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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
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Backsteinfläche an der Ladenstraße unterstreicht noch diesen vertikalen Auftrieb.Der Bau wirkt in der Überwindung der Geländeschwierigkeit nicht allein boden-verwachsen mit dem Grundstück, das ihm nun einmal vorgeschrieben war, dieganze Anlage ist in ihrer Sachlichkeit und persönlich künstlerischen Ausgestaltungwie bei alten Hansabauten auch klar erkennbarer Ausdruck der Bauidee Börseder Stadt Essen. Die einrahmende Nachbarschaft ist kein Nachteil mehr für dieWirkung des von starker Dynamik erfüllten Baus. In der Einzeldurchbildung gehtKörner wie bei seinen übrigen Bauten eigene Wege (Bild S. 135). Er sucht altenFormen aus dem Wege zu gehen. Aber das darf sich heute nicht jeder erlauben!Körners Erweiterungsbau des Kohlensyndikates zu Essen hatte durch dieStraßenanlage in sich wieder Schwierigkeiten (Bild S. 136). Die Nachbarschaft desalten Syndikatsbaus, eines echten hannoverschen neugotischen BacksteinbausHasescher Schule (s. S.84), war kein glücklicher Ausgang für den Erweiterungsbau.In diesem Nebeneinander zeigt sich aber auch, was aus dem Ruf derniederrheinischenHeimatschutzbewegung der Wiederbelebung und Weiterentwicklung heimischerBacksteinbauweise heute geworden ist. Körners eigenes Wohnhaus ist in derZweckmäßigkeit bequemer Raumanordnung im Grunde nur von innen heraus ganzzu würdigen (Bild S. 139a). Die flachen Dächer sind sehr willkommene Terrassenfür die Räume der Bewohnerund Gäste. Das ist einHaus in der Sonne". FlachesDach, auf dieses oft mißverstandene, oft aber auch sinnlos verwandte neuzeitlicheBaumotiv komme ich noch zurück. Körners Folkwang-Museum zu Essen, zurZeit noch nicht ganz ausgebaut, verspricht eine sehr interessante Bauschöpfungzu werden (Bild S. 139b). Dazu kommen Industriebauaufgaben (Bild S. 137, 138).

Essen-Altenessen.

Ledigenheim. Erbaut 1921. Architekt Edmund Körner.