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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Arator. 153

setzte hier seine Studien fort und fand in Ennodius' Neffen Partheniuseinen Ersatz für seinen väterlichen Freund. Parthenius scheint sich durchKenntnisse in der Rhetorik ausgezeichnet zu haben und er führte denjungen Mann in die ältere Prosa und Poesie ein, wie er z. B. mit ihm Caesarlas. Aber auch die christliche Poesie studierte Arator unter Parthenius'Anleitung, so die Hymnen des Ambrosius und die Gedichte des Decentiusund Sidonius. Daneben war Arator selbst unausgesetzt mit poetischen Ver-suchen beschäftigt. Als er aber dem Parthenius auch Gedichte widmete,die die heidnische Mythologie behandelten, wurde er von ihm gebeten,seine Begabung lieber der christlichen Dichtung zu widmen. Arator gelobtesich damals, falls er dereinst eine würdige Dichtung in christlichem Sinneverfassen werde, sie als Dank an Parthenius zu senden, wo dieser auchimmer weilen werde. Zunächst schwebte ihm eine Dichtung über diePsalmen vor, dann eine poetische Bearbeitung der Schöpfungsgeschichte;aber beides verflüchtigte sich wieder, und es sollte geraume Zeit dauern,bis ein anderer Vorwurf bei ihm sichere Gestalt annahm. Wahrscheinlichblieb er nach Beendung der Studien in Ravenna und wurde hier Anwalt.Seine Begabung zur öffentlichen Rede machte ihn bald berühmt und sogewannen ihn die Dalmatiner als Sprecher ihrer Gesandtschaft an KönigTheoderich im Jahr 526. Unter der Herrschaft Athalarichs wurde er wahr-scheinlich durch Cassiodor, der seine Begabung und sein Wissen schätzenmußte, an den Hof gezogen, wo er zum Cornea domesticorum und schließlichzum Cornea privatarum erhoben wurde. Doch als die Kriegsereignisse dasReich härter bedrängten, zog er sich aus dem Staatsleben zurück und gingnach Rom, wo er Subdiakonus wurde. Jetzt erst scheint sein langgehegterPlan zur Ausführung gekommen zu sein, zu dem ihn einst Partheniusbewogen hatte. Die Verbindung mit der römischen Kirche und mit demPapst Vigilius (537555) legte es ihm nahe, einen Stoff zu behandeln, inwelchem Petrus (mit Paulus) die Hauptrolle spielte. Er wählte daher dieApostelgeschichte, die er zu einem Epos in zwei Büchern umdichtete. Alser das Werk vollendet hatte, übersandte er es dem Abt Florianus, 1 ) derwahrscheinlich das Kloster Romenum im Mailänder Sprengel leitete undSchüler des Caesarius von Arles gewesen war; Arator kannte ihn, an denEnnodius zwei Briefe richtete, jedenfalls aus jüngeren Jahren. Da Florianusgroße Belesenheit mit bedeutenden Kenntnissen verband, so bat ihn Arator,an seinem Werke zu bessern, was er für tadelnswert befinde. Ob dasgeschehen ist, wissen wir nicht. Jedenfalls wurde das Werk bald darauf am6. April 544 mit einem Widmungsgedichte dem Papst Vigilius überreicht: inder Widmung bekundet Arator seine Hingebung an den Papst und die Ver-dienste, die sich die römische Kirche um ihn erworben. Die Überreichungselbst geschah in feierlicher Versammlung des römischen Klerus, und nach-dem ein Teil des Gedichts vorgelesen war, wurde die Handschrift dempäpstlichen Obernotar Surgentius zur Aufbewahrung übergeben. Bald darauf

') Es ist vielleicht derselbe Florianus. im Ambros. I 85 sup. s. XV f. 6 a hervorgehtvon dem sich im Ambros.074sup. s. IX f. 117 a j (Sapiens nomine Florian/' ... Prefatio Flo-ein Gedicht auf Prospers Epigramme findet, , riani). vgl. C. Pascal, Letteratura latina me-"wie aus dem anonymen Kommentar zu Prosper | dievale (Catania 1909) S. 57 ff.

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