Berghaus 1 ' weist im Einzelnen nach, wie diese Güter in der Linie Schwerinsburg sich weiter vererbt haben,wie durch Vertauschungen und Veräusserungen innerhalb der Linie oder der Familie überhaupt deren Besitz-verhältnisse sich geändert haben und welche derselben gänzlich in fremde Hände übergegangen sind. Fin-den vorliegenden Gegenstand genügt es, die letzten Besitzverhältnisse zu übersehen, wie sie im Jahre 1839nach dem Tode des Landschaftsdirectors Grafen Heinrich von Schwerin (No. 11), Enkels jenes Hans Bo-gislav von Schwerin, sich gestaltet haben, welcher theils durch Erbschaft theils durch Ankauf die aller-meisten sowohl der Putzar'schen als der Schwerinsburg'schen (vormals Löwitzer) Güter in seiner Hand wiedervereinigte. Dessen Söhne und Erben, die Grafen Maximilian und Victor von Schwerin (No. 26 und 31),erhielten laut Verhandlung 2 ' d. d. Putzar den 13. August 1839 durchs Loos folgende Caveln:
Graf'Maximilian Cavel 1, bestehend aus Putzar, Glien, Boldekow, Bornmühl, Zinzow, Rubenow, Borntinund Cavelpass; auch gehörte zur Cavel an Holz die Zinzow'sche Forst und der auf der linken Seite desGlien'schen Holzweges belegene Theil der Sarnow-Boldekow'schen Forst.
Graf Victor Cavel 2, bestehend aus Schwerinsburg, Werder, Wusseken, Löwitz, Sophienhof, Sarnowund Wendfeld nebst dem rechts vom Glien'schen Holzwege belegenen Theile der Sarnow-Boldekow'schenForst, den Holzungen bei Schwerinsburg und dem Millnitzer Forstrevier.
Cavel 2 mit dem Hauptgute Schwerinsburg ist noch heute Besitzthum des Grafen Victor von Schwerin,Cavel 1 dagegen mit dem Hauptgute Putzar seit 1872, dem Todesjahre des Grafen Maximilian, Besitzthumseines Sohnes, des Grafen Heinrich von Schwerin (No. 48).
Das alte, von dem Grosshofmeister Ulrich erbaute Schloss in Putzar hat von den letzten Besitzernwesentliche, zur Erhöhung der Wohnlichkeit dienende Veränderungen erfahren; das Kirchengebäude daselbstist 1705 von dem General-Lieutenant Dettlof von Schwerin (Taf. X. 23) mit einem Kostenaufwande von2000 Thlr. aufgeführt worden.
Zu Putzar gehört das Vorwerk Charlottenhorst 3 '; mit diesem zusammen beträgt die Grösse 1597 h 79 a26 qm (6258 Morg.) 4) .
Rubenow in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt Kittergut, erscheint bereitsim Lehnbrief von 1533 und zwar als zugehörig zur Spantekower Begüterung. Mit dieser vererbte es sichvom Grosshofmeister Ulrich von Schwerin (Taf. VIII. 5) um 1575 an dessen Söhne Joachim und Ludolf vonSchwerin (Taf. VIII. 10 und 13). Im dreissigjährigen Kriege verfiel Rubenow und blieb eine wüste Feldmark,bis das Dorf durch Curd Christoph von Schwerin von der Linie Löwitz (Taf. X. 32), welchem es 1710 alsBestandteil der Putzar'schen Begüterung zugefallen war, von 1725 ab neu aufgebaut, auch 1746 mit einemSchulhause versehen wurde, welches indessen jetzt nicht mehr vorhanden ist 5 '.
Von Curd Christoph kam Rubenow kraft testamentarischer Bestimmung 1760 an seinen Neffen, denGrafen Wilhelm von Schwerin von der Schwerinsburger Linie (Taf. XII. 4). Graf Wilhelm verkaufte Rubenownebst Zinzow, Borntin und Cavelpass aus dem Lehnsgange, und wurden diese Güter erst 1834 durch dessenNeffen, den Grafen Heinrich von Schwerin (No. 11), eingelöst und in die Putzar'sche Begüterung wieder ein-gereiht. Mit dieser 6 » gelangte Rubenow 1872 an seinen jetzigen Besitzer, den Grafen Heinrich von Schwerin(No. 48) 7 '.
Rubenow ist nach Boldekow eingepfarrt. Ueber seine Grösse siehe Borntin.
Sarnow („Szernow") in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt Lehn-Rittergut,gehörte zur Spantekower Begüterung 8 '. Werner von Schwerin von der Spantekower Linie (Taf. VII. 16)hatte dort schon 1389 Besitz; denn er schenkte in diesem Jahre dem Kloster Stolp eine Hufe im DorfeSarnow für die Zeit nach seinem Tode. Auch wies Zabel von Schwerin (Taf. VII. 66) im Jahre 1494 nach,dass bereits seinen Voreltern die Bede aus Sarnow verpfändet gewesen sei 9) .
Von der Linie Spantekow kam Sarnow an die aus derselben hervorgegangene Linie der Bönen (Taf. IX)und weiter an deren Unterlinie Löwitz (Taf. X). Mit der Kapelle in Sarnow, welches zu Wusseken alsMutterkirche gehört, ist eine Schule und ein Hospital für alte und arbeitsunfähige Leute verbunden. DieEinrichtung des gegenwärtigen, diese Institute umfassenden Gebäudes ist von Hans Bogislav von Schwerinaus der Linie Löwitz und zugleich Stifter der Linie Schwerinsburg (Taf. X. 31 und Taf. XII. 1) veranlasstund in den Jahren 1752—1755 mit einem Kostenaufwande von mehr als 2100 Thlr. zur Ausführung gebrachtworden. Ueber der Thür des Gebäudes befindet sich eine Inschrift, welche besagt, dass Hans BogislavGraf von Schwerin, Erbherr auf Potzar, Glien, Sarnow, Boldekow, Rubenow, Zinzow, Kavel und Borntin,
1) Landbuch von Pommern TB. II Bd. I S. 348 und 349. — 2) Nach einer beglaubigten Abschrift der Verhandlung imGräflich von Schwerin'schen Familienarchive zu Schwerinsburg. — 3) Siehe daselbst. — 4) Vgl. Th. II S. 135, 148, 150, 167, 169,
172—174, 176, 178, 180, 181, 184, 198, 206, 222, 223, 226, 228, 234, 239. — 5) Vgl. Berghaus a. a. 0. S. 355. — 6) SiehePutzar. — 7) Vgl. Th. II S. 156, 167, 169, 222, 224, 228, 234, 239. — 8) Siehe Lehnbrief von 1533, U. B. II. 456. 9) Vgl.
Th. II S. 125, 142, 143.