Heiric von Auxerre. 50 \
Mus.47,558ff. Die Sammlung besteht zunächst aus Stücken von ValeriusMaximus 1 ) und von Sueton, die auf Diktat des Lupus zurückgehen. DieValeriushs. des Lupus (Ableitung ist Bern. 366 s. IX) stammte aus Fleury,wo außerdem auch eine Hs. des Paris, vorhanden war (Vat. 4929 s. IX);beide Hss. in Fleury sind von Lupus miteinander verglichen worden, derauch aus der vollständigen Valeriushs. seinen Schülern diktierte und in Ep.93ein nicht in den Exzerpten stehendes Zitat anbrachte. 2 ) Die Exzerpte sindsehr ansehnlich und folgen der besten Überlieferung. Eine Schwester-handschrift von Bern. 366 ist Laurent. Fonds Ashburnh. Libri 1899 aus Stablo,sie wurde vielleicht gleichzeitig mit Bern, aus der Urhandschrift in Fleury fürStablo abgeschrieben. Auch die Exzerpte aus Sueton 3 ) gehören zur bestenÜberlieferung, sie sind zuweilen reichhaltiger als die beste Hs., nämlichParis. 6115 s. IX (s. Sueton. ed. Roth p. XXXIII), mit der sie natürlichverwandten Ursprung haben. Auf theologische Exzerpte folgt dann imParis. 8188 f. 45b—48 der sogenannte Caecilius Baibus mit der Aufschriftßententiae philosophorum que sunt dicendae cum sermocinatur ad aliquemaliquis de omnibus rebus' (ist Wölfflins und W. Meyers 95, die Überschriftstimmt ganz mit Wölfflins bester Hs. A, s. Caecilius Baibus de nugis philo-sophorum. Basel 1855). Da die Sammlung auch in den Exzerpten des SeduliusScottus steht, so wird ihre Quelle wohl eine irische gewesen sein undHeiric mag dies Diktat vom Schüler des Johannes Scottus, dem Iren Elias,empfangen haben.
Das nächste Stück im Paris. 8188 f. 48—49 sind dann die literarischwichtigen Sententiae sapientium mit der Aufschrift ,Hae sunt sententiesapientium qui fuerant in convivio uno cum Metidlo' (auch im Laurent. Med.plut. XXXXV 33 aus J. 1458 mit Überschrift Sententie procerum Romanorumquos Tulüusin libro de re publica introducit; stark gekürzt sind die Sententiaeim Paris, nouv. acq. 1544 (A) s. XV) ; vgl. auch E. Wölfflin, L. Annaei Senecaemonita (Erlang. 1878) p. 24—26. Die Sammlung ist durch Vermischung 4 ) derSprüche des Demetrius von Phalerum und des Sosiades im 5. Jahrhundertentstanden, jedoch später zwischen 650 und 850 aus Isidor, der Bibel undPublilius Syrus erweitert worden. Der ursprüngliche Teil reicht bis Spr. 23und die einzelnen Stücke waren mit den Namen der griechischen Weisenversehen; diese aber wurden wohl von dem Vermehrer der Sammlung durchlateinische ersetzt (Crassus — Gatulus — Catulus — Scipio — Laelius — Rusti-cius — Cicero). Sie sind in Gruppen abgeteilt und stellen die Aussprücheder sieben Weisen in lateinischer Umformung dar. Die Überlieferung weist,wie die von Sedulius überlieferten Proverbia Grecorum, auf die irische Welthin und die Aufschriften ergeben, daß der Ire, welchem die Erhaltung derSammlung verdankt wird, glaubte vorgeben zu können, ein Convivium M.
l ) Eine wohl auf Heiric zurückgehende I log von Pontigny s. XIII (Cat. 1,714= Serap.15Zusammenstellung von Exzerpten benutzte | Int. 100) genannte Aufschrift in Zusammen-
später Vincenz von Beauvais.
2 ) Siehe Traube, Münch.SB.1891,388ff.
3 ) Die Suetonüberlieferung des Lupusweist nach Fulda, s. Lupi epist. 91 p. 81. Mitden Valerius- und Suetonstudien des Lupusund Heiric steht jedenfalls die im alten Kata-
hang, welche Valerius, Sueton, Caesar, Solinund De mirab. mundi enthielt; Pontigny ge-hörte zu Auxerre.
4 ) Siehe W. Brunco, Zwei latein. Spruch-sammlungen, Bayr. 1885.