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Neue Baukunst in den Rheinlanden : [eine Übersicht unserer baulichen Entwicklung seit der Jahrhundertwende]
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Rathaus zu Herne i. W., diese Note aufgegeben. Er ist den überlieferten Eigen-arten der niederrheinischen Backsteinarchitektur intimer nachgegangen; glück-licher Einfluß auf Kreis' weitere Entwicklung nach dem Weltkriege, auf die ichnoch zu sprechen komme.

Edmund Körner kam nach Essen durch den Bau seiner Synagoge 1908 1 .Er wurde dann Stadtbaumeister, hat als solcher eine Anzahl monumentaler Schul-bauten geschaffen, später als Privatarchitekt Wohnbauten und Verwaltungsge-bäude 2 . Er ist eine grüblerische Natur, die es mit ihren Bauaufgaben tiefernstnimmt und gerne die größten Schwierigkeiten eines Geländes zu bemeistern liebt.Er ist ein ausgezeichneter Grundrißler und Raumausnützer auf praktische Zielehin, dabei von starker farbiger Begabung, vor allem in der Ausstattung seinerInnenräume. Reiche Phantasie hilft seiner Neigung zu neuen Ausdrucks- und Ge-staltungsformen bei Wahrung aller Backsteinformeigenarten, so daß schon seinefrühen Backsteinbauten, Haus Herzberg in Essen von 1913 (Bild S. 93) und derHerrensitz Meererbusch bei Düsseldorf von 1918 (Bild S. 94), eine neuzeitlich per-sönliche Fassung erhalten haben, die in sich vieles der Formprobleme enthalten,die erst nach dem Weltkriege in den Vordergrund der Debatten rückten. Ein ver-haltenes, blutvolles Temperament, dem aber sachliches Gestalten immer wiederZügel anlegt. Insofern, obwohl Norddeutscher, Kreis' Temperament nahestehend;und doch zwei ganz verschiedene Künstlerpersönlichkeiten.

1 Richard Klapheck,Die neue Synagoge in Essen". Ernst Wasmuth, A.-G., Berlin 1913.

2Moderne Bauformen 1914", Februarheft.

Essen.

Neues Werkstättenhaus der Fried.-Krupp-A.-G. Erbaut um 1915.