekränzte und umgürtete wilde Männer, auf einem goldenenFussgestell stehend.
1) Nachtrag zum U. B. No. 21 und Anm. 1. — 2) Vgl. Bagmihl III. 75 und Taf. 24. — Svea Rikes Vapenbok Tab. 60. —v. Meding III No. 761. — 3) Bagmihl sagt und zeichnet: Sterne, und sind diese (wie auch in unserer hiernach hergestellten Ab-bildung) in der Mitte völlig geschlossen, während die Sporenräder in der Mitte offen sind, sodass das Blau des Feldes durch-blickt. — 4) In unserer Abbildung, welcher Bagmihls Beschreibung und Abbildung zu Grunde gelegt ist, fehlen die Rauten aufden äusseren Federn. — 5) In unserer Abbildung (wiederum nach Bagmihls Beschreibung und Zeichnung) irrthümlich Helm-decke rechts ausschliesslich golden und blau und Helmdecke links ausschliesslich silbern und roth. -— 6) Vgl. S. 8. — 7) U. B.
II. 708. — 8) Vgl. Bagmihl III. 90 und 91 und Taf. 26. — Wappenb. der Preuss. Mon. I. 98. — v. Meding III No. 763.— Brüggemann I. 175. — Dienemann S. 253 und 348. — v. Zedlitz IV. 206. — 9) Es ist dies die erste Wahrnehmung, dassauch die mittlere Straussfeder mit einer Raute bedeckt erscheint. — 10) Das Wappen ist von dem General-Feldmarschall selbstin Vorschlag gebracht und von dem Könige mit einem fort bien auf dem bezüglichen Gesuche des Ministers von Podewilsgenehmigt worden. — 11) U. B. H. 719. — 12) Vgl. Bagmihl III. 91 und Taf. 26. — Wappenb. der Preuss. Mon. I. 98. —13) U. B. II. 726. — 14) Bagmihl und unsere Abbildung sagen irrthümlich: vom 2. Jan. — 15) Vgl. Bagmihl III. 92 undTaf. 27. — Wappenb. der Preuss. Mon. I. 99. — r. Zedlitz IV. 206.