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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
Seite
108
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In dieser Form wird das Wappen von der Linie Willmersdorf, der Descendenz des August CarlLeopold von Schwerin, noch heute gefuhrt.

7. Das Wappen, welches König Gustav III. von Schweden mittelst Urkunde 1 ) vom 25. Apr. 1776dem Schwedischen Reichsrath Freiherrn Jacob Philipp von Schwerin aus der Linie Putenitz-Löbenitzoder Husby (Taf. XI. 23) bei der Bestätigung der Schwedischen Grafenwürde und gleichzeitig dem Schwieger-sohne desselben, dem Schwedischen Kammerherrn Werner Dettlof von Schwerin aus der Linie Stege-borg (Taf. YI B. 3), bei dessen Erhebung in den Schwedischen Grafenstand verlieh, ist folgendes 25 :

Ein Schild von Silber mit der rothen Kaute, welchemit ihren Langspitzen sich beinahe über dieSchildeslänge erstreckt, aber in der Breite nur % des Schildes einnimmt". Auf dem Schilde 3 offeneHelme mit gräflichen goldenen Kronen und mit je 7 goldenen Bügeln. Der mittelste Helm trägt 3 Strauss-federn: die beiden äusseren silbern mit je einer rothen Kaute, die mittlere roth ohne Raute. Ueber demHelm zur Rechten 2 kreuzweise aufgestellte Fallbeile von Silber mit blauem 3 ) Schaft, auf welchen eingoldener wachsender Halbmond ruht 4 ). Auf dem Helme zur Linken eine hohe goldene Säule, welche von

2 gegen einander gekehrten, auf den Enden der Helmkrone stehenden rothen Greifen mit den Klauen um-fasst wird 5) . Helmdecken von Gold, Silber, blau und roth 6) . Schildhalter 2 behelmte wilde Männer, jedermit einer Keule von Gold 7 ', mit einem Leibgurt von Eichenlaub und mit einem Helme, auf welchem

3 grüne Pfaufedern.

Die Nachkommen der genannten Grafen Jacob Philipp und Werner Dettlof von Schwerin, d. h. dieLinien Husby und Stegeborg, bedienen sich seitdem des gleichen Wappens.

8. Das Wappen, welches von dem Könige Maximilian Joseph von Baiern dem Baierischen GeheimenFinanz-Referendar Joseph Engelbert Claudius von Schwerin aus der Linie in Baiern (Taf. XXII. 7)bei seiner Erhebung in den Baierischen Freiherrnstand durch Diplom 8 ) vom 20. März 1813 verliehen wordenund seitdem bei dieser Linie in Gebrauch geblieben ist, zeigt 9 ) im silbernen Schilde eine rothe Raute, darübereine freiherrliche Perlenkrone und über der Krone einen goldgekrönten Helm mit 3 silbernen Straussfedern,deren beide äusseren mit einer rothen Raute belegt sind. Helmdecken roth und silbern.

9. Der gräflich von Zieten-Schwerin'schen Fideicommiss-Stiftung 10 ) wurde als Wappendurch König Friedrich Wilhelm IY. von Preussen unter dem 28. Juli 1858 n ) in Uebereinstimmung mitTit. XVII § 13 der Stiftungsurkunde 12 ) vom 22. Juni bezw. 15. Juli 1853 und 14. Febr. 1854 eine Verbin-dung des gräflich von Zieten'sehen und des adelig von Schwerin'sehen Wappens in folgender Gestaltverliehen:

Ein quadrirter silberner Schild; im 1. und 4. Felde ein schräglinks gelegter rother Kesselhaken, im2. und 3. Felde die rothe Raute. Auf dem Schilde eine mit Edelsteinen und Perlen besetzte Grafenkrone,über welcher 2 einander zugekehrte offene Helme schweben. Der Helm zur Rechten ist mit einem rothenund silbernen Wulste bedeckt, aus welchem eine blondhaarige, rothgekleidete Jungfrau hervorwächst, mitder rechten Hand einen Eichenkranz emporhaltend, die linke auf die Hüfte stützend. Auf dem gekröntenlinken Helm 3 Straussfedern: die mittlere roth, mit einer silbernen Raute belegt, die beiden äusseren silbern,mit je einer rothen Raute belegt. Helmdecken roth und silbern. Schildhalter 2 auf einer Console vonMarmor ruhende Adler: zur Rechten der Preussische schwarze, zur Linken der kurfürstlich Brandenburgischerothe Adler mit dem Kurschilde auf der Brust und dem Kurhute auf dem Kopfe.

Durch Diplom 13 ) vom 14. Sptb. 1859 ist dasselbe Wappen sowohl dem damaligen (und noch gegen-wärtigen) Besitzer des Fideicommisses Wustrau Albert Julius von Schwerin gleichzeitig mit seiner Er-hebung in den Preussischen Grafenstand unter dem Namen Graf von Zieten-Schwerin, als auch im Allge-meinen allen zukünftigen Besitzern dieses Fideicommisses für ihre Person zuerkannt worden.

Schliesslich bemerken wir noch, dass die (erloschene) Linie Alschwangen (Taf. XVI. 5), welche in Cur-land 1620 bei der ersten Ritterbank in der ersten Klasse unter No. 65 verzeichnet wurde, nach der aus demCurländischen Ritterhause stammenden Angabe gleichfalls das allgemeine Schwerin'sche Familienwappen führte:Im silbernen Schilde ein rothes, auf die Spitze gestelltes Quadrat; der mit einer Krone von Laubwerk ge-

1) Nachtrag zum U. B. No. 29. Das dem Jacob Philipp von Schwerin schon am 8. Novb. 1766 durch König Adolph

Friedrich von Schweden ertheilte Diplom über Verleihung der Grafenwürde und des gräflichen Wappens blieb damals wegen

Ablebens des Königs unvollzogen. Vgl. Nachtrag zum U. B. No. 28 nebst Anm. 1. 2) Vgl. Bagmihl III. 93 und Taf. 28.

Svea Rikes Vapenbok Grefvar Tab. 5. 3) In der Abbildung irrthümlich braun. 4) Wappen des Burenskiöld'schen Ge-

schlechts, welchem die Mutter Jacob Philipps entstammte (vgl. Taf. XI. 16). In unserer Abbildung ist der Halbmond (wiederum

nach Bagmihl) schwebend dargestellt. 5) Wappen der gräflichen Familie von Bohlen (Bolenska), welcher die Gemahlin Jacob

Philipps angehörte. 6) In der Abbildung nur Silber und roth. 7) In der Abbildung braun. 8) U. B. II. 727. 9) Vgl.

Bagmihl III. S. 92 und Taf. 27. Wappenb. des Königr. Baiern IV. 10. 10) Vgl. Abschnitt 9. 11) Nachtrag zum U. B.

No. 39. 12) Vgl. Nachtrag zum U. B. No. 37. 13) Nachtrag zum U. B. No. 40.