Hincmar von Rheims. Prudentius von Troyes. 349
! in St. Bertin und ist im alten Katalog dieses Klosters s. XII (B. 77) wahrscheinlich als N. 100mit Regum registrum bezeichnet; 1 ) Abschrift davon ist Bruxell. 6489—6451 s. XI. Uebersonstige Hilfsmittel zur Kritik s.Waitz, Berl. SB. 1883 S. 118 ff. Ausgaben von Pertz, MG.SS. 1,419—515, vonWaitz, Hannov. 1883. Ueber die Annalen vgl.Wattenbach 1,323—326.
Von Hincmars Briefen haben sich gegen achtzig Stück erhalten. Siebieten weniger Privatkorrespondenz, als vielmehr wichtige politische, be-sonders kirchenpolitische Aktenstücke an den Herrscher, an Synoden, anBischöfe und Päpste. Manche gehen über das Maß des gewöhnlichen Briefeshinaus und bieten kleinere oder größere Abhandlungen. Nur wenige dieserBriefe gehen auf literarische Fragen ein, wie N. 23 (Migne 126, 153), woHincmar die Übersetzung der Passio s. Dionysii von Anastasius an KaiserKarl III. sendet und sich über das Werk ausspricht. Von Frankreich ausverbreiteten sich einzelne Sammlungen der Briefe über Metz nach Deutsch-land, wo man solche in Michelsberg und Wessobrunn und in einer un-bekannten Bibliothek trifft, vgl. Manitius, Neues Archiv 32, 679. Ausgabebei Sirmond tom. 2 und Migne 126, 9 ff.
Die von Hincmar gekannten alten Autoren zählt Schrörs S. 466 n. 52auf, Berichtigungen von Traube, PL. 3, 408 n. 1, beides unvollständig. Selbst-verständlich führt Hincmar den Vergil an, vgl. Migne 125, 89 B. 114 A.838 D. 883 B und 126, 383 B. Außerdem führt er Servius an (vgl. 126, 383B),! den er außerdem 125, 959 B (zu Aen. 11,271) benutzt. Horaz wird an-geführt 125, 993 C und 126, 451B (mit Änderung) und 125, 960 B (ab-geändert), also vielleicht überall erst aus zweiter Hand. Eine Stelle ausTerenz (Andria 1, 1, 41) erscheint 125, 833 C. Die sog. Catonis monostichawerden 126, 379 A mit drei Versen (10. 59. 35) angeführt. 2 ) Von Juvenalerscheint ein Vers 125, 873D, aus der Anth. lat. wird 125, HIB der Vers181, 3 angeführt. 3 ) Aus der christlichen Dichtung kennt Hincmar denPrudentius (125, 528 C. 529 A), Sedulius (126, 412 B. 125, 479 B. 530 D. 560 B.564B), Ambrosius (vgl. Wiener Sitzber. 121, VII, 23 f.), Prospers Epigrammeund De ingratis (vgl. ib. S. 10 f.), das Carmen de Providentia divina (vgl.ib. S. 14), 4 ) Arator (125, 562 und 563), Boethius (125, 88 C. 126, 303 B).&)Hierzu kommt von Prosaschriften einiges.
Besonders wichtig ist hier in causa Hincm. Laudun. c. 10, wo Hincmarüber die Bedeutung des Wortes promulgare schreibt und eine ziemlicheLiteraturkenntnis an den Tag legt. Zunächst führt er 126, 317 A eine Stelleaus den Svnonyma Ciceronis an. Hierauf nimmt er auf Nonius MarcellusBezug (126, 317A = Nonius ed. L.Müller 1, 268, 23f.); dies ist wohl dasälteste Zitat aus diesem Schriftsteller aus fränkischer Zeit. Von Noniushat es keine merovingische Hs. gegeben, der Archetypus war aus Capitalisrustica abgeschrieben und zeigte insulare Schrift, da ihn Iren oder Angel-
Damit stimmt der Inhalt der Hs., den | mesiani Cynegetica s. oben.
Waitz, Berl. SB. 1883, 115 angibt; daselbstS. 115 ff. über orthographische und grammati-sche Eigentümlichkeiten der Hs.
2 ) Die Ueberlieferung weist auf Montepess.306 oder Leid. Voss. Q 86 s. IX, vgl. Baeh-rens, PLM. 3, 209 f.
3 ) Allerdings in der Passung, die denExempla div. auct. 58 (ed. Keil p. IX) und Mi-con (PL. 3, 292 N. 356) entspricht. — Zu Ne-
4 ) Die Gedichte de ingratis und de pro-vid. divina werden mit Namen nur in St. Oyan(s.Manitius, Rhein.Mus.47 Suppl. S.115)an-geführt, wo auch Nemesians Cynegetica alleinerwähnt werden; vgl. außerdem S. 116 zu St.Amand und Corbie.
5 ) Aus den Opuscula Sacra größere An-führungen 125,522 B—523B, außerdem 523 Dund 537 A B.