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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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453
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Petrus von Pisa. 453

Hieraus folgt, daß Petrus auch am Hofe nur Diakon war; ist Cheltenham. 12362 s. IX aufihn zu beziehen (Liber de diversis questiunculis cum responsionibus suis, quem iussit domnusrcxCarolus transcribere ex autentico Petri arcliidiaconi; vgl. Traube, Abh. d. Bayer. Akad.21, 676 und 726), dann müßte er nach seiner Rückkehr Archidiakonus geworden sein, denndie Notiz von Karls Bibliothekar ist natürlich der Wahrheit getreu. Ueber Alchvines Reises. Dümmler, Neues Archiv 18, 57 f. und Hauck 2,126 f., er erwähnt die Begegnung ep. 172(MG. Ep. 4, 285, 3) Dum ego adolescens Bomam- perrexi et aliquantes dies in Papia regalicivitate (also zur Zeit Desiders) demorarer, quidam Iudaeus Lullus nomine cum Petro magistrohabuit disputationem; et scriptum esse eandem controversiam 1 ) in eadem civitate audivi. IdemPetrus fuit, qui in palatio vestro grammaticam docens claruit. Forsan Omerus vester aliquidexinde audivit a praedicto magistro. Aus diesem Nachsatze geht deutlich hervor, daß Petrusnach seiner Rückkehr dem Alchvine aus den Augen gekommen sein muß; dieser beruft sichauf Angilbert, der bei seiner mehrmaligen Anwesenheit in Italien eher von ihm etwas erkundenkonnte; zugleich aber ergeben die Worte doch nicht mit absoluter Bestimmtheit, daß Petrusdamals schon tot war. Jedenfalls aber geht aus ihnen hervor das claruit ist nur eineVerbeugung gegen Karl, daß Alchvine nicht besonders gut auf Petrus zu sprechen war.Zur Stellung in der Hofschule vgl. oben Einharts Bericht. Das Verhältnis zu Karl, Paulusund Angilbert (vgl. Carm. 42, PL. 1,75) ergeben die Gedichte, s. unten. Petrus dichtet imNamen Karls Carm. 11 p. 48 und 13 p. 50 (vielleicht 36 und 87 p. 70), während 43 p. 76 viel-leicht von Alchvine verfaßt ist. Das Gedicht als Widmung der Grammatik ist Carm. 40,920 p.78, während Vs. 18 das poetische Nachwort bilden;' 2 ) Vs. 1 f. sagt er über dieEntstehung Hoc opus . . . Iam Petrus domini fecit amore sui, wozu Dümmler in Note 2richtig bemerkt Caroli Magni fortasse. Vs. 1420 scheinen eine persönliche Spitze gegenein streitsüchtiges Mitglied des Hofes zu enthalten, da hier unbedingt zum Frieden ermahntwird 3 ) (Vs. 20 lies castis).

Ausblick auf künftige Arbeiten: Hagen, Anecd. Helv. 162, 26 Et alia similia, sed quod110.1 in hac variatione nominum nunc morari non oportet, quod in siqierficio tantum discur-rimus ad expositionis ordinem, post hoc opus, si domino placuerit revertamur und p. 163,17Hoc de nominativo casu dixisse sufficiat: plura, si vita comes fuerit, 4 ) super hoc nos die-turos credentes. Zur Identität dieses Petrus mit dem Pisaner Diakon s. A. Amelli, Ars Donatiquam Paulus Diaconus exposuit p. XIV. Die Grammatikerhs. ist in der Abschrift Cheltenham.12362 s. IX erhalten, die sich s. XI in Stablo befand (s. Gottlieb, TJeber mittelalt. Bi-bliotheken S. 288 N. 144 Liber de diversis questiunculis in daniele cum prisciano et diomede 5 )und nach L. Traube (Abh. d. Bayer. Akad. 21, 676) den Vermerk an der Spitze hat, der obengegeben wurde; das Werk zu Daniel ist übrigens nach Traube S. 676 und 726 nur eineDialogisierung des hieronymianischen Kommentars, hrsg. von Martene, Vet. Script, ampl.coli. 9, 277, danach Migne 96,1347 ff. Die Gedichte Karls und Angilberts an Petrus stehenPL. 1,75 f. N. 42 und 43. Zum Todesjahr s. oben. Einhart bedenkt c. 25 (s. oben) den Petrusmit keinem lobenden Wort, wesentlich anders erwähnt er gleich darauf Alchvine, und dieser,der doch sonst gar leicht emphatisch verfährt, sagt in der oben zitierten Stelle von ihmnur claruit und'nennt ihn Carm. 4, 42. 45 f. unter den ihm wenig günstig gesinnten Mit-gliedern des Hofes (PL. 1, 222 Invida ne valeat me carpere lingua nocendo Paulini, Petri ...Mormure die tacito: Cathegita Petre valeto! Herculeo sevus clavo (so statt claro) ferit ille,caveto). Hieraus ergibt sich die Stellung des Petrus in der Hofgesellschaft, er war wenigbeliebt.

Gedichte. Um 783 (vom 10. Januar d. J. datiert der Brief des Paulus

an Abt Theudemar MG. Ep. 4, 506 N. 10) verfaßte Petrus in Karls Namen

das Gedicht an Paulus N. 11 (PL. 1, 48), in dem Paulus 8, 13 gebeten

wird, im Frankenreiche zu bleiben und die Hrotrud begleitenden Geistlichen

im Griechisch zu unterrichten. Auf einen besonders freundlichen Ton ist

das Gedicht nicht gestimmt, es erscheint eher kühl und die Schmeichelei

in 5, 13 ist absichtlich stark (der 2 erwähnte Tertullus Tertullus in

artibus könnte der bei Charisius (Keil, GL. 1, 340, 34) erwähnte Tertullus

') Daß Petrus die Sache des Christen- | nicht unterschreiben, da doch der frater nicht

tums gegen den Juden führte, wie Hauck | Petrus, sondern der Bruder des Paulus ist.

2,155 f. meint, ist möglich, aber nicht sicher. 4 ) Ganz ähnlich Paulus diaconus Ep. 4,

2 ) Vgl.Hagen, Anecd.Helv.p. XXXVIII 506, 24 (an Adelperga) und 508, 28 (an Karl),und XCVI adn. 5 ) Ob sich hierin die aus Martinsberg

3 ) Was aber Hauck 2,156 und n. 6 aus 1093 (B.71,58) genannte Interrogatio PetriCarm. 15, 29 f. herausgelesen hat, kann ich verbirgt?