Milo von St. Amand.
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petit. Zu Haimin und Heiric vgl. Traube, PL. 3. 557 n. 8; benutzt wird Heiric durch MiloVita S.Amandi 1,440 ff.; 3,75. 82 ff. (vgl. PL. 3,578. 590). Zur Entstehung der Vita S. Amandis. die Vorrede p. 567 Vs. 13 ff. und 19 f. (Quorundam monitis fratrum conpulsus enorme Sus-cepi pondus). Ueber die Kleriker, die sich bewundernd über die Vita aussprachen, s. die Versi-culi Vulfai p. 609 Vs. 9—26 und Traube p. 558. Milo war damals noch Diakon, s. den Briefan Haimin (p. 566) Milonis levitae. Dort 566,13 die Bitte an Haimin obsecrans ut si in hisaliquid fidei cafholicae minus consonans vel incongruum legi metricae inveneritis, ad certaeiwrmam regulae ... more paterno reducatis. Die Antwort Haimins p. 566 f.; dort heißt es566, 33 quia in eo nee scopulum qui fidei obstet offendi nee quod legi metricae refragetur in-ten! und 567,11 Noli tarnen obsecro ab incoepto desistere ... Et noli quod gratis aeeepistidliis denegare; noli solus bonum commune possidere velle. Lehrer Hucbalds s. das GedichtHucbalds an Karl p. 611 Vs. 27 Milo poeta tuus noster didascalus idem. Die zwei Figuren-gedichte s. p. 562 ff.; daß er den Porfyrius kannte, ergibt das Widmungsgedicht an Karlzu de sobrietate p. 612 Vs. 7 ff., wo der Dichter und der Philosoph vermischt werden. Zurfarbigen Ausgestaltung s. p. 564, 13 Orbe rubens medio species candore polito Beddit enimpure metris signata verenter Aptius has laudes; die eingeschlossenen Verse ib. 12 et sudatpagina rithmum. 1 ) Die Verse des Vulfaius p. 609 f. Zur Entstehungsgeschichte des Lehr-gedichts s. die Vorrede p. 613 Vs. 7—32. Milo war damals Presbyter nach der Vorrede 4Milo sacerdotitm minimus. Daß die Psychomachie bei dem Gedicht Pate gestanden hat, er-geben sehr deutlich die Worte der Vorrede Vs. 2 Pro qua distinetas acies ad bella voeaviTelaque divinis collegi plura pharetris.-) Außerdem mochte Aldhelms Gedicht über die Jung-fräulichkeit, das ja ähnlichen Stoff hat, Anregung zu dem Lehrgedicht bieten; dies sind diebeiden Hauptvorbilder für das Lehrgedicht im allgemeinen gewesen, das in karolingischerZeit noch selten ist; und beide sind auch von Milo tatsächlich benutzt worden. Die Wid-mung an Karl p. 612; dort Vs. 29 Corvus ego crocitans humili te voce saluto, Perfidus illeNoe non qui pia claustra refngit, Sed qui mane pium pavit, qui vespere vatem. Zum Todes-jahr s.Traube p. 757 n. 5; die Ann. Elnon. mai. (MG.SS. 5,12) geben zu 871 Obiit Milo philo-sophus. Das Ueberreichungsgedicht Hucbalds an Karl p. 610 ff. Das Epitaph mit der InschriftMilonis pihilosophi*) p. 679, VIII, Vs. 4 metro prosaque venustans; Sigebert scr. eccl. 105 (ed.Miraeus p. 146) nennt ihn mit Recht scientia literarum clarus. Von den bei Traube im An-hang p. 676 ff. herausgegebenen Gedichten könnte einiges auf Milo zurückgehen, so vielleichtN.5 p. 682, ein Gedicht, das aus vierzig Monostichen besteht, deren Bedeutung aber oft gänzlichunklar ist. Sigebert sagt im Chronicon 879 (MG. SS. 6, 342) Hoc tempore clarebat Milo mo-nachus de S. Amando, qui vitam S. Amandi metrice edidit et librum de sobrietate ad Karo-him Calvmn scripsit. Sub hoc Milone adolescebat etiam nepos eius Hubaldus; beide Werkeerwähnt Sigebert auch de Script, eccl. 105. Zu Milos ausgebreiteten Literaturkenntnissens. unten.
Vita S.Amandi. Zu eigener und zu des Lesers Bequemlichkeit teilteMilo den vorgefundenen Stoff in vier Bücher,*) und mit der Vierzahl wollteder Dichter durch jedes Buch ein Evangelium versinnbildlichen. ß ) Eingelehrtes Werk glaubte Milo hiermit nicht geschrieben zu haben, dennseine einfache Sprache 6 ) sei nicht für Lehrer berechnet, die dem Vergilnachstrebten, sondern für Mönche, deren einziger Schatz Psalmen undHymnen seien. Werde ja auch der Seelenfischer Petrus allen Dichtern vor-gezogen, und das Reich Gottes werde nicht durch schöne Reden, sondernnur durch Christi Gnade erworben. 7 ) Das stimmt ganz mit der allgemeinenAnschauung, daß das Heiligenleben nur zur Erbauung geschrieben wird,und daher wünscht Milo, wie einst Juvencus, für sein gutes Werk auchden gehörigen Lohn. 8 ) Den Stoff hat Milo in vier mit poetischem Vorwort
') Vgl. hiermit Vita S. Amandi 4, 38 In-docilemque virum querulo confundere rithmound De sobriet. 2,1036 f.
J ) Zur Benutzung der Psychomachie s.die Noten bei Traube.
s ) Das heißt aber ganz allgemein „Schrift-steller" und nicht, wie Ebert 2,277 zu meinenscheint, „Philosoph".
*) Vgl. Buch 2, 2—6 p. 579.
5 ) Buch 4, 9—32 p. 598.
G ) Vgl. auch 4, 34 lingua ... stridet sednescia fari.
') Vgl. 2,10—24 p. 579 und Prohem. 21bis 30, wo ein kräftiger Ausfall gegen dieheidnischen Dichter.
s ) Prohem. 37 (p. 568) Et mihi suecreseatcumulato foenore merces. Irqnsferar et iustihuius ad astra prece. Vgl. 4, 481 f., wo derGedanke des Juvencus noch deutlicher aus-gedrückt wird, und de sobriet. 2, 1084 ff.
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