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1 (1878) Allgemeine Geschichte des Geschlechts von Schwerin
Entstehung
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pommern gehörten auch ein Antheil von Cummerow und die Putzar'schen Besitzungen; letztere waren an HansBogislav, jenes an Curd Christoph gefallen. Der Feldmarschall hinterliess indess keine männlichen Nach-kommen und setzte testamentarisch die drei Söhne jenes Bruders Hans Bogislav, welcher vor ihm gestorbenwar, zu Erben von Cummerow und überhaupt seines sehr ansehnlichen Güterbesitzes ein. Von diesem Cum-merow, welchem König Friedrich Wilhelm I. im Jahre 1733 zu Ehren des Erbauers des dortigen schönenSchlosses, Curd Christoph, den Namen Schwerinsburg verlieh, fuhrt die Linie bis auf den heutigen Tagihren Namen Linie Schwerinsburg.

Einen besonderen Zweig, den Busower, begründete in der dritten Generation im Anfange des jetzigenJahrhunderts Graf Carl Christoph Adolf Georg von Schwerin (No. 14) nach seinem Gute Busow,welches ihm nebst anderen Gütern seines Vaters in Folge der Auseinandersetzung mit seinen Brüdern vomJahre 1803 zugefallen war.

Die Linie Schwerinsburg, bei welcher das Erbküchenmeister-Amt von Vorpommern beruht, ist auch ihrenBesitzungen nach eine äclit Vorpommerische geblieben; ausserhalb Vorpommerns gehören ihr nur wenigeBesitzungen in Hinterpommern an. Sie zählt bis heute 6 Generationen und in denselben 100 Mitglieder,darunter 59 männliche; zu diesen gehören der 1872 verstorbene Preussische Staatsminister Graf Maxi-milian von Schwerin-Putzar (No. 26), der gegenwärtige Träger des Erbküchenmeister-Amts in Vorpom-mern, Mitglied des Preussischen Herrenhauses und des derzeitigen Curatoriums der von Schwerin'schenFamilienstiftung, Graf Victor von Schwerin-Schwerinsburg (No. 31), sowie auch der Capitain-LieutenantGraf Axel von Schwerin (No. 55, ein Sohn des Vorigen), welcher im 30. Lebensjahre vor wenigen Tagen 1 *,am 31. Mai 1878, durch den Untergang des PanzerschiffesGrosser Kurfürst" unweit der Englischen Küstebei Folkestone einen jähen Tod fand. Zur Zeit sind noch 31 männliche Mitglieder am Leben: aus dervierten Generation 6, aus der fünften 18 und aus der jüngsten 7. Von den 41 weiblichen Mitgliedern, welcheüberhaupt der Linie angehören, leben noch 28: 10 aus der vierten, 16 aus der fünften und 2 aus derjüngsten Generation.

Die erste Linie der Bönen (die Hauptlinie Löwitz mit den Unterlinien Putenitz - Löbenitz oder Husbyund Schwerinsburg) besteht bis jetzt etwa 300 Jahre und ist in diesem Zeitraum in der Linie Husby biszur elften, in der Linie Schwerinsburg bis zur zehnten Generation gelangt. Wir kennen in ihr 199 Mit-glieder, 107 männliche und 92 weibliche; von den männlichen leben noch 39, von den weiblichen noch 38.

12. Die Linie Cummerow (Taf. XIII).

Der Begründer dieser zweiten Hauptlinie der Bönen war der zweite Sohn des Hans Bone Henningvon Schwerin (Taf. IX. 7 und Taf. XIII. 1), welcher 1570 aus der väterlichen Erbschaft den gesammtenAntheil an Cummerow (dem heutigen Schwerinsburg) erhielt, soweit es nicht an seinen älteren BruderChristoph gefallen war, und dort seinen Wohnsitz nahm. Von diesem Besitzthum führt die Linie ihrenNamen; aber auch sie hat, wie die erste Hauptlinie der Bönen, die Löwitzer, nur durch zwei Unterlinien,die Linien Willmersdorf und Dargibell, sich bis auf die Gegenwart fortgepflanzt; die übrigen Zweige derLinie starben im Mannesstamme schon 1706 in der fünften Generation der Linie mit dem Hessischen CapitainUlrich Bernd (No. 41) aus.

Die gedachten Unterlinien wurden durch die Brüder Henning Bernd und Otto Jacob (No. 16 und 18),Urenkel Hennings, des Begründers der Hauptlinie, gegen Ende des 17. Jahrhunderts gestiftet.

13. Die Linie Willmersdorf (Taf. XIV),

die ältere der abgezweigten Linien, nennt sich nach dem Gute Wendisch-Willmersdorf, im Teltower Kreiseder Mark Brandenburg belegen, welches durch Verträge von 1683 und 1684 Henning Bernd von Schwe-rin, damals Preussischer Oberstallmeister, durch Kauf an sich brachte. Hatte sich hierdurch die zweite Linieder Bönen von Pommern aus in der Mark Brandenburg ansässig gemacht, so erfolgte ihre weitere Aus-breitung dadurch, dass zunächst Graf Friedrich Albrecht von Schwerin (No. 6) 1781 von seiner ersten Ge-mahlin das im Schlesischen Kreise Oels belegene Rittergut Bohrau und ferner dessen Brudersohn GrafFriedrich August Leopold Carl von Schwerin (No. 17) durch seine Gemahlin das Lehngut Amt Erdeborn inder Provinz Sachsen und ein Haus in Berlin (Unter den Linden 75) an die von Schwerin'sche Familie brachte,von welchen 1847 Erdeborn an seinen dritten, das Haus in Berlin an seinen ältesten Sohn sich vererbte.

1) Wir schreiben dies am 3. Juni 1878. Die Veröffentlichung der Kaiserlichen Admiralität vom heutigen Tage 2 UhrMorgens nennt den Capitain-Lieutenant Grafen von Schwerin unter No. 2 derVermissten".