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Fischer mit diesen rhythmisch nurarchitektonischen Elementen eine ganz neue Bau-aufgabe löst und damit etwas ganz Neues geschaffen hat! Es kann ja nicht oft genugwiederholt werden: es ist lediglich die rhythmische Gliederung, die eine sachlicheBaulösung in eine künstlerische Sphäre erheben kann und ein Bauwerk zum Klingenbringt. Auch das Motiv abgerundeter Frontecken, das zuerst Körner bei seinemHaus Herzberg in Essen wieder verwandt hat (Bild S. 93), ist an sich nicht neu;es war ein beliebtes Gliederungsmotiv unserer heimischen Backsteinbaumeister des18. Jahrhunderts, um damit die geschmeidige Anpassungsfähigkeit der Backstein-architektur an neuzeitliche Bauaufgaben biegsamerer Grundrißgestaltung zu be-weisen. Das Motiv aus örtlichen Voraussetzungen in Gelsenkirchen hat hier eine neueBedeutung erlangt: man fühlt das Hinundher des Großstadtverkehrs (Bild S. 150).Die durchlaufenden horizontalen Keramikbänder der Fensterreihen sausen wieVerkehrsbänder über die Eckrundung; auf dem Asphalt der Straße ein Echo in densich abzeichnenden Autospuren. Nicht unwesentlich für die Wirkung der Gliederungder Baumassen ist auch die geschickte Art der Wandbehandlung aus dem Formatdes kleinen Klinkers, glatte Wände oder durch abstehende Fugen belebte horizon-tale oder vertikale Backsteinstreifen. Dadurch erhält die Backsteinwand eineeigene tektonische Belebung: man fühlt Last und Aufstreben. Das Bild S. 153, einAusschnitt der Hoffront an dem einen Turmkörper, zeigt das recht anschaulich.Der Turm ist später erst entstanden, als das Hotel in das Bauprogramm aufgenom-men wurde. Nach der Straße das steile Sichaufrecken in den verschiedenen Ver-tikalkanten (Bild S. 151a), nach dem Hof ein gestaffeltes Hinuntersteigen (BildS. 153).
Neben dem heilsamen erzieherischen Zwang des Backsteinmaterials auf rhyth-mische Gestaltung hin und dem Sichsogutverstehen mit den klimatischen Verhält-nissen des Industrielandes, dessen Patina einem Backsteinbau nichts anhaben kann,kommt noch ein farbiges Moment: in der Sonnenglut, wenn alle Umrißlinien einesHausteinbaus zittern, behauptet der Backsteinbau immer noch sein klar umzeich-netes dunkles Massiv, und die Sonne mag auf der Backsteinfläche ihr lustiges, auf-heiterndes Spiel treiben; und wenn abends alle Farben erblassen, dann sind es dieBacksteinfarben, die zuletzt und sehr spät erst sich zur Ruhe begeben. Heutekommt ein neues dazu, das künstliche Abendlicht. Es ist nicht mehr gebunden anDeckenkronen oder Leuchterträger. Man kann mit ihm in der Dunkelheit dieGliederung eines Bauwerkes weiter reden lassen. Auch dafür gibt eine Abendauf-nahme der durch ein Dach geschützten Ladenstraße am Hans-Sachs-Haus eineanschauliche Vorstellung (Bild S. 151b). —Alfred Fischer war der zweite Preisträgerim großen Internationalen Wettbewerb für den Völkerbundspalast in Genf. Dererste Preisträger war ebenfalls ein heimischer Baukünstler, Emil Fahrenkampin Düsseldorf.