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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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hatte, auch denjenigen Antheil an Cummerow käuflich erwarb, welcher von Curd Dettlof von Schwerin ausder Linie Cummerow (Taf.XIII. 17) zunächst 1696 an seinen Sohn Ulrich Bernd (Taf. XIII. 41) sich vererbt hatteund von diesem dann 1706 dessen Schwestern Helene Agnes und Catharina Maria von Schwerin (Taf. XIII.43 und 44) gemeinschaftlich zugefallen war 1 '.

Curd Christoph liess sich die Erweiterung und Verschönerung Cummerows sehr angelegen sein. Ins-besondere schritt er 1720 zum Bau eines schönen Schlosses, welches, wie eine Inschrift desselben besagt,1733 vollendet wurde 2 '. Die im linken Flügel des Schlosses befindliche Kapelle wurde 1739 eingeweiht.Auf dem inneren Schlosshofe steht ein Standbild des Feldmarschalls, welches sein Neffe Graf Heinrich Bo-gislav Dettlof von Schwerin (Taf. XII. 5) 1790 ihm dort hat errichten lassen. Auch schliesst sich an dasSchloss ein schöner Garten mit einer Orangerie, von der es 1772 heisst, dass sie jährlich 200 Thlr. zu unter-halten koste.

König Friedrich Wilhelm I., welcher im Jahre 1734 3 ' den Feldmarschall auf seinem neuen Schlossebesuchte 4 ', war so erfreut über dessen Bauten und neue Einrichtungen, dass er zur Bezeigung seiner Zu-friedenheit dem bisherCummerow" genannten Orte nach dem Erbauer des Schlosses den NamenSchwerins-burg" beilegte, auch dem Gute die Gerechtigkeit ertheilte, dass städtisches Gewerbe daselbst betrieben werdendürfe. Dieses Privilegium wurde dem Gute indessen nur mündlich verliehen. Als daher im Anfange derRegierung König Friedrich Wilhelms II. durch ein besonderes Edict verfügt wurde, dass kein städtischesGewerbe (mit wenigen Ausnahmen) auf dem platten Lande betrieben werden solle, und als dieses Edict beidem Mangel einer schriftlichen Concession durch Rescript des Königlichen General-Directoriums vom 21. August1788 auch auf Schwerinsburg in der Weise ausgedehnt wurde, dass nach dem Ableben der damals dortwohnenden Professionisten keine weiteren daselbst etablirt werden sollten, wandte sich unter dem 28. Decb.1788 der damalige Besitzer des Gutes, Graf Heinrich von Schwerin (Taf. XII. 5), unter Darlegung dieserVerhältnisse unmittelbar an den König mit der Bitte, vorbemeldetes von Allerhöchst Deroselben in Gottruhenden Grosvaters Majestaet mündlich ertheiltes und unter der nachmaligen glorreichen Regierung desHöchstseeligen Königs Majestaet ununterbrochen exercirtes Privilegium nunmehro Allergnädigst dahin zu be-stätigen, dass fernerhin mir und meiner Nachkommenschaft erlaubet sei, allerhand Professionisten hierselbstzu etabliren. Der König erfüllte diese Bitte; mit eigener Hand schrieb er auf das Gesuch die Worte:

ich acordire dem Schwerin das privilegium ex speciale gratia wegen meines G(ross)vatters willenu(nd) in rücksicht des würdigen Feldmarschalst.

Ausser dem Schloss Schwerinsburg erbaute Curd Christoph von Schwerin das Dorf Cummerow auf eineretwa 1000 Schritt von dem früheren Dorfe dieses Namens entfernten Stelle; auch legte er in den Jahren17471749 das zu Schwerinsburg gehörige, etwa 1000 Schritt östlich vom Hauptgut belegene VorwerkWerder an. Sein ganzer Besitz in Schwerinsburg, sowie die Schwerinsburger Güter überhaupt, kamen inFolge der brüderlichen Vergleiche vom 19. Mai 1760 und 31. October 1768 an seinen Neffen, den schongenannten Grafen Heinrich von Schwerin von der Schwerinsburger Linie; von diesem erbte sie sein Sohn,Graf Curd (No. 16), welcher sie jedoch 1812 seinem Bruder Heinrich (No. 11) käuflich überliess. HeinrichsSohn, Graf Victor von Schwerin (No. 31), erhielt bei der brüderlichen Theilung von 1839 6 > mit der Cavel 2auch deren Hauptgut Schwerinsburg und ist noch heute dessen Besitzer 7 ). An den Besitz von Schwerins-burg ist das Erbküclienmeister-Amt des Herzogthums Alt-Vorpommern geknüpft 3 '.

Schwerinsburg ist nach Wusseken 9 ' eingepfarrt.

Die Grösse von Schwerinsburg mit Werder beträgt 789 h 08 a 21 qm (3090 Morg. 101 LjR.).

Sophienhof in Pommern, Kr. Anclam, ein zu Löwitz gehörendes Vorwerk, ist etwa 1500 Schrittegegen Westen von diesem Rittergute entfernt. Die Anlage ist alt, ihr ursprünglicher Name warder Hage-dorn", jetzt heisst der Ort Sophienhof; mit diesem Namen wurde er nach Sophia Juliane (Taf. X. 35),der Schwester des Feldmarschalls Curd Christoph von Schwerin, belegt. Mit Löwitz kam Sophienhof vonCurd Christoph 1760 an seinen Neffen, den Grafen Friedrich von der Schwerinsburger Linie (Taf. XII. 2),

1) Vgl. Th. II S. 190, 191, 193, 196, 205, 249 251, 254, 259, 270. 2) Berghaus, Landbuch von Pommern Th. II

Bd. I S. 360 giebt irrthiimlich 1738 als das Jahr der Beendigung des Schlossbaues an. Die Inschrift lautet:Unter glorreicher

Regierung Fridrici Wilhelmi Königs von Preussen habe ich Curd Christoph von Schwerin, Ritter des schwarzen Adler-Ordens,

Sr. Majestät General-Gouverneur der Yeste Peiz, Obrist über ein Regiment Infanterie, Amtshauptmann zu Jerichow und Alten

Platen, des Erzherzogthums Vorpommern Erbküchenmeister, in Gemeinschaft meiner Gemahlin, der Freyin Ulrica Eleonora von

Krassow, dieses Gebäude meiner Posterität zum Andenken MDCCXXXIII durch Gottes Gnade geendiget. ,, 3) Nicht 1733,

wie in Th. II S. 205 und bei Berghaus a. a. 0. angegeben ist. 4) Zu den fürstlichen Besuchern Schwerinsburgs zählte

einst auch die Königin von Schweden und 1875 der Herzog von Coburg. 5) Nach dem Original-Schreiben im Geh. Staats-archive zu Berlin. 6) Siehe bei Putzar. 7) Vgl. Th. II S. 226, 228, 230, 235. 8) Vgl. Abschnitt 8 No. 1. 9) Siehe

daselbst.