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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
Entstehung
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Während des Weltkrieges baute die Firma Krupp in Essen nicht allein dasgroße neue Werkstättenhaus an der Kruppstraße, das heute noch in seinem un-widerstehlichen Rhythmus der Aufteilung seine frühere Bestimmung einem immerwieder vorträgt: Granaten, Granaten, Granaten (Bild S.95); auch der neueste Teildes Alfredshofs wurde während des Krieges ausgebaut (Bild S. 96, 97). Daß manhier zum Backstein griff, geht zurück auf die künstlerisch einsichtige Stellungnahmedes neuen Chefs des Hauses Krupp, Herrn Dr. Gustav Krupp von Bohlen undHalbach. Zeitlich voraus ging dasNeue Niederrheinische Dorf" auf derDeutschen Werkbund-Ausstellung 1914 in Köln 1 . Um diese Dorfsiedlunghatte ein ganz besonderes Verdienst der für die Heimatschutzbestrebungen seinesKreises immer erfolgreich besorgt tätig gewesene Landrat Dr. von Reumont-Erkelenz, der Vorsitzende desArbeitsausschusses für das Niederrheinische Dorf"auf der Ausstellung. Die künstlerische Oberleitung lag in den Händen von GeorgMetzendorf, dem hier nun die glückliche Gelegenheit gegeben war, Siedlungs-bauten in heimatlichem Material vorzuführen, was er ja leider nach ersten Ver-suchen auf der Margaretenhöhe bei Essen Kostenersparnis halber wieder aufgebenmußte (s. S. 80). Außer dem Gesamtplan Marktplatz mit Brunnen, eingerahmtvon Wirtshaus, Gruppenwohnhaus, Bauerngehöft und Kirche, und zwei zum Platzstrebenden Straßen entwarf er dasEssener Kleinwohnungshaus", vorbildlichin der sachlichen Klarheit und der rhythmischen Anordnung (Bild S. 96 b), die Dorf-schmiede und das Transformatorenhaus. Von Heinrich Renard und StephanMattar, beide aus Köln, stammen Dorfkirche und Friedhof, ein Musterbeispiel inihrer wirkungsvollen Schlichtheit (Bild S.99), von Ernst Stahl (Düsseldorf) dasGruppenhaus am Marktplatz (Bild S. 105a), von Franz Brantzky (Köln) dasWirtshaus, ebenfalls am Marktplatz, von Max Stirn (Köln) die NiederrheinischeWeinschenke, von Otto Müll er-Jena (Köln) die alkoholfreie Wirtschaft, vonRegierungsbaumeister Speckmann (Köln) das große Gehöft (Bild S. 101 b)und von August Biebricher (Krefeld) das kleine Gehöft (Bild S. 100b), vonFriedrich Becker (Düsseldorf), Camillo Friedrich (Köln) und Otto Müller-Jena (Köln) Arbeiterhäuser (Bild S. 100a, 101a).

1Das Neue Niederrheinische Dorf auf der Deutschen Werkbund-Ausstellung in Köln 1914.'Verlag Ernst Wasmuth, A.-G., Berlin.