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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Lupus von Ferneres. 483

poetas (Monac. 19474 und 19475 s. XIIXIII) und im Dialogus super auctores des Konradvon Hirschau (ed. Schepss S. 51 f.) nur von sehr geringer Kenntnis der Werke spricht.Aber auch Konrad von Mure legt in seinem kurzen Referat über Cicero im Repertorium(ed. Basil. ca. 1472) p. 279 ein nicht unbedeutendes Wissen bezüglich der Werke an den Tag.

75. Lupus von Ferneres.

Lupus der Beiname Servatus stammt nicht von ihm selbst warder Sohn des Bayern Antelm und der Frankin Frotildis und ist um 805geboren. Unter dem Abt Adalbert, einem Schüler Alchvines, trat er indas Kloster Ferneres ein und wurde etwa 828 x ) von Adalberts NachfolgerAldric zu Hraban nach Fulda geschickt, um Unterricht in der heiligenSchrift zu erhalten. Dort befreundete er sich mit dem Mönch Godescalc, a )aber auch zu Hraban trat er in ein näheres Verhältnis, denn dieser ver-faßte auf seine Bitte einen Kommentar zu den Briefen Pauli, den er demLupus nach der Rückkehr in die Heimat widmete, und Lupus korrigiertezusammen mit dem Fulder Mönch Gerolf die Erklärung Hrabans zum BucheNumeri, die der Fulder Abt an Frechulf von Lisieux sandte. Aber auchanderweit ist Lupus in Fulda tätig gewesen. So hat er für den GrafEberhard von Friaul, einen literarisch gebildeten Mann, der eine nichtunbedeutende Büchersammlung hinterließ, eine große Handschrift der ger-manischen Volksrechte geschrieben, die er mit Versen begleitete und mitBildern ausschmückte, welche die einzelnen Leges einleiten und Darstellungengermanischer Volkstypen und der Frankenkönige von Karl bis auf Lothar I.geben. Ferner verfaßte er auf Bitten des Abtes Bun von Hersfeld dasLeben Wigberts, des Stifters jenes Klosters; in der Widmung an Bun be-urkundet er genau das Jahr 836 als das der Abfassung und entschuldigtmit dem Beispiel des Sallust und des Livius, daß er es wage, Dinge dar-zustellen, die schon vor neunzig Jahren geschehen seien. Zu Freundengewann Lupus bei seinem Aufenthalt in Ostfranken den Mainzer PresbyterProbus, und vor allem Einhart, während er sich früher schon an den AbtMarcward von Prüm, sowie an dessen beide Nachfolger Eigil und Ansbaldangeschlossen hatte, alles Männer, die die literarischen und philologischenNeigungen des jungen westfränkischen Mönches auf das nachhaltigste unter-stützen konnten. Mit Bewunderung schaute er zu Einhart auf und knüpftemit ihm einen Briefwechsel an, nachdem er die in klassischem Stil gehalteneVita Karoli auf sich hatte wirken lassen, benutzt aber zugleich die Gelegen-heit, ihn um einige Bücher zu bitten. Zu Ende des Jahres 836 kehrte ernach Ferneres zurück und wurde nun unter Abt Odo das literarische Hauptdes Klosters. Auf Bitten des Mönches Waldo von St. Maximin gab er einstilistisch verbessertes Leben des heiligen Maximin heraus und im Mai 841wurde er nach Entfernung Odos in Ferneres zum Abt eingesetzt. Dochbegnügte sich der gelehrte Mann, dem die Weisheit um ihrer selbst willenerstrebenswert war, mit diesem einen Kloster, er schlug die ihm sechsJahre später angebotene Abtei St. Amand aus. Mit dem Bischof Prudentius

! ) TJeber die Unsicherheit des Jahres s.Traube, PL. 3,708 n. 3.

a ) An ihn richtete Lupus 849 einen länge-

ren Brief, in dem er eine Stelle aus Augustinde civit.dei erklärte, ep.30 p.36ff.(MG.Ep.6).

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