aus Liebe und Fürsorge für seine arme Unterthanen dieses Gebäude wohlmeinend veranstaltet habe, undder Bau desselben unter der wachsamen Aufsicht des Fräuleins Juliana Sophia von Schwerin (Taf. X.35), vieljährigen Pachtinhaberin dieser hochgräflichen Güter, im Jahre 1752 begonnen worden sei, dieseaber die Vollendung, welche anno 1755 erfolgt, nicht erlebt habe 1 '.
Sarnow ist noch heute in den Händen der Schwerinshurger Linie. Von Hans Bogislav kam es zu-nächst an seinen Sohn Friedrich (No. 2), ward nach dessen Vermögensverfall 1782 mit den Putzar'-schen Gütern von seinem Bruder Dettlof (No. 5) angekauft, ging an dessen ältesten Sohn Heinrich(No. 11) über und trat, als Heinrichs Söhne seinen Grundbesitz im Jahre 1839 theilten 3) , in die Schwe-rinsburger Cavel ein, mit welcher es deren jetzigem Besitzer, dem Grafen Victor von Schwerin (No. 31),zufiel 3 '.
Die Grösse von Sarnow beträgt 853 h 40 a 29 qm (3342 Morg. 87 QR.).
Zu Sarnow gehört das Vorwerk Charlottenlust 4 ' oder Wendfeld.
Schmuggerow in Pommern, Kr. Anclam, jetzt ein Lehn-Eittergut, gehörte zu den Dörfern, derenBede nach einem versiegelten Briefe, welchen Zabel von Schwerin von der Spantekower Linie (Taf. VH. 66)1494 in einem Rechtsstreite mit dem Herzoge Bogislaw X. vorzulegen im Stande war, seinen Voreltern, denSchwerinen zu Spantekow, verpfändet gewesen 5 '.
Im Uebrigen war Schmuggerow ein altes Lehn der Familie von Köppern und ist es geblieben bisin das gegenwärtige Jahrhundert. Durch Ankauf Seitens des Grafen Gustav von Schwerin (Taf. XII. 35)von dem Kaufmann Keibel für 65,000 Thlr. kam es am 14. Febr. 1839 an die Schwerinsburger Liniedes Geschlechts von Schwerin und gehört derselben auch heute. Graf Gustav verkaufte zwar Schmuggerowbereits am 6. Sptb. 1843 an den Landschaftsrath Ludwig Friedrich von Neetzow; doch gelangte es am12. Decb. 1851, an welchem Tage es Graf Victor von Schwerin (No. 31) in der Subhastation für 90,000 Thlr.erstand, an die gedachte Linie zurück. Vom Grafen Victor erwarb es für 120,000 Thlr., von welchen 10,000 Thlr.auf das Inventarium gerechnet wurden, am 24. Octb. 1856 dessen Bruder, Graf Maximilian von Schwerin(No. 26); dieser aber gab es seiner Tochter, der Gräfin Luise (No. 49), 1865 bei ihrer Vermählung mitRudolf Grafen von Kanitz zur Mitgift 6 '.
Schmuggerow ist 809 h 87 a 50 qm (3172 Morg.) gross.
Sehojow in Pommern, Kr. Stolp, am linken Ufer der Lupow belegen, ist zu Gross-Gardt in derStolp'schen Synode eingepfarrt. Es war vormals ein Lehn der Familie von Rexin, kam 1763 durch Verkauffür 11,000 Thlr. an die Familie von Belling und wurde von der Preussischen Krone am 25. Mai 1765 allo-dificirt 7 '. Im Jahre 1855 wurde Sehojow von dem Gutspächter Holtz zu Busow in Vorpommern erstanden;von diesem kaufte es Graf Gustav von Schwerin von der Schwerinsburger Linie (Taf. XII. 35). Nachseinem Tode 1864 kam es in den gemeinschaftlichen Besitz seiner Söhne Carl, Axel, Bogislav und Gustav(No. 59, 62—64). Carl blieb 1871 im Kriege gegen Frankreich; seine Erben an Sehojow wurden seineSöhne Gustav und Ulrich von Schwerin (No. 96 und 97) 8 '.
D ie G rösse von Sehojow beträgt 678 h 12 a 99 qm (2656 Morg.).
(Sehwerinsh urgf in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt Lehn-Rittergut, hiessbis 1734 I Cummerow]
Bis zum Anfange des 16. Jahrhunderts waren die Familien von Schwerin und Kaseke gemeinschaftlichin Cummerow begütert; der Antheil der Schwerine ist vielleicht auf Lehnbesitz zurückzuführen, welchen inden letzten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts Werner von Schwerin als Vogt zu Cummerow erwarb 9 '. DenKaseke'schen Antheil brachte Hans von Schwerin von der Linie der Bönen (Taf. IX. 1) ebenfalls andas Geschlecht von Schwerin; er erkaufte ihn für 850 Mark von Werner Kaseke und wurde am 16. August1505 vom Herzog Bogislaw mit diesem Besitzthum belehnt 10 '. Von Hans von Schwerin gelangte Cum-merow an seine Söhne Christoph, Stifter der Linie Löwitz (Taf. X. 1), und Henning, Stifter der Linie Cum-merow (Taf. XIII. 1), welche von dieser Begüterung ihren Namen führt. In beiden Linien, Löwitz undCummerow, vererbten sich zunächst die beiderseitigen Besitzantheile durch beinahe zwei Jahrhunderte inregelmässigem Erbgange weiter; 1710 indessen kam Cummerow ganz in den Besitz der Linie Löwitz, inso-fern am 25. Sptb. dieses Jahres Curd Christoph von Schwerin aus der Löwitzer Linie (Taf. X. 32), nach-dem er bereits am 1. Sptb. desselben Jahres gegen seinen in 4 Bauerhöfen bestehenden Antheil an Busowdas Lehnrecht Otto Jacobs von Schwerin aus der Linie Dargibell (Taf. XV. 1) an Cummerow eingetauscht
1) Vgl. Th. II S. 206 und Berghaus, Landbuch von Pommern Th. II Bd. 1 S. 358. Juliane Sophia von Schwerin starb
am 25. Febr. 1755. — 2) Siehe bei Putzar. — 3) Vgl. Th. II S. 222, 223, 226, 228, 235. — 4) Siehe daselbst. — 5) Vgl.
Th. II S. 142. 6) Vgl. Th. II S. 234, 236, 240 und Berghaus, Landbuch von Pommern Th. II Bd. I S. 359 und 360. —
7) Brüggemann, Beschreibung von Vor- und Hinterpommern Th. II Bd. II S. 1001 und 1002. — 8) Vgl. Th. II S. 236, 242,
243. — 9) Urkunde vom 16. Mai 1374, U. B. II. 185. — 10) Vgl. Th. II S. 187.
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