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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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Erbbegräbniss ruhen auch der Feldmarschall selbst und seine beiden Gemahlinnen, Ulrike Eleonore von Krassowund Philippine Luise von Wakenitz.

Die Grösse von Wusseken beträgt 307 h 52 a 02 qm (1204 Morg. 81 OK.)-

Ziethen in Pommern, Kr. Greifswald, nördlich von Anclam belegen, einst eine Burg, welche der ganzenProvinz, zu der sie gehörte, den Namen gab, jetzt Bittergut, war nach den ersten urkundlichen Nachrichtenüber dasselbe ein Lehn der Buggenhagen; ihnen folgten die Lepel und endlich die Owstine, in deren Händenallein Ziethen durch 3 Jahrhunderte sich erhalten hatte, 1779 aber Schulden halber verkauft werden musste.Demnächst folgte ein mehrfacher Wechsel der Besitzer, bis Ziethen im Jahre 1858 durch den Grafen Hel-muth von Schwerin (Taf. XII. 40), welcher es von der Familie Cammerat kaufte und heute noch inHänden hat, an die Schwerinsburger Linie des Geschlechts von Schwerin kam 1 '. Ziethen hat eine eigeneMutterkirche.

Die Grösse des Guts beträgt 617 h 10 a 84 qm (2417 Morg.).

Zinzow in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt Eittergut, wird zuerst im Lehn-brief von 1533 2 ' als zugehörig zur Spantekower Begüterung genannt; schon damals gehörte es ganz der Fa-milie Schwerin. Die weiteren Besitzverhältnisse Zinzows sind genau dieselben, wie die des alten LehngutsBorntin 3 '. Nachdem es zunächst von Ulrich dem Grosshofmeister aus der Putzar'schen Linie (Taf. VIII. 5)auf dessen Söhne Ulrich, Joachim und Ludolf (Taf. Yin. 9, 10 und 13) übergegangen war, kam es vondiesen theils durch Verkauf theils durch Vererbung um 1630 in den alleinigen Besitz Jürgens von Schwerin(Taf. Vm. 26), des Sohnes jenes Joachim, und von Jürgens Sohn, Jürgen Christoph (Taf. VIII. 56), mitden Putzar'schen Gütern an Dettlof von Schwerin von der Löwitzer Linie (Taf. X. 23). Aus dieser ging es1707 mit Dettlofs Neffen Hans Bogislav, Stifter der Schwerinsburger Linie (Taf. XII. 1), an diese Linieüber, ward zwar von des Letzteren Sohn Wilhelm (No. 4) aus dem Lehnsgange verkauft, aber 1834 vondem Grafen Heinrich (No. 11) zurückerworben, von welchem es 1839 auf seinen Sohn Maximilian (No. 26)und, nachdem dieser 1872 gestorben, auf dessen Sohn, den gegenwärtigen Besitzer, Grafen Heinrich vonSchwerin (No. 48), sich vererbt hat 4 *.

Zinzow ist nach Bestimmung der Visitations-Matrikel des Kirchspiels Wusseken vom 18. Juli 1570nach Boldekow eingepfarrt.

Ueber die Grösse von Zinzow siehe Borntin.

5. Grundbesitz der Linie Willmersdorf (Taf. XIV)

(in den Preussischen Provinzen Brandenburg, Posen und Schlesien).

Boliran in Schlesien, Kr. Oels, im achtzehnten Jahrhundert Besitz der Grafen von Logau und Alten-dorf, wurde von dem Grafen Heinrich Friedrich dieses Geschlechts durch Vertrag vom 16. April 1770 seinerTochter Henriette Wilhelmine Juliane, Gemahlin des Oberstallmeisters Grafen Friedrich Albrecht von Schwe-rin (No. 6), für 30,000 Bthlr. käuflich überlassen. 5 ' Nach deren Tode, welcher am 4. Decb. 1781 erfolgte,kam Bohrau auf Grund des von ihr am 3. Febr. 1766 errichteten Testaments und zugehörigen Codicillsvom 8. Jan. 1781, sowie kraft der Fürstlich Oels'schen Bestätigung dieser testamentarischen Bestimmungenvom 16. Juli 1782 6 > an den genannten ihren Gemahl Friedrich Albrecht von Schwerin, welcher dasselbedurch Testament 7 ' vom 13. Jan. 1786 zu einem immerwährenden Schwerin'schen Fideicommiss erhob. Vondiesem erbte Bohrau 1789 zunächst dessen Wittwe (seine zweite Gemahlin) Friedrike geb. Freiin von Maltzan;als Letztere 1814 starb, kam es an den Neffen des Oberstallmeisters, den Grafen Friedrich von Schwerin(No. 17), welcher daselbst das Vorwerk Friedrichshof anlegte. Dieser überliess durch Urkunde vom13. Octb. 1820 schon bei Lebzeiten den Besitz von Bohrau seinem Sohne Leopold (No. 22); ebenso übergabGraf Leopold seinem Sohne, dem Grafen Friedrich von Schwerin (No. 28), das Gut Bohrau, welches dieserbereits seit 1852 in Pacht hatte, durch Urkunde vom 23. März 1855 gänzlich. Graf Friedrich ist nochheute Besitzer von Bohrau.

Bohrau hat eine eigene, von dem Oberstallmeister Grafen von Schwerin erbaute, 1771 vollendeteKirche, deren Thurm im Jahre 1865 von dem gegenwärtigen Besitzer neu und massiv hergerichtet wordenist. In der Kirche befindet sich als Geschenk Friedrichs des Grossen an ihren Erbauer eine Votivtafel,

1) Vgl. Th. II S. 237. 2) U. B. II. 4Ö6. 3) Siehe daselbst. - 4) Vgl. Th. II S. 156, 165, 167, 169, 174, 176,198, 222, 226, 228, 234, 239. . 5) U. B. II. 720. 6) U. ß. II. 725. 7) Einen Auszug des Testaments und zugehörigenCodicills vom 15. Mai 1787 siehe in Abschnitt 9 unter No. 4.

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