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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
Seite
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eröffnetes Lehn, doch gelangte erst durch Recess vom 20. Juli 1726 der damalige Generalmajor, spätereGeneral-Feldmarschall Curd Christoph von Schwerin von der Linie Löwitz (Taf. X. 32) in seinen wirk-lichen und unangefochtenen Besitz. Von diesem vererbte es sich, wie Ducherow, zunächst auf seinenNeffen, den vorgenannten Begründer des Vorwerks Luisenhof, und damit an die Schwerinsburger Linie,und von da weiter auf Sohn und Enkel. Letzterer, Graf Bernhard von Schwerin (No. 43), besitzt Luisenhofseit 1868.

Die Gemarkung hat einen Flächeninhalt von 201 h 85 a 17 qm (790 Morg. 105 □R.) 1 >.

Mollwitz in Pommern, Kr. Anclam, ein auf der Feldmark von Ducherow abgesondert liegendesVorwerk, ist um 1742 von dem General-Feldmarschall Curd Christoph von Schwerin (Taf. X. 32) alsHolländerei angelegt und zur Erinnerung an den unter seinem Oberbefehl am 10. April 1741 erfochtenen Siegbei Mollwitz mit diesem Namen belegt worden.

Mollwitz nahm mit Ducherow, zu welchem es gehört, denselben Weg der Vererbung an die Schwerins-burger Linie (Taf. XII) und in dieser schliesslich 1868 an dessen gegenwärtigen Besitzer, den Grafen Bern-hard von Schwerin (No. 43). 2)

Ueber die Grösse von Mollwitz siehe Ducherow.

Putzar (Potzare") in Pommern, Kr. Anclam, ein alt - Schwerin'sches Lehn, jetzt Lehn-Rittergut,liegt am nördlichen Ufer des Putzar'schen Sees, welcher, nahe an 4 Kilometer lang und eben so breit,von dem die Grenze gegen Meklenburg-Strelitz bildenden Landgraben in der Richtung von Westen nachOsten in der Mitte durchschnitten wird, bis zum Anfange des 18. Jahrhunderts mit jenem MeklenburgischenTheil zur Stadt Friedland gehörte, dann aber durch Eintausch auch dieses Theils ganz zu Putzar kam. 3 )

Schon im Anfange des 14. Jahrhunderts findet Putzar urkundliche Erwähnung. Pommerscher-seits bestand damals die Absicht, auf Putzar'schem Territorium, auf der Grenze zwischen Meklenburgund Pommern, eine Veste zu erbauen; man war bereits ans Werk gegangen, da mochte es den Meklen-burgem bedenklich erscheinen, durch eine starke Burg unmittelbar an ihrem Gebiete, von welcher aus derNachbar in kriegerischen Zeiten ebenso jedem Angriff erfolgreich begegnen, als seinerseits verderbliche Ein-fälle in das Meklenburger Land unternehmen konnte, sich unausgesetzt bedroht zu wissen. Sie versuchtendaher, den Bau der Veste zu verhindern, anfänglich, wie es scheint durch Gewalt; denn sie fügten den vonPotzare Schaden zu, welchen der Herzog Heinrich von Meklenburg zu ersetzen sich verpflichten musste.Dann schritt dieser zu gütlicher Einigung; er kam am 19. April 1306 zu Dargun mit dem Herzoge Ottovon Pommern dahin überein, dass der begonnene Bau von Putzar eingestellt und nur ein Burgfrieden von4 Ruthen ohne Graben auf schlichter Erde errichtet werden sollte. 4 '

1365 hatte das Geschlecht von Lüskow Antheil an Putzar, vielleicht auch einen Wohnsitz daselbst. 5 'Der Schwerin'sche Besitz daselbst gehörte vermuthlich, und zwar noch als Acker, auf welchem später erstein Hof angelegt wurde, zu den von Kasecken'schen Gütern, welche Henning von Schwerin aus der Span-tekower Linie (Taf. VII. 43) 1418 von seinem Bruder Hans, dem Stammvater der Linie der Bönen(Taf. IX. 1), angekauft haben soll.

Die eigentliche Gründung von Putzar auf dem ererbten Acker durch Anlegung eines bewohnbarenHofes ist wahrscheinlich erst in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts durch Hennings Sohn Ulrichvon Schwerin (Taf. VIII. 1) erfolgt; derselbe schrieb sich zuerstvon Putzar", auch führt die von Ulrichbegründete Putzar'sche Linie von diesem Orte ihren Namen.

Seinen Sohn Ulrich den Grosshofmeister (Taf. VHI. 5) finden wir bereits im ungetheilten Besitz vonPutzar; wann der Lüskow'sche Antheil an die Schwerine gekommen, ist nicht ersichtlich.

Nach dem Lehnbriefe von 1533 gehörte Putzar zur Spantekower Begüterung; später ward Putzar selbstder Mittelpunkt der sogenannten Putzar'schen Güter.

Wie der Grosshofmeister Spantekow zu einer festen Burg umwandelte,®' so erbaute er auch zu Putzarein stattliches Schloss, doch keinen festen Platz; solcher durfte ja nach der Uebereinkunft von 1306 dortnicht errichtet werden. Auch legte er daselbst ein neues Predigerhaus an und stiftete die Küsterei mitder Schule.

Ulrichs Besitz in Putzar fiel nach seinem Tode um 1575 an seine Söhne Joachim und Ludolf vonSchwerin (Taf. VIII. 10 und 13); dieser bezog das väterliche Schloss, während Joachim 1580 dicht daneben fürsich ein zweites Schloss erbaute, welches dann nach der Wiedervereinigung beider Gutstheile zu Wirth-schaftszwecken benutzt wurde. 7 '

1) Vgl. Berghaus, Landbuch von Pommern Tli. II Bd. I S. 329 und 330. 2) Vgl. Th. II S. 202, 205, 226, 230, 238.

3) Vgl. Berghaus a. a. 0. S. 344 ff. 4) U. B. II. 52. 5) Vgl. Berghaus a. a. 0. S. 345. 6) Siehe 9. Grundbesitz

der Linie Rehberg:Spantekow". 7) Berghaus a. a. 0. S. 346.