Die Chronik des sogenannten Fredegar und Fortsetzungen. 223
Mai, SS. vet. nova coli. 3, 2, 239). Vortreffliche Ausgabe von F. Haase im Bresl. Univers.-progr. zum Geburtstag d. Königs 1853.
Die andern Werke des Gregor, zu denen kürzlich der von M. Bonnet(Ausgabe von Krusch p. 821—846) herausgegebene Liier de miraculis b.Andreae apostoli gekommen ist, gehören sämtlich der Heiligenliteratur 1 )an und sind daher hier auszuschließen (In gloria martyrum p. 484—561.Lib. de virtutibus S. Iuliani p. 562—584. Libri IUI de virtutibus S. Martinip. 584—661. Liber vitae patrum p. 661—744. Liber in gloria confessorump. 744—820; dies sind die ,libros ... septem miraculorum unum de vitapatrum', die Gregor Hist. Fr. 10, 31 p. 449, 6 nennt). Zu den von Kruschaufgeführten Hss. kommt Taurin. A 216 s. X hinzu.
35. Die Chronik des sogenannten Fredegar und Fortsetzungen.
Mit diesem Namen, der wahrscheinlich aus einer Stelle der Chronikdurch Goldast vermutet worden ist (Krusch p. 123, 16 sed carius las GoldastFredcarius und veränderte dies in Fredegarius; vgl. G. Schnürer, Die Verf.d. sog. Fredegar-Chronik, Freiburg, 1900 S.254f., und überhaupt S. 237—259)bezeichnet man seit Freher (nach Goldast) das einzige größere Geschichts-werk, das aus dem 7. Jahrhundert stammt. Es besteht aus vier Büchern,nämlich dem Liber Generationis, 2 ) dem Cronece Gyronimi scarpsum mit derChronik des Idacius, dem Scarpsum de cronica Gregorii und dem Croneceliber quartus. So wenigstens ist es in der besten Hs., dem Paris. 10910s.VII— VIII erhalten, vgl. B. Krusch, Neues Archiv 7, 423; 250ff. Der In-halt dieser vier Bücher ist folgender: 1, 1—24 ist der Liber Generationis desHippolytus (verfaßt 235, s. Krusch, Neues Archiv 7, 456f.) mit einem Ver-zeichnis der jüdischen Könige (Quelle unbekannt); 25 ein Papstkatalog bis642 (Quelle unbekannt); 26 eine Chronik bis 641 (Quelle unbekannt).2, 1—49 ein interpolierter Auszug aus der Chronik des Hieronymus; 49—56ein Auszug aus Idacius; 57 und 59 wahrscheinlich ein Auszug aus (ver-lorenen) Gesta Theoderici regis; 58 eine fabelhafte Erzählung über Chlodo-vech und Alarich IL; 60 und 61 Stücke aus der Wandalengeschichte;62 Erzählung von Justinian und Belisar (57—62 fast ganz aus unbekanntenQuellen). 3, 1—93 Auszug aus Gregor von Tours hist. Franc. 2—6 (mitvielen Erweiterungen, die zum Teil auf ein burgundisches Annalenwerkzurückgehen). 4 Prolog, der teilweise aus dem des Hieronymus zur Chronikgenommen ist; 1—24 weitere Überarbeitung der burgundischen Annalen;24—39 Bericht eines Zeitgenossen über burgundische Ereignisse 603—613,darin c. 36 Auszug aus dem Leben Columbans von Jonas; 40—90 selb-
*) Mit den Sagen, aus welchen die vonGregor gesammelten Wundergeschichten er-wachsen sind, beschäftigt sich Gr. O s t e r h a g e,Bemerkungen zu Gregor von Tours kleinerenSchriften, Progr. Berlin 1895. Danach warenheidnische Vorstellungen zu jener Zeit nochganz allgemein verbreitet und die Kirche hatsich ihrer gar wohl bedient.
2 ) Daß die beiden Fassungen dieses Wer-
kes hier und beim Chronographus a. 354 tat-sächlich eine hier und da verkürzte TJeber-setzung aus der Chronik des Hippolytos dar-stellen, wie Krusch, Neues Archiv 7, 456ff.erwiesen hatte, hat A. Bauer, Texte undUntersuchungen z. altchr. Litt. NF. 14, Heft 1(1905) aus dem Matrit. graec. 121 mit Evidenzdargelegt.