Druckschrift 
1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
Seite
493
Einzelbild herunterladen
 

Ermenrich. von Ellwangen. 493

genommen, 1 ) die aber sogleich wieder durch einen ungeschickten Zusatz abgeschwächt wird:t'tf aliter Medius fidius ■ i ■ medicator fidelis, quod significat Mercurium, qui credebatur apudgentiles nuntius esse inter deos et homines. Seinen Lehrer führt er an f. 40 b ut edepol castoret reliqiut. Ut ego instruente magistro didici istud fuit iuramentum gentilium Romanorumet nt rustice apud nos {eos übergeschrieben) usualiter dicebatur und in der oben angegebenenStelle aus f. 101 a. Zu erwähnen ist noch, daß Erchanbert f. 91 b angibt Ego qui previtati(1. brevitati) studere proposui, prolixi pondus dedignor arripere.

Das Weik ist nicht selten abgeschrieben worden, es befand sich sogar 1247 in derBibliothek von Glastonbury; die Aufschriften aus alten Katalogen s. Manitius, NeuesArchiv 32,673. Hss.: Monac. 14846 s. X in.; 19440 s. X—XI f. 48—64; 6414 s. XI (nachSteinmeyer, Die althochdeutschen Glossen 4.529,18); 6031 f.94—103. Altdeutsche Glossens. bei Steinmeyer 2,160. Auszüge hrsg. von Manitius, Philol. 68, 396—409.

77. Ermenrich von Ellwangen.

Der alamannische Mönch Ermenrich, der später dem Kloster Ellwangenangehörte, begab sich während der Abtszeit Hrabans nach Fulda, wo erunter Hraban selbst und unter dem berühmten Lehrer Rudolf seine Studienfortsetzte, die ihn in dem mit vortrefflicher Bibliothek ausgestatteten Klosterbesonders auf die Lektüre der klassischen Literatur hinwiesen. Auf dieBitte seines Freundes Gundram, des Neffen Hrabans, übernahm er es, dasLeben des angelsächsischen Mönches Svalo, der im Altmühltal die späternach ihm benannte Zelle Solenhofen begründet hatte und 794 gestorbenwar, zu beschreiben, was für das Kloster Fulda insofern besonderen Werthatte, als Svalo Fulda zum Erben seines Besitztums eingesetzt. Allerdingserbat Ermenrich durch Gundram von Hraban erst die Erlaubnis zur Ab-fassung der Schrift, die nach seinem Urteil besser von Hraban selbst odervon Rudolf verfertigt werden könne. Beide hatten darauf verzichtet, undso beschrieb Ermenrich das Leben des Einsiedlers, indem er dabei nichtwenig Anleihen aus den ihm bekannten Schätzen des Altertums machte.Dem Werke wurden der Brief an Gundram sowie dessen Antwort, fernerein Gedicht Ermenrichs in fünfzig adonischen Versen, sowie ein Brief anRudolf vorangestellt.

Später verfaßte Ermenrich als Presbyter zwischen 842 und 854 aufWunsch seines Lehrers Gozbald das Leben des Bischofs Hariolf von Langres,der Ellwangen gegründet hatte und der ein Verwandter Gozbalds, des da-maligen Bischofs von Würzburg, war. Zur Einkleidung der Schrift, die nurwenig gehaltvoller als das Leben Svalos ist, bediente sich Ermenrich desDialogs mit dem älteren, ihn belehrenden Mönche Mahtolf und er selbstgibt an, daß er hier nach dem Beispiel des Boethius (Consolatio philosophiae)verfahre.

In der Folgezeit begab sich Ermenrich zur Fortsetzung seiner Studiennach Reichenau, er verließ aber das Kloster, als Walahfrid nach West-franken ging, und auf den Wunsch Grimalds hielt er sich dann in St. Gallenauf. Da er in beiden Klöstern die beste Aufnahme gefunden hatte, schrieber zum Danke dafür wahrscheinlich im Jahre 854, als Walahfrid schongestorben und Gozbald noch am Leben war, an seinen Gönner Grimaldeinen langen Brief von sehr mannigfaltigem Inhalt. Im Anfang des um-fänglichen Schreibens erhebt er Grimald, der in der Poesie wie in jeder

') Außerdem f. 55 a Dicitur axufurium quasi avium garritus, s. ed. Thewrewk p. 2, 7.