Das Arabische Cafe in Düsseldorf.
Erbaut 1902. Letzte Reste beseitigt 1928.
blühen, so daß wir in angenehmer Täuschung am Ende selber vergessen, welchemJahrhundert wir angehören." So Gottfried Semper schon im Jahre 1834.
Wir haben heute noch in den Rheinlanden charakteristische Denkmäler dieserZeit. An der Rheinfront zu Bonn steht neben dem vorbildlich vornehm schlichtenWohnhause des Ernst Moritz Arndt ein neuer Palazzo Foscari vom Canale Grandezu Venedig, auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring in Köln ein neuer Palazzo VendraminCalergi, ebenfalls vom Canale Grande. Für Rheinische Musikfeste und den be-kannten Aachener A-cappella-Chor baute 1864 Wickop neben Couvens schönem altemKurhaus in Aachen einen „Maurischen Konzertsaal", für Beethoven und Mozarteigens einen maurischen Saal! Was man sich nur unter der Bezeichnung „mauri-scher Musik" gedacht hat? Verständlicher ist schon die Bezeichnung „ArabischesCafe". Bis vor wenigen Jahren hatte Düsseldorf einen solchen Bau in der Graf-Adolf-Straße, eine ganz besondere Sehenswürdigkeit von großer Anziehungskraftfür den Fremden, ein Haus aus Damaskus mit Kuppeln von der Moschee des Sul-tans Kait-Bai in Kairo, dazu natürlich stilecht einen hohen, schlanken Turm, ein„Minaret", von dem herab der Tempeldiener, der „Muezzin", die Gläubigen zu denGebetsstunden ruft (Bild S.4). Man denke sich entsprechend in Kairo eine gotischeKirche als Tanzdiele! Aber dafür fehlte es dem Araber und Türken an internationalerkunstgeschichtlicher Vorbildung. Wir dagegen haben in den Rheinlanden nochzahlreiche muselmännisch verkleidete Synagogen des 19. Jahrhunderts.
Und nun ,,fin du siecle?" Was nun?