bis um die Mitte des 16. Jahrhunderts, also etwa 300 Jahre, zu welcher Zeit sie mit Henning zu Lütkowauf dem Gniz erlosch; doch zweigte sich frühzeitig, schon mit Dietrich (No. 12 und Taf. III. 1), dem Enkeldes Stifters der Hauptlinie, um 1340 eine Nebenlinie ab, nämlich
2. Die Stolpe'sclie Linie (Taf. III),
welche durch 16 Generationen sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat, also seit etwa 540 Jahren blüht,und bis zum Jahre 1878, mit welchem unsere Arbeit abschliesst, 115 Mitglieder zählt, unter ihnen denheutigen Preussischen Generallieutenant und Gouverneur von Metz 1 ) Kurd Ludwig Adalbert von Schwe-rin (No. 96). Die Linie führt ihre ursprüngliche Bezeichnung als Stolpe'sche weiter, obgleich ihr Stammsitz,welchem sie» diesen ihren Namen entlehnt hat, das Lehngut Stolpe bei Usedom, nachdem es 1751 allodi-ficirt worden 2 ', nach etwa 400jährigem Verbleib in der Linie 1754 durch Verkauf in fremde Hände über-gegangen ist.
Einen besonderen Zweig innerhalb der Stolpe'schen Linie begründete zunächst Claus, der Urenkel desStifters jener Linie (No. 8), in dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts, und zwar den nach seinem Besitz-thum Klüne auf Usedom sogenannten Klüner Zweig; doch bestand derselbe als solcher nur etwa 100Jahre in 4 Generationen und 8 Mitgliedern; Klüne selbst kam zwischen 1511 und 1521 in andere Hände, unddie Nachkommenschaft des Stifters des Zweiges starb wenige Jahre später aus mit Ausnahme der seines EnkelsClaus (No 16), welcher seinen Heimathsort Klüne und die Insel Usedom verliess, in Grellenberg bei Grimmeneinen neuen Wohnsitz fand und hier der Gründer der Grellenberg'schen Linie des Geschlechts von Schwe-rin wurde (vgl. 3).
Ein zweiter besonderer Zweig innerhalb der Stolpe'schen Linie ist der Drevelower, so genannt nach deman diesen Zweig gelangten Besitz in Drevelow. Hans von Schwerin (No. 32), aus den Jahren 1618—32bekannt, ist als das Haupt dieses Zweiges anzusehen, welcher bis jetzt 7 Generationen und 28 Mitglie-der zählt.
3. Die Grellenberg'sche Linie (Taf. IV).
Claus von der Stolper Linie (No. 16) und Enkel des Stifters des Klüner Zweiges hatte anfänglich gleich-falls seinen Wohnsitz in Klüne; im Jahre 1480 indessen rief ihn Herzog Bogislaw X. als Vogt derSchlösser Grimmen und Triebsees von seiner Heimathinsel fort; Claus zog nach seinem neuen Bestimmungs-ort, erwarb hier 1483 ausser anderen Gütern das bei Grimmen belegene Dorf Grellenberg, wählte dieseszu seinem Aufenthaltsort und ward hier der Begründer einer neuen, in Vorpommern sich ausbreitenden Linie,der Grellenberg'schen Linie. Dieselbe erlebte 9 Generationen, zählte 44 Mitglieder und erlosch mit demPreussischen Oberstlieutenant Friedrich Christian von Schwerin im Anfange dieses Jahrhunderts nachmehr als 300jährigem Bestehen. Durch die Brüder Hans und Christian von Schwerin (No 29 und 30),welche im Anfange des 17. Jahrhunderts in Schwedische Kriegsdienste traten, in Ostgothland die GüterKalfvestadt und Äbylund erwarben und 1727 sogar in Schweden naturalisirt wurden, haben die drei letztenGenerationen der Grellenberger Linie auch in Schweden Ausbreitung gehabt.
Demnach ist die Usedom'sehe Linie von Schwerin in der weiteren Bedeutung, in ihrer Zusammen-fassung mit den beiden Nebenlinien, der Stolpe'schen und der Grellenberg'schen, auf der Insel Usedom, inVorpommern und in Schweden ansässig gewesen; sie hat von ihrem Stifter Gerhard an, also seit der Mittedes 13. Jahrhunderts, durch 18 Generationen bereits ein Bestehen von fast 630 Jahren. Wir kennen inder Linie 195 Mitglieder, darunter 156 männliche; noch leben von den letzteren (und zwar in der alleinnoch blühenden Stolpe'schen Linie) 10, 3 aus der drittletzten Generation, 4 aus der vorletzten und3 aus der jüngsten. Von den 39 weiblichen Mitgliedern der Gesammtlinie sind noch 3 am Leben, 2 ausder vorletzten und eins aus der letzten Generation.
1) Die Ernennung zum Gouverneur von Metz erfolgte am 19. Novb. 1876 und hat in Th. II dieses Werkes, welcher
schon früher abgeschlossen worden, nicht mehr Erwähnung finden können. — 2) U. B. II. 717. — Vgl. auch Th. II S. 43.