Janow ist mit Lantzkron in Neuendorf b eingepfarrt. Diese 3 Güter zusammen haben ein Areal von870 h 41 a 71 qm (3409 Morg. 22 □ &).
Japenzin in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt ritterschaftliches Dorf miteiner Filialkirche, gehörte nach dem Lehnbriefe von 1533 1 » zu der Spantekow'schen Begüterung der LiniePutzar (Taf. VIII) und demgemäss auch zu dem väterlichen Erbe des Grosshofmeisters Ulrich von Schwerin(Taf. VIII. 5), welcher diese Begüterung zuerst gemeinschaftlich mit seinem Bruder Hans ton Schwerin(Taf. VIII. 5), dann nach dessen Tode von etwa 1570 ab allein besass 2 '.
Japenzin hatte gleiche Eigenthums-Verliältnisse mit den Spantekower Gütern 3 ' überhaupt. Nach demTode des letzten Besitzers derselben aus der Linie Putzar, Vivigenz von Schwerin (Taf. VIII. 53), im Jahre 1634blieb es für 200 Jahre der Schwerin'schen Familie entzogen; erst 1833 kehrte es in den gemeinsamen Besitzder zu demselben berechtigten Mitglieder des Geschlechts zurück. Aus diesem gemeinsamen Besitz wardJapenzin durch Familienbeschluss vom 7. Juli 1856 und Theilungsrecess vom 13. Juli 1857 zugleich mit demGute Dennin 4 > nebst Vorwerk Stern für die Schwerinsburger Linie (Taf. XII) ausgeschieden und innerhalbderselben in den Jahren 1856 und 1857 von dem Grafen Victor von Schwerin (Taf. XII. 31) als ausschliesslichesEigenthum erworben. Von Letzterem kaufte die Güter Japenzin und Dennin mit Stern im Jahre 1874 derengegenwärtiger Besitzer Graf Albert Julius von Zieten-Schwerin aus der Linie Rehberg (Taf. XXL 25) be-hufs deren Vereinigung mit der gräflich von Zieten-Schwerin'schen Fideicommiss-Stiftung 5 '; doch gehörenihm als Grundherrn daselbst nur die Strassen, die Plätze mit dem Auenrecht und das Patronat über Kircheund Schule.
Lantzkron („Lantzcrohn, Landescron, Landskron") in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'schesLehn, jetzt Lehn-Kittergut, ist 1576 gegründet worden; in diesem Jahre begann Ulrich von Schwerin aus derLinie Putzar (Taf. VIII. 9) auf Janow'schem Boden ganz nahe am Landgraben auf dem festen Grundeeines inselartigen Horstes mitten in einer sumpfigen Wiese 6 ' den Bau eines grossen und schönen Schlosses,welches 1579 vollendet und von dem Erbauer Landskron benannt wurde. Als man am Pommer-schen Hofe die Wahl dieses Namens übel vermerkte, versuchte Ulrich die Erklärung, dass „Lantz-kron e" gemeint sei, insofern er die Mittel zum Bau mit der Lanze erworben habe. Diese Deutung wirdindessen durch eine noch abschriftlich vorhandene Inschrift des Schlosses widerlegt, in welcher die BurgLandeskron geschrieben ist 7 '. Der dritte Sohn Ulrichs und sein Erbe von Lantzkron (seit frühestens 1609),Georg Ernst von Schwerin (Taf. VIII. 19), nannte sich, wohl in Berücksichtigung dieser Differenz, dannauch selbst auf Lantzkron erbgesessen 8 >. Dieser Ort hat zugleich der Begüterung den Namen gegeben,welche bis auf den heutigen Tag in der Familie unter der Bezeichnung „Lantzkron'sche Güter" verstandenwird und ursprünglich die Schwerin'schen Besitzungen Janow, Lantzkron, Rehberg, Neuendorf 11 , später auchnoch Bartow umfasste.
Nach der Rolle der Ritterschaft bei der Musterung zu Clempenow vom 12. Juli 1626 9) hatte GeorgErnst von Schwerin wegen Lantzkron mit 2 Pferden zu dienen. Auf ihn folgte als Besitzer der Lantz-kron'schen Güter nach 1631 sein Sohn Ulrich Wigand von Schwerin (Taf. VIII. 46); dieser starb vor 1651ohne Erben. Die Begüterung kam in Folge dessen an seine älteste Schwester Anna von Schwerin (Taf. VIII. 48),vermählte von Anrieppe, und von dieser an ihre Tochter Agnes von Anrieppe, Gemahlin des Jürgen vonPentz. In den Händen der Letzteren waren die Güter in Verfall und Schulden gerathen. Philipp Juliusvon Schwerin aus der jüngeren Linie Altwigshagen (Taf. XVII. 12), welchem Jürgen Christoph von Schwerinaus der Linie Putzar (Taf. VIII. 56) als nächster Agnat von Ulrich Wigand seine Rechte an den Lantz-kron'schen Gütern am 16. Sptb. 1698 abtrat, löste dieselben endlich im März 1699, nachdem sie ein halbesJahrhundert der Familie entzogen gewesen, für 13,000 Thlr. von den Gläubigern ein. Seine Nachkommenund Nachfolger im Besitz der Lanzkron'schen Güter bilden die nach dem einen dieser Güter benannte LinieRehberg (Taf. XXI) 10 ».
Nach dem Tode des Philipp Julius von Schwerin im Jahre 1712 führte zunächst bis 1725 dessen(zweite) Gemahlin Esther Eleonore von Borcke die Verwaltung der Güter; dann übernahm sie der ältesteSohn Friedrich Julius von Schwerin (No. 3) auf Grund des am 4. August 1725 mit seinen Brüdern ge-troffenen Vergleichs. Ihm folgte, wiederum nach brüderlichem Vergleich vom 14. Novb. 1763, dessenältester Sohn Balthasar Friedrich Julius von Schwerin (No. 10) im Besitze der Begüterung. Von diesemerhielt sie, da er ohne Erben starb, im Jahre 1803 der Sohn seines Bruders Bogislav (No. 12), Carl AugustBogislav von Schwerin (No. 15), nachdem Letzterer sich mit seinem Oheim Philipp Adolf (No. 14) deswegen
1) U. B. II. 456. — 2) Vgl. Th. II S. 151, 156, 157. — 3) Siehe Spantekow. — 4) Siehe daselbst. — 5) Vgl. Ab-
schnitt 9 und Th. II S. 235 und 372. — 6) Berghaus, Landbuch von Pommern Th. II Bd. I S. 318. — 7) Siehe S. 53. —
8) ü. B. II. 593 Anm. 1. — 9) Baltische Studien XVI S. 64 — 69. — 10) Vgl. Th. II S. 165, 171, 179, 180, 362.