Druckschrift 
Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

ein Kunstwerk beweist, daß es neu, eigenartig und lebensfähig ist. Wenn dieKritiker sich nicht verständigen können, dann ist der Künstler mit sich im klaren."Krefs war sich in der Tat gleich beim ersten Entwurf im klaren. Wer sein künst-lerisches Lebenswerk kennt, dazu gehören vor allem auch die nicht ausgeführtenEntwürfe, und die Entwicklung der allgemeinen baukünstlerischen Dinge nach demWeltkriege kennt, der ist über die Anlage der Gesoleibauten gar nicht erstaunt.Das Werk paßt sich ganz folgerichtig in Kreis' Entwicklungsgang ein: Er hat denGedanken an sein Lieblingsprojekt, das Bismarck-Nationaldenkmal auf der Elisen-höhe bei Bingerbrück, und an die durch den Weltkrieg und den Heimgang dertreibenden Kraft der Denkmalsidee, Dr. Beumer, auf unabsehbare Zeit vertagteAusführung nicht verwinden können. Da war ihm die Bauaufgabe der Gesolei einVentil. Man vergleiche den Bismarckdenkmalsentwurf nach Kreis' Studienreisenach Italien im Jahre 1911 (s. S. 33) mit der Anlage der Gesolei: Im Mittelpunktder Rundbau, seitlich lange Flügelbauten, die den Ehrenhof umgeben (Bild S. 121).Die veränderten Verhältnisse und die Wandlung unserer architektonischen Formen-sprache haben natürlich bei dem Entwurf der Gesoleibauten gestaltend mitgeredet.Aber die Grundidee der Gesamtanlage geht doch zurück auf die Elisenhöhe.

An die Rheinbrückenrampe ist eine große quadratische Plattform angebaut, ausderen Mitte ein Kuppelrundbau aufragt, das Planetarium (Bild S. 121b). Eine breiteFreitreppe führt von hier hinunter in ein regelmäßig angelegtes, langgestrecktesGartenparterre, eingerahmt auf der einen Seite von den Baumkronen des Hof-

Düsseldorf Planetarium.

Erbaut 1925. Architekt Wilhelm Kreis. Vgl. Bild S. 121 u. 123.