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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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Oftenhäven in der Provinz Brandenburg, Kr. Prenzlau, ist vom Grafen Otto von Schwerin, dem Be-gründer der Linie Wolfshagen (Taf. XIX. 1), 1750 auf abgeholztem, zur Wolfshagen'schen Begüterung ge-hörigem Forstterrain etwa gleichzeitig mit Carlslust als "Vorwerk angelegt worden; in der Matrikel vomJahre 1828 ist es als Rittergut aufgeführt. Ottenhagen vererbte sich mit den Wolfshagen'schen Gütern 1 )und verblieb bei denselben, bis es nach dem Tode des Grafen Hermann von Schwerin (No. 18) nach Inhaltdes Eecesses vom 19. Mai 1860 an dessen ältesten Sohn, den Grafen Otto Wilhelm Ludwig von Schwerin(No. 23), gelangte, dem es auch heute noch gehört 2 '. Der Besitztitel ist auf Decret vom 5. Juni 1862 be-richtigt worden.

Ottenhagen ist nach Wolfshagen eingepfarrt und hat ein Areal von 302 h 09 ä 75 qm (1183 Morg.38 □R.).

Schiifchenliorst jetzt Blüchersvorwärts, siehe Hornshurrah.

Scharnhorst, siehe Mildenitz.

Schillsversteck, siehe Krekow.

Schlepkow in der Provinz Brandenburg, Kr. Prenzlau, Dorf und Rittergut, ist ein Bestandtheil dervormaligen Wolfshagen'schen Begüterung 3 > der Familie von Blankenburg, welche der Oberpräsident Otto vonSchwerin (Taf. XVIII. 1) am 5. Octb. 1670 definitiv in Besitz nahm. Mit dieser Begüterung vererbte sichSchlepkow in der Familie von Schwerin in gleicher Weise. Durch Ottos Enkel, den Grafen Otto von Schwerin,Begründer der Linie Wolfshagen (Taf. XIX. 1), kam Schlepkow 1705 an diese Linie und gelangte ebenso mitder Wolfshagen'schen Begüterung 1827 an den Grafen Hermann von Schwerin (No. 18). Nach dessen Tode1858 ging es auf Grund des Vertrages vom 20. Juli 1852 und des Erbrecesses vom 19. Mai 1860 an denjetzigen Besitzer, den Grafen Otto (No. 23), ältesten Sohn des Grafen Hermann, über 4 '. Die Berichtigungdes Besitztitels erfolgte auf Decret vom 25. Febr. 1862.

Schlepkow hat eine eigene Kirche, welche seit Alters Filial von Hetzdorf ist. Das Areal beträgt 708 h24 qm (2773 Morg.).

Tamsel in der Provinz Brandenburg, Kr. Landsberg, bei Cüstrin belegen, zählt mit dem zugehörigenDorfe War nick zu den ältesten Orten des ehemaligen Landes Cüstrin in der Neumark. Beide waren vonAlters her Fischerdörfer; ursprünglich im Besitze des Templerordens kamen sie 1262 an die Markgrafenvon Brandenburg, gehörten von 12661318 zum Bisthum Lebus, dann zu den Besitzungen des Johanniter-Ordens. 1530 gelangten Tamsel und Warnick mit der Commende Quartzen an den Markgrafen Johann vonCüstrin. 1544 erscheint Matthaeus von Schönebeck als Erbherr auf Tamsel und Warnick, und blieben beideOrte zunächst in der Hand der Familie von Schönebeck. Etwa 100 Jahre später kamen Tamsel und War-nick durch Verkauf an die Familie von Schöning 5 '.

Am 23. Juni 1698 bestimmte der Herrenmeister des Johanniter-Ordens Markgraf Carl Philipp zu Bran-denburg, dass die Lehngüter, falls männliche Erben nicht mehr am Leben seien, an die Descendenten weib-lichen Geschechts fallen sollten. Dieser Bestimmung gemäss wurde Louise Eleonore von Schöning, dieTochter des Feldmarschalls Hans Adam v. Schöning, vermählte von Wreech, am 28. Jan. 1724 mit Tamsel undWarnick belehnt. Nach deren Tode im Jahre 1764 erbten die Güter ihre Söhne Friedrich Wilhelm undLudwig Alexander von Wreech. Ludwig Alexander starb 1795 unvermählt als der Letzte seines Geschlechts imMannesstamme. Ihm folgte im Besitz seine Schwester Sophie Friedrike, Gemahlin des Grafen StanislausGerhard von Dönhoff zu Dönhoffstädt. Dessen Sohn, Graf Bogislav Friedrich Carl Burggraf von Dönhoff,hinterliess sowohl Tamsel und Warnick als auch seine Ostpreussischen Besitzungen 1809 seinem einzigenSohne Otto Stanislaus, dem Letzten des Hauses Dönhoffstädt, welcher noch minderjährig am 25. Juli 1816 starb.

Bei der Theilung seiner Güter unter seine fünf Schwestern kamen Tamsel und Warnick an die zweitederselben, Rosalie Ulrike, welche seit dem 4. Juni 1816 mit dem Reichsgrafen Johann Christoph Hermannvon Schwerin aus der Linie Wolfshagen (Taf. XIX. 18) vermählt war. Von diesem gelangten beide Be-sitzungen gemäss der von den Ehegatten festgesetzten Gütertheilung an ihren jüngsten Sohn, den GrafenBogislav Conrad Adolf von Schwerin (No. 26), welcher sie am 15. Octb. 1859 übernahm und noch heutein Händen hat 6 '.

Das Schloss zu Tamsel ist von dem Feldmarschall Hans Adam von Schöning nach seiner Rückkehraus dem Türkenkriege mit Hülfe griechischer Handwerker, welche er zu diesem Zwecke mitgebracht hatte,aufgeführt. Der Schlossgarten, welcher durch den jetzigen Besitzer noch Verschönerungen erfahren hat, wurde

1) Siehe Wolfshagen. 2) Vgl. Th. II S. 332 und 340. 3) Siehe Wolfshagen. 4) Vgl. Th. II S. 309, 332, 335,

340. 5) Am 17. Sptb. 1685 ward der berühmte Kriegsheld Hans Adam von Schöning, welcher mit Brandenburgischen Truppen

nach Ungarn zog und dort 1686 die von den Türken besetzte Festung Ofen erstürmte, mit ganz Tamsel und Warnick beliehen.

6) Vgl. Th. II S. 339 und 342.