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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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gartens, auf der anderen vom Reichswirtschaftsmuseum. Je zwei Tortempel be-wachen an der Rheinfront die Durchfahrt zwischen Planetarium und Reichswirt-schaftsmuseum und zwischen diesem und dem dann folgenden Ehrenhof, einer vomKunstmuseum und Kunstpalast geschlossenen Hofanlage (Bild S. 121b). Dann folgt,an den Strom herangerückt, also außerhalb der Hauptachse, die Gaststätte derRheinterrasse (Bild S. 118). Das ganze ein neues Stadtviertel für sich und abge-schlossen in sich zum Rhein, abgesehen von den Tordurchgängen, wie zur übrigenStadt. Das ist es, was man der Anlage zum Vorwurf machte: jenseits der Brückekein städtebaulicher Anschluß; die vom Planetarium auslaufende Hauptachseläuft sich tot im Ehrenhof; schließlich der Ehrenhof zum Strom hin zugebaut. Vonder hohen Rheinbrücke gesehen, deren Bogen übrigens gut zum Kuppelrund desPlanetariums überleiten, ist das vorherrschende, im Gesamtbild langgezogeneHorizontalen ohne interessante vertikale Unterbrechungen (Bild S. 121b, 127).Das neuartige der flachen Dächer und der nur wenig gegliederten flachen Wändezum Strom hat anfänglich derart niederrheinisch fremdartig gewirkt, daß einKünstlerwitzbold in'einer Düsseldorfer Tageszeitung eine zeichnerische Wieder-gabe der Rheinfront der Gesoleibauten mit alten Ägyptern belebte und in derUnterschrift ein bekanntes Rheinlied umänderte:Warum ist es am Nil so schön?"In der Düsseldorfer Altstadt redete man vomImport von Dauerware derGesolei".Im Grunde beweisen diese Scherze ja nur, wie verblüfft man war in Düsseldorfüber Kreis' grandiosen Entwurf. So sind auch diese Scherze letzten Endes nurein Kompliment für ihn.

Man muß die gegebenen örtlichen Schwierigkeiten kennen, um den Vorwürfengegen die Gesolei begegnen zu können. Eine Rheinbrücke ist immer ein scharferEinbruch in das Stadtbild. Wegen des damals für unvermeidlich notwendig ge-haltenen Nordlichtes wurde die Kunstakademie an der Rheinbrücke so angelegt,wie sie städtebaulich verbindungslos im Stadtbilde aufwächst (Bild S. 121b). Natür-lich darf man nicht vergessen, daß früher die Akademie für sich stand unmittelbaram ehemaligen Sicherheitshafen und daß hier Düsseldorf damals zu Ende war.Neben der Akademie Karl Wachs Phoenixbauauf deralten Eiskellerbergbastion.Wachs Wunsch einer städtebaulichen Lösung der Stadtecke mit Hilfe seines Neu-baus, so daß die Akademie aus ihrer städtebaulich störenden Isolierung herausge-rettet worden wäre, scheiterte leider an bestimmten Wünschen der Bauherrin. West-lich der Akademie an der Rheinfront das Städtische Naturgeschichtliche Museum,zu dem die Akademie ebenfalls einen städtebaulich ganz unmöglichen Anschlußsucht. Sollte Kreis nun an der Brückenrampe sich nach der Lage der Akademierichten? Eine andere Schwierigkeit: da war der Kunstpalast vom Jahre 1902, mitdem Kreis als Baumasse innerhalb seines Projektes zu rechnen hatte. Seitliche An-bauten am Kunstpalast zum Strom, also eine offene Hofanlage zum Rhein, wäresicherlich das Ideal gewesen. Aber der Kunstpalast lag zu weit zurück vom Wasser,um mit ihm durch Seitenbauten vom Strom aus eine monumentale Wirkung erzielenzu können. So war die Bauaufgabe bei dem großen Bauprogramm eben doch nurmöglich in der axialen Schöpfung vom Planetarium aus zu dem Ehrenhof. Aberdamit ist freilich die große Schwierigkeit, die Rheinfront städtebaulich zu gestalten,