Johannes Scottus.
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handelt, so die scherzhafte Erzählung vom Tode eines Hammels in c. 41,
ff0 Vs.l05ff. an die Fabel vom Wolf und Schaf und die Grabschrift 133 ff.
an eine Stelle im Brunellus des Nigellus Wirecker erinnert; Vs. 113—116
streifen an die Tier sage. Gedichte für Bilder sind 48 und 82, eklogenartig
ist 81 De Bosae Liliique certamine mit dem Frühling als Schiedsrichter. —
Zweifelhaft ist dagegen die Autorschaft bei den acht kurzen Gedichten aus
Bern. 363 s. IX f. 194b. 196b. 197b, die, wie die Hss. selbst, kaum von
Sedulius, sondern aus seiner Umgebung stammen. Und das gleiche ist der
Fall mit den zwei weiteren Gedichten p. 238 f. aus Sangall. 904 s. IX f. 40,
die ebenfalls nicht dem Sedulius zuzusehreiben sind, s. Traube S. 347. Auf
Verwechselung mit Theodulf (Carm. 33, 3, 8 p. 526) beruht es, wenn in den
Quaestiones gramm. cod. Bern. 83 bei Hagen, Anecd. Helv. p. 186, 22 gesagt
wird Sedulius: lue loquebatur, nos stupebarmis ait. 1 )
Frühere Ausgaben s. Potthast 2 S. 1005. Gesamtausgabe von Traube, Poet. lat. aeviCarol. 3,166—240, vgl. S. 152—154. Im allgemeinen: Ebert 2,191—202. Traube. Abh. d.Bay. Akad. 19, 338—372. Hellmann, Sedulius Scottus.
46. Johannes Scottus.
Wenn zur späteren Zeit Ludwigs des Frommen und während des Bruder-kriegs vielfache Klagen über den Verfall der Studien laut werden, so istdas für die vom Kriege betroffenen Gegenden unbedingt zuzugeben, aberim allgemeinen sind diese Klagen unberechtigt. Denn nach wie vor blühtendie Wissenschaften in den Teilreichen und erhielten auch von den Höfenunausgesetzt Begünstigung. Die Berechtigung zu solcher Klage läßt sichwohl aber in einem Punkte nicht ganz absprechen. Man fühlte nämlichohne Zweifel nicht mehr den früheren Mittelpunkt des Gesamtreiches, dieZentralisation war weggefallen und das ganze Reich gleichmäßig betreffendeFragen wie früher gab es nicht mehr. So war wohl scheinbar eine Ver-änderung eingetreten, doch der starke wissenschaftliche und literarischeBetrieb, der zur Zeit Karls des Kahlen für Westfranken außer allem Zweifelsteht, läßt einen wirklichen Niedergang nicht erkennen. Auch nahm Karlselbst regen Anteil an den Studien und beförderte wohl auch das Schön-schreiben. So ist sein Psalter, zwischen 842 und 846 geschrieben (heuteParis. 1152), 2 ) und auch sein Gebetbuch (zwischen 846 und 862) 3 ) vonbesonders schöner Schrift, beide Bücher sind mit Miniaturen geschmückt;eine besondere Bereicherung bilden die Gedichte, die ihnen beigegeben sind.Berühmt sind ferner seine beiden Bibeln, deren eine (Paris. 1) ihm 850 vomAbt Vivian von St. Martin überreicht wurde und wohl auf die Bibel Alch-vines zurückgeht. 4 ) In der andern (Paris. 2), die wie die erste mit Miniaturen
c. 58 angeredet wird. Dieser war sicher einKleriker, vgl. 33 Es pater inter patres Et so-phus inter sophos, Imbres seris dicaces Exflumine Iordanis. Nam instruis perfusus Cae-lesti rore mentes Et construis sublimem Ten-iens in astra turrim. Er war also Presbyteroder Scolasticus und zugleich Baumeister undhat vielleicht den c. 1, 15 ff. erwähnten Turmgebaut.
') Doch scheint die Interpunktion bei
Hagen a. a. O. nicht richtig zu sein, so daßwohl mederetur zu Sedulius zu ziehen ist.
2 ) Vgl.Delisle, Le cab. des mscr. 3, 320.Traube, PL. 3, 241. 243.
3 ) Heute Reg. Bavar. thes. B. 63; vgl. E.de Schauss, Catal. Monac. 134. "W. Meyer,Münch. SB. 1883. 424 f.
4 ) Vgl. Delisie, Le cab. 3,234f.; Schrift-probe Planches 20, 4. 6.
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