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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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449
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Hogers von Werden Musica Enchiriadis. 449

Bedas zweites Buch über die Zeiten und dessen Quelle, die Saturnalien desMacrobius, um dann auf die Epakten näher einzugehen. Hierauf folgt dieBestimmung der Sonnen- und Mondmonate nach Beda, und nach derselbenQuelle wird der Saltus lunae behandelt, desgleichen die tägliche Erscheinungs-zeit des Mondes. Dann wird über Sonnen- und Mondfinsternisse gehandelt,sowie über den Zeichenstand des Mondes. Wichtiger ist dann die Bestimmungdes Inkarnationsjahres. Die ältesten Handschriften des Werkes ergebennämlich hier das Jahr 900 oder 903, die späteren Abschreiber aber habenfast regelmäßig ihr eigenes Jahr eingesetzt, so daß die Bestimmung derZeit des Helperic früher hiernach ganz verschieden ausfiel. Auch über dieIndiktionen, Epakten und Konkurrenten, sowie über die Bestimmung desJahres vom Schaltjahr an wird kurz gehandelt, ausführlicher über denMondzyklus und über die Bestimmung des Osterfestes, dem die sämtlichenSclilußabschnitte gewidmet sind, wenn man von einer Anweisung zur Be-obachtung der Äquinoktien und Solstitien absieht. Das Werk ist im ganzendürftig und begnügt sich meist mit kleinen Exzerpten aus Bedas Schriftüber die Zeiten, aber gerade diese Beschränkung hat ihm lange Lebens-dauer gesichert.

Ueberlief erung. Benutzt wurde der Komputus von Arnulf von Avignon in seiner 1026geschriebenen Chronik (Matrit. E e 40, s. Neues Archiv, 6,302), von Gerland von Besancon(um 1084) in seinem Komputus, von einem Nachfolger Gerlands (z. B. im Bern. 520) nachPez, Thes.2 p.XXV, und von Philipp von Thaun, der zu Anfang des 12. Jahrh. einen Kom-putus in französischen Versen schrieb. Die ältesten Erwähnungen des Werkes in altenKatalogen gehören s. XI nach Gorze (Rev. Bened.22, 6, 96), in eine unbekannte französischeBibliothek (Delisle, Le cab. 2,447) und nach Minden (B.54,25f.); im 12. Jahrh. werdensie sehr häufig, s. Becker p. 313, doch fehlen hier die Angaben von Brogne Cluni,Fecamp, Lyre, St. Evroult, Tournai und Vaux de Cemay. Im 13. Jahrh. sind kontinentaleAufschriften in Lisborn, Heilsbronn, Rolduc, Pegau und Pontigny, englische in Glastonbury,Reading, Canterbury, aus späterer Zeit in Coventry, Lanthony. Canterbury; die spätestenüberhaupt sind aus Bayeux 1436, Leicester s. XV und Fulda s. XVI. Merkwürdig ist. daßdas Werk in den gedruckten alten Katalogen aus Italien gänzlich fehlt. Diesen häufigenAufschriften entspricht die große Zahl der Handschriften, die, wie jene, den Namen desVerfassers ungemein variieren, so daß Traube auf die Vermutung kam, es sei Heiric vonAuxerre gewesen; 1 ) doch ist diese Vermutung wieder fallen gelassen worden, s. Watten-bach 1,333. Hss.: Monac. 14070 s.X; Palat. 1341 s. X; Monac. 4563, 4622, 9560, 10270s.XI. Paris. 7518,12117 s.XI. Vatic.reg. 1573 s.XI. Monac. 17145 s.XII. Paris, nouv. acq.456s. XII. Vat. reg. 1723 s.XII.' 2 ) Ausgabe von Pez, Thesaurus anecdotorum 2, 2,182, danachMigne 137,1748. Der Brief an Asper aus einem verlorenen Viconiensis bei Mabillon,Anal. vet. p. 431, jetzt in kritischer Ausgabe nach Vat. reg. 1530 s. XI und Paris. 7419 s. XIIund 7420 s. XIII von Dümmler, MG.Ep.6, 117 N.7, mit dem Prolog und Epilog als N. 8.

Quaestio. Die kleine Schrift steht als c. 14 in Pseudo-Alchvine de divinis officiisimBerol. Phillipp. 1711 s. XI, Paris. 9421 s.XI, Trevir. civ. 1736 s.XI, Metensis 221 s. XI.Dusseldorp.C91 s.XI. Ausgaben: Alcuini op. ed.Frobenius2,2,480, Migne 101,1211; kritischeAusg. von Dümmler, MG. Ep. 6,121124. Vgl. Mabillon, Anal. vet. p. 432 und Traube,Neues Archiv 18, 93, wo aus stilistischen Uebereinstimmungen der Beweis von der Zugehörig-keit zu Helperic geführt wird.

65. Hogers von Werden Musica Enchiriadis.

In einer großen Zahl von Handschriften des 9. bis 15. Jahrhundertsfindet sich ein musikgeschichtlich sehr wichtiges Werk, die Musica Enchiriadis,

tom. 42, 74 Über Ulprici) bis Heiricus undHeriricus.

') Neues Archiv 18, 73 ff.2 ) Die Namen gehen von Helpericus (auchÜlpricus, s. Bull. soc. d'hist. de Paris etc. 1886

Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. £v