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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Heiric von Auxerre.

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in welchem die Benutzung von De divisone naturae von Johannes Scottusfür die Autorschaft Heirics spricht. Dieser verwendet hierin auch denMartiankommentar des Johannes und zwar besonders die griechischenWörter, um sich den Anschein der Kenntnis dieser Sprache zu geben,z.B. die Glosse zu § 325,15 Eyss. vgl. Haureau, Not. et extr. 20,2,10.25.Siehe zu Heiric E. K. Rand, Johannes Scottus S. 15 ff. und über seine Kommen-tare S. 83 f. 90 f. 97. Sehr wichtige Glossen endlich schrieb Heiric zu seinemzuletzt zu erwähnenden Werke, der Vita S. Germani. Das ist im Mittel-alter nichts Ungewöhnliches, wie bezüglich der Poesie Abbo von St. Germainund die Verfasser der Gesta Berengarii und Gesta Apollonii, bezüglich derProsa Adam von Bremen erweisen. Diese Glossen sind von sehr ver-schiedenem Umfang und erklären hauptsächlich gern seltene (griechische)Wörter. Am meisten benutzt Heiric hierin Johannes Scottus' philosophischesWerk und Servius' Vergilkommentar (seine Hs. war vielleicht Bern. 167 ausAuxerre, s. Traube, PL. 3, 756) und de metris Horatii, ferner Cicero, Terenz,Persius und Horaz (Epoden), außerdem den nicht lange vorher verfaßtenAnonymus (Leidensis) de situ orbis; leichte Kenntnis der keltischen Sprache J )beweist das Scholion zu 1, 352 f. Die große Belesenheit Heirics freilich er-gibt sich aus seinem bedeutendsten Werke, der Vita S. Germani selbst.

Die alte Vita des Bischofs Germanus von Auxerre stammt nicht vondessen Schüler Konstantin (Bibl. de 1'ec. des eh. 43,556). Jedenfalls aber lagsie 573—603 schon vor, denn während dieser Zeit ersuchte Aunarius, Bischofvon Auxerre, den Priester Stephanus, sie in Verse zu bringen (MG. Epist.3,447, 19 ff. N. 7); aber diese poetische Bearbeitung ist nicht erhalten. Demgroßen Gedichte Heirics geht ein umfänglicher Widmungsbrief an Karlden Kahlen voraus, der nicht nur interessant ist, weil Heiric hier desKönigs Sorge für die Wissenschaften in das gehörige Licht setzt, sondernauch wegen der in ihm enthaltenen Aktenstücke — der Brief des Aunariusund die Antwort des Stephanus werden mitgeteilt — wichtig ist; jeden-falls ergibt sich auch hieraus die Gründlichkeit des großen Gelehrten.Philologisch wichtig in diesem großen Gedicht sind vor allem die Vorredenzu den einzelnen Büchern, weniger wegen ihres Inhaltes als wegen derForm. Heiric hat nämlich hierzu lyrische Versmaße 2 ) angewendet, dereneines, die Invocatio, wohl von Prudentius (Cath.IV, Perist.VI), zwei andere,Praef.II und VI, von Horaz entlehnt worden sind, den der Dichter auch fürdie Allocutio geradezu als Vorbild genommen hat (Epist. 1, 20), 3 ) wie er sichauch als Kenner der horazischen Lyrik ausweist. Aber nicht nur äußerlichlehnt sich Heiric hier an ältere Muster an, die Praef. IV ist ihrem Inhaltenach fast ganz aus Iuvenc. evang. 3,93—124 genommen. Heiric verbrämtdie meisten dieser Gedichte mit reichlichen griechischen Floskeln, die er

') Früher nicht selten, z. B. bei Pacat.Paneg. 1, Hieron. ep. 3 ad Eufin. c. 5, ad Galat.proleg. Sulp. Sev. dial. 1, 27,4. Ulpian. Dig 32,11. Apoll. Sid. ep.2.10; 3,3: 4,3; 8,12. Greg.Turon.p.49,26;790,17;795,4.Fortun.Carm.l,9,9 f.; 7, 8, 64. cod. Paris. 1451 a.796 f.25 (De-Hsle,Lecab. 3,252).

2 ) Vgl. Ebert 2, 289 und Anm. 2. 4 und

besonders Traube, PL. 3, 816.

3 ) TJeber seine Kenntnisse des Horaz vgl.Liebl, üist.Cornuti 36. Traube, PL. 3, 424n. 3. Manitius. Anal. z. Gesch. d. Horaz i.Mittelalt. 35. Nach v. Winterfeld (Rh. Mus.60, 36) ist seine Horazüberlieferung die desBern. 363, also die aus Fleury kommendeirische TJeberlieferung.