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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Paulinns von Aquileja. 369

die auf dessen Befehl geschriebenen Libri tres adversus Felicem, der Brief aus Paris. 2846s.X, hrsg. MG. Ep.4,522 N.17. Zu dieser Schrift s. Giannoni S. 6675, Hauck S. 306f.,zu Alchvines Schriften gegen die Spanier s. Hauck S. 300 (und n. 2) f. und S. 302. l ) Ver-hältnis zu Alchvine s. Giannoni S. 112 f. Poetischen Briefwechsel Alchvines mit Paulinbezeugt Ale. carm. 17, 3 ff. p. 239 Ut clignas valeam Paidino dicere grates, Mellifluis nostrasimisis qui impleverat aures, vielleicht auch Ale. ep. 60 p. 103, 25 ff., sonstigen BriefwechselAle. ep. 86 p. 128; 95 p. 139; 99 p. 143 (p. 143, 10f. macht Alchvine auf die Schwierigkeitdieses Verkehrs aufmerksam); 139 p. 220. In ep. 157 p. 256, 1 ff. beschwert er sich bei Arnvon Salzburg, daß er ihm nichts über Paulin mitgeteilt habe, und ep. 208 p. 364, 4 bitteter Arn, saluta eum (sc. Paulinum) mitte milies. Die Grabschrift auf Paulin steht Ale. carm. 19(PL. 1. 240). Den Tod melden Ann. Lauriss. min. 802 (MG. SS. 1, 120) und Ann. Puld. 802(ed. Kurze p. 15). Von seinen Schriften berichtet Walahfrid de exord. et increm. c. 25(Migne 114,954D) Traditw siquidem Paulinum Foroiuliensem patriarcham saepius et maximein privatis missis . . . hymnos vel ab aliis vel a se compositos celebrasse. Gedichte von ihmwerden wahrscheinlich genannt in Montecassino s. XI (Neues Archiv 32, 662 und GiannoniS. 118). Auf ein persönliches Andenken aus Ludwigs I. Zeit bei Ermoldus Nigellus in hon.Hludov. 1, 562600 (PL. 2, 22 f.) macht Giannoni S. 111 aufmerksam. Die mittelalterlichenLiteraturgeschichten wissen nichts mehr von Paulinus. Möglicherweise gehört ihm aber eineAufschrift aus Konstanz s. IX (B. 15, 199) Paulinus magister in tres epistolas Pauli ad He-hrtos, Titum et Philemonem volumen I; ist das Werk auf ihn zu beziehen, so würde dieseSchrift natürlich vor 787 fallen. Unwahrscheinlich dürfte dies Verhältnis nicht sein.

Schriften. Die meisten (s. Giannoni S. 115ff.) fallen als theologische 2 )nicht in unser Gebiet. Alchvine zollt der Schrift gegen Felix hohes Lobep. 208 (MG. Ep. 4, 346, 5 Libellum vero catholicae fidei quem domno regi di-rexit (sc. Paulinus) perlegebam et satis mihi placuit in eloquentia sua et infloribus dictionum et in fidei ratione et in testimoniorum auetoritute, ita utnihil his addi de quaestionibus nuper habitis inter nos et partes Felicianasopus esse arbitrabar. Mit diesem Werke hat Paulin sein schon früher ge-schriebenes Gedicht Regula fidei verbunden, 3 ) das im Paris. 2846 s. X darauffolgt. Vielleicht meint Alchvine ep. 139 p. 220, 26 Quam plurimis vero pro-fvturum et pernecessarium fecistis opus in catholicae fidei taxatione dies Gedicht,wie Giannoni S. 76f. 119 darlegt. Das Gedicht ist sehr wortreich und bringtdas Symbol in Verse, woran sich eine Aufzählung der Ketzer schließt; esist besonders nach Aldhelm, Sedulius und Juvencus gearbeitet.

Der Liber exhortationis an Erich, den Markgrafen von Friaul ge-richtet. Alchvine hatte 796 den Paulin an Erich warm empfohlen, s. ep. 98p. 142, 21 si tibi doctor egregius et pius caelestis vitae praeeeptor Paulinus meuspraesto non esset . . . lllum habeas tibis salutis aeternae consiliatorem. Die Folgedes Verkehrs beider Männer (s. Giannoni S. 106 ff.) war dies Buch der Er-mahnung, eine Art Fürstenspiegel, der freilich sehr wenig selbständig ist,da er zum großen Teil aus Pomerius de vita contemplativa und aus derSchrift Admonitio ad filium spiritualem abgeschrieben ist, s. Hist. litteraire4, 289f.; Madrisius, Paulini opera p. 196; Ebert 2, 90. Auf den frühzeitigenTod Erichs (799) dichtete Paulin ein rhythmisches Gedicht, nach der Auf-schrift im Paris. 1154 s. IX 4 ) Versus Paulini de Herico duce. Es besteht ausfünfzehn Strophen zu je fünf rhythmischen jambischen Trimetern, die oftAssonanz zeigen. Schon in der Wahl des Maßes spricht sich die persönlicheTeilnahme des Dichters am Tode des vortrefflichen Mannes aus; im Gedichte

1 ) Karl sandte die zweite Schrift wegen ! geht Giannoni S. 116 ein (adv. Felicem 3,12der Anbringung von Korrekturen an Alchvine ' bei Madrisius p. 154 f.).

zurück, s. Ale. ep. 172 p. 284, 13 ff. 3 ) Vgl. Dümmler, PL. 1, 124.

2 ) Auf die kritische Arbeitsweise Paulins ' 4 ) Schriftprobe PL. 1 tab. II N. 2.Handbuch der klass. Altertumswissenschaft. IX, 2. 24