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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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von Schwerin (Taf. XII. 62), kaufte etwa 1874 den Hof Idashof zu Ducherow, vertauschte ihn aberwieder 1876. 1 '

Ducherow und Mollwitz zusammen sind 1087 h 15 a 26 qm (4258 Morg.) gross.

Glien in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, jetzt Eittergut, wird zuerst im Lehn-brief 2) vom 10. Juli 1533 erwähnt; nach diesem gehörte ein Theil von Glien zum Spantekow'schen Güter-complex. Wir haben gemeint, diejenige Nachricht, welche durch den Grosshofmeister Ulrich von Schwe-rin (Taf. VIII. 5) eigenhändig in die Putzar'sche Kirchenmatrikel eingetragen ist 3 ' und ausspricht, dasser das Dorf Glien von der Kirche und den Patronen zu Wusseken gekauft habe, beziehe sich aufden im Lehnbriefe von 1533 bezeichneten Antheil an Glien und müsse deshalb dieser Ankauf vor dem10. Juli 1533 erfolgt sein; Berghaus 4 'nimmt dagegen an: das von der Kirche zu Wusseken erworbeneGlien sei gleich nach der Reformation, im Jahre 1535, von dem ersten lutherischen Prediger zu Wussekenan den Besitzer von Putzar für 500 Fl. Pommerscher Währung verkauft worden, bilde grade den indem Lehnbrief ausgeschlossenen Antheil, und sei eben erst durch diese Erwerbung ganz Glien inden Besitz des Grosshofmeisters gelangt. Beim Mangel weiterer Nachrichten muss diese Frage offenbleiben.

Glien gehörte bis 1570 zum Kirchspiel Wusseken; durch die am 18. Juli 1570 aufgerichtete Visita-tion-Matrikel 51 dieses Kirchspiels aber wurde festgesetzt, dass Glien mit aller Kirchengerechtigkeit zuPutzar gehören solle; noch heute ist es dorthin eingepfarrt.

Glien zählte beständig zu den Putzar'schen Gütern, mit welchen es nach dem Erlöschen der Linie'Putzar 1706 in richtigem Lehnsgange an den ältesten Zweig der Linie der Bönen d. h. an die LinieLöwitz (Taf. X) und in dieser an den Stifter der Linie Schwerinsburg, Hans Bogislav von Schwerin (Taf. XII.1), gelangte. Dessen ältester Sohn Friedrich Wilhelm (No. 2) verkaufte die Putzar'schen Güter, somitauch Glien, am 22. April 1782 seinem Bruder Heinrich Bogislav Dettlof (No. 5), und ist es von Letzteremin directer Vererbung 1872 an seinen jetzigen Besitzer, den Grafen Heinrich von Schwerin (No. 48),gekommen. 6 '

Das Gut umfasst 560 h 34 a 20 qm (1803 Morg.).

Hagedorn, siehe Sophienhof.

Löwitz (Lovetze") in Pommern, Kr. Anclam, ein alt-Schwerin'sches Lehn, welches nach demLehnbriefe von 1533 zur Spantekower Begüterung gehörte, ist jetzt Lehn-Rittergut. Schon 1494 vermochteZabel von Schwerin aus der Spantekower Linie (Taf. VII. 66) den Beweis zu führen, dass seine Vorelterndie Bede aus den zu Spantekow gehörigen Dörfern, nämlich aus Sarnow, Janow, Löwitz, Schmuggerowund Dargibell für 1025 Mark in Pfandbesitz gehabt haben. 7 '

Aus der Linie Spantekow ging Löwitz in die von derselben abgezweigte Linie der Bönen (Taf. IX)über; Hans von Schwerin aus dieser Linie (No. 5) besass es in der ersten Hälfte des 16. Jahrhundertsganz. Als dessen ältester Sohn Christoph (Taf. IX. 6 resp. Taf. X. 1) um die Mitte des 16. Jahrhundertsdas Gut als väterliches Erbe übernommen hatte, schlug er dort seinen Wohnsitz auf, und trägt von diesemdie von Christoph begründete Löwitzer Linie (Taf. X) auch ihren Namen 8 '. Der letzte Besitzer desGutes aus der Löwitzer Linie war der Feldmarschall Curd Christoph von Schwerin (Taf. X. 32), welcherauch in Löwitz am 26. October 1684 geboren ist. Nach dem Namen seiner Schwester Sophia Julianevon Schwerin wurde das damals zu Löwitz gehörende Vorwerk der HagedornSophienhof" benannt.

Von Curd Christoph kam Löwitz an den Grafen Dettlof von Schwerin (Taf. XII. 5), dritten Sohnseines Bruders Hans Bogislav, des Stifters der Linie Schwerinsburg (Taf. XII), und ging hierdurch in dieSchwerinsburger Linie über, in deren Besitz es noch gegenwärtig ist. Nach Dettlofs Tode 1791 fiel Löwitzmit den sogen. Schwerinsburger Gütern bei der brüderlichen Auseinandersetzung dessen Sohne Curd (No. 16)zu; dieser aber verkaufte die Güter 1812 seinem Bruder Heinrich (No. 11), und von Letzterem erbte sie1839 sein jüngster Sohn, der jetzige Besitzer, Graf Victor von Schwerin (No. 31). 9 '

Löwitz ist nach Ratebur eingepfarrt; seine Grösse ist 689 h 33 a 42 qm (2699 Morg. 159 QR.).

Lnisenhof in Pommern, Kr. Anclam, ein Vorwerk, wurde 1777 von dem General-LandschaftsrathHeinrich Bogislav Dettlof von Schwerin aus der Schwerinsburger Linie (Taf. XII. 5) auf der Feldmarkvon Lübs als Holländerei mit 6 ausländischen Colonisten-Familien angelegt. Das bezügliche Terrain warim 17. Jahrhundert Lehnbesitz der Familie von Lindstedt, auf welchen die Schwerine seit dem 16.Jahrhundert die Anwartschaft hatten. Dasselbe wurde 1639 durch den Tod Christophs von Lindstedt ein

1) Vgl. ebend. S. 243. 2) U. B. II. 456. 3) U. B. II. 455. 4) Landbuch von Pommern Th. II Bd. I S. 311 und

312. 5) Siehe Wusseken. 6) Vgl. Th. II S. 222, 224, 226, 228, 233, 239. 7) Vgl. ebend. S. 142 und 143. - 8) Vgl.

ebend. S. 190. 9) Vgl. ebend. S. 190, 191, 193, 196, 205, 226, 228, 230, 235 und Berghaus, Landbuch von Pommern Th. II

Bd. I S. 325 329.