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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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vom 25. Febr. 1862 berichtigt. Die 3 Vorwerke sind in Hetzdorf eingepfarrt und haben zusammen einenFlächenraum von 541 h 66 a 42 qm (2121 Morg. 92 R.) 1 >.

Göhren in Meklenburg-Strelitz, Amt Stargard, gehörte vermuthlich zu den Meklenburgischen Lehn-gütern der Familie von Blankenburg, auf welche dem Oberpräsidenten Freiherrn Otto von Schwerin am22. Mai 1671 die Anwartschaft verliehen wurde 2 *. Als aber dessen Enkel, der Stifter der Linie Wolfshagen,Oraf Otto von Schwerin (Taf. XIX.' 1) am 22. Decb. 1712 nach dem Aussterben des Geschlechts von Blan-kenburg die wirkliche Belehnung mit den Blankenburg'schen Gütern in Meklenburg und sein BruderFriedrich Wilhelm (Taf. XVIII. 24) die gesammte Hand an denselben empfing, blieb Göhren ausge-schlossen; in dem Lehnbriefe 3 > heisst es, der Herzog (Adolph Friedrich von Meklenburg) behalte ihr ange-bendes Recht auf Göhren als ein vormalig gewesenes Blankenburgisches Lehngut, welche Belehnung obge-dachte Herren Reichsgrafen von Schwerin gleichfalls gesuchet, gegen den Besitzer auszumachen und salvojure tertii vor.

Der damalige Besitzer Göhrens war Michael Christian von Brockhusen. Im Jahre 1700 war Göhrendurch Erbtheilung auf den Stallmeister Hans Christoph von Dechow und 1703 auf dessen Bruder BalthasarCarl von Dechow übergegangen; Letzterer verkaufte es 1709 für 9000 Thlr. an Hans Christoph von Rieben,dieser aber schon am 21. Febr. desselben Jahres, nachdem erst am 4. Febr. der Lehnbrief für ihn ausgefertigtworden war, für 12,000 Thlr. an den genannten Michael Christoph von Brockhusen. Die Geltendmachungihrer Rechte an Göhren muss den Gebrüdern Otto und Friedrich Wilhelm von Schwerin nicht gelungen sein,die Familie von Brockhusen blieb von 1709 bis gegen Ende des Jahrhunderts im Besitz von Göhren.Am 27. Januar 1792 verkauften die Enkel des Michael Christoph von Brockhusen bezw. deren VormünderGöhren an die Kaufleute Gothenbeutel und Massow in Stettin für 90,500 Thlr. Gold. Da aber der lehns-herrliche Consens verweigert wurde, weil eine Handlungscompagnie pro vasallo nicht anzunehmen sei , tratChristian Friedrich Massow in den Contract ein und wurde am 30. Mai 1793 mit Göhren belehnt. Er starb1800 ohne Descendenz, und das Gut ging auf seine Brüder und Erben über. Diese verkauften es am 19. Mai1804 für 124,500 Thlr. Gold und 500 Thlr. Gold Schlüsselgeld an Ernst Werner Heinrich von der Lancken,für welchen der bezügliche Lehnbrief unter dem 28. März 1805 ausgestellt wurde, v. d. Lancken geriethin Concurs und Göhren kam 1813 für 50,000 Thlr. Gold zunächst an den Advocaten Carl Mercker und nochin demselben Jahre an seinen Bruder, den Advocaten Adolph Mercker. Dessen Muthschein lautet vom11. Decb. 1813.

Während der Besitzzeit dieses Adolph Mercker und auf dessen Betrieb wurde am 15. Mai 1838 dasbisher mit Göhren verbunden gewesene Friedrichshof von diesem abgetrennt und unter dem. NamenGeorginenau zu einem selbständigen Mannlehngute erhoben. Göhren allein wurde alsdann am 24. April1839 an Georg Lichtwald in Neubrandenburg für 112,500 Thlr. Gold und von diesem am 12. Sptb. 1839für 126,500 Thlr. Gold an den Reichsgrafen Johann Christoph Hermann von Schwerin von der Linie Wolfs-hagen (Taf. XIX. 18) verkauft. Der Lehnbrief für den Letzteren datirt vom 29. Sptb. 1840. Am 17. Mai1841 erwarb Graf Hermann von Schwerin dann auch noch Georginenau von dem Advocaten Adolph Merckerfür 88,000 Thlr. Gold.

In Göhren erbaute Graf Hermann von Schwerin ein stattliches Schloss. Am 4. Febr. 1851 liess ei-sernen dritten Sohn, den Grafen Wilhelm Stanislaus Hermann von Schwerin (No. 25), als Mitbesitzer derGüter Göhren und Georginenau eintragen; mittelst Muthscheines vom 2. Febr. 1858 erhielt dieser allein anbeiden Besitzungen das Eigenthum.

Bis vor Kurzem war Göhren ausschliesslich, jetzt ist es zeitweilig der Wohnort des Grafen Wilhelmvon Schwerin.

Göhren hat eine Mutterkirche mit den Filialen Plath und Leppin in Meklenburg-Strelitz; Georginenauist nach Göhren eingepfarrt.

Göhren hat einen Flächenraum von 744 h 46 a 15 qm (343408 Meklenb. QR.), Georginenau von 353 lx70 a 42 qm (163158 Meklenb. QR).

Herminensruh, siehe Gneisenau.

Hetzdorf in der Provinz Brandenburg, Kr. Prenzlau, Dorf und Rittergut, wird im Landbuch von 1375Hetzeisdorp" genannt und mit 50 Hufen aufgeführt. Im Laufe des 16. Jahrhunderts, nachdem vorher1440 Heine Stülpnagel und 1500 die von Holtzendorf daselbst begütert gewesen waren, kam das zu jenerZeit mit 20 Bauern und 11 Kossäten besetzte Dorf Hetzdorf an das Geschlecht von Blankenburg mit Aus-nahme eines Antheils, welchen die von Arnim zu Schönermark besassen. Ein Rittersitz befand sich damalsin Hetzdorf nicht.

1) Vgl. Th. II S. 339 und 340. 2) Vgl. Gross-Daberkow. 3) Nachtrag zum U. B. No. 18.

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