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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Erchanbert von Freising.

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Erchanbert als Bischof in einem Gedicht über die Salzburger Suffragane PL. 2, 639 N. 1, 8,8.Daß er Lehrer -war, sagt die Aufschrift im Monac. 6414') Incipit tractatus super DonatumErchanbertimagistri, s. Aretin, Beyträge z. alt. Litt. 7,524 und Keil, De grammaticis quibus-dam etc. p. 23; ebenso hat der Monac. 6031 Erch. magistri grammatica. Zu den Freisingergrammatischen Hss. vgl. die Monacenses 6281.6394.6406 6417.64336435; daneben wurdenhier, wie die Hss. erweisen, Isidor, Ambrosius, Beda, Gregor, Hieronymus und Augustin be-sonders häufig abgeschrieben. Der autographe Brief Erchanberts steht im Monac. 6382 s. IX(danach Pez, Thes. Anecdotorum 6,1,76, MG. Ep. 5. 338 N. 23, vgl. Hauck 2.749 n.4); ertritt hierin scharf gegen einen Felix auf, der Ludwig dem Deutschen hatte melden lassen,daß er Reliquien des hl. Bartholomäus nach Ostfranken gebracht habe. Der Brief zeigtübrigens durch seinen Stil deutlich, daß auch ein früherer Lehrer sehr schlecht schreibenkonnte, eine Beobachtung, die man beim Briefstil häufig machen kann. 2 )

Grammatik. Von dem Werke war bisher nur der Eingang, und auchdieser unvollständig, gedruckt (s. Aretin, Beyträge 7, 524 f.), er stammt zumTeil aus Isid. Et. 1, 5,1. Die Einführung des Werkes nach Autor, Ort, Zweck,Zeit und Titel scheint Johannes Eriugena für seinen Martiankommentar 3 )unter Erweiterung übernommen zu haben, der wieder von Remigius ab-geschrieben wurde. 4 ) Die Zeitbestimmung gab Erchanbert nach Hieronymus(Chron. ad a. 2370), den Ort nach der Inskription seiner Donathandschrift,danach auch den Titel. Die von Aretin p. 526 angeführte Etymologie desWortes Musa hat Ähnlichkeit mit Isid. Et. 3, 15, 1 und mit 8, 11, 96. DieErklärung zu Donat erstreckte sich auf die Ars minor und maior, wiebeide auch im Monac. 14846 stehen; Keil a.a.O. p. 23 zweifelt an derRichtigkeit dieses Umstands, jedoch wird der Zweifel schon dadurch gelöst,daß man in Freising selbst s. IX in der Bibliothek besaß (B. 19, 5) Erchan-pertus maior et minor; ich möchte diese Aufschrift jetzt nicht mehr aufMonac. 6414 beziehen, da diese Hs. nur den Kommentar zur Ars minorenthält und aus etwas späterer Zeit 5 ) stammt. Unmittelbar aber wird derBeweis durch Einsicht des Werkes geliefert, wofür ich Monac. 14846 s. Xbenutze. Nämlich in der Erklärung zur Ars minor findet sich f. 37 b dieAnkündigung des Kommentars zur Ars maior mit den Worten De his formisin maiore eclitione, cum ad has perventum fuerit, favente Christo latius disseremus.Und in diesem 6 ) heißt es f. 64b In minore editione quoniam de comparationesatis me dixisse existimo, minus hie laborandum est und ähnlich f. 71a figuratedictiones, ut in minore edictione demonstravi, aut simplices sunt ut magnus autcompositae ut magnanimus; desgleichen f. 83 b In quo mtdtos dubitare sciebat.Quoniam in priore editione me de hac parte satis dixisse arbiträr, plura nuncde hac eadem scribere non opus esse videtur. Beide Erklärungen erhalteneine ausführliche, schulmäßige Einführung und Erchanbert hat es nichtunterlassen, auch den Text der von ihm zusammengeschriebenen Quellenmit allerhand eignen Erweiterungen zu versehen, die nicht gerade vonbesonderer Einsicht zeugen. Namentlich sind seine Kenntnisse im Griechischen

') Der Schreiber hat hier f. 11 das Bildeines Otto magisterculus und weiter das desDonat gezeichnet, s. Aretin, Beyträge 7,525.Eeinz, Germania 15, 349 gibt als AufschriftErch. tractatulus sup. Don. grammaticam.

'') Außer der mehr als schlechten Syntaxvgl.Formen wie detulere (= detulisse) und me-düare als Infinitiv.

3 ) Vgl.Haureau.Not. etExtr.20, 2.1 ff.

4 ) Das betr. Stück aus Remigius findet

sich in einem späteren Werke verarbeitet, s.Manitius, Mitt. d. Ges. f. deutsche Erz.-u.Schulgeschicbte 16 Heft 1,47, wo nämlich Re-migius statt Johannes Scottus zu setzen ist.

5 ) Der Katalog von Freising ist wohl ganzkurz nach der Herausgabe von ErcharjbertsWerk entstanden, da am Schluß der Tod Alch-vines noch registriert wird.

6 ) Außerdem schließt sich f. 58 b an Ex-plicit editio I unmittelbar incipit seeunda an.