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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Bonifatius. Lul.

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virginum mag sogar für den Stoff vorbildlich gewesen sein, der allerdingsauch in Bonifaz' lehrhaftem Wesen begründet lag. 1 ) Soviel aber stehtfest, daß er sein Vorbild nicht erreicht hat. Denn Aldhelm ist kluger-weise abstrakten Stoffen in seinen Rätseln meist ausgewichen, Bonifazbehandelt solche allein, und insofern liegt in seinen Rätseln ein ausschließ-lich lehrhaftes Element. Insofern erinnern seine Rätsel an die Tatwinesund Hvaetberchts, und daß Berührungen zwischen den Rätseln dieser dreiDichter stattfinden, wies ich nach Wiener Sitzber. 112, 613; wahrscheinlichfußen Tatwine und Hvaetbercht auf Bonifaz als Vorgänger, 2 ) und das istzeitlich auch gut möglich, denn Erzbischof Tatwine starb 734 und mit demAbt Hvaetbercht stand Bonifaz in Korrespondenz (s. ep. 76 p. 348 aus denJahren 744747). Der Schwierigkeit, seine Rätsel zu raten, ist übrigensBonifaz eingedenk gewesen, und er hat daher die Auflösungen stets in einAkrostichon gehüllt, das in einem Falle (Vs. 2134) sogar künstlich ver-schlungen ist; auch hierin zeigt er sich als Nachahmer Tatwines, derähnliche Künsteleien angebracht hat, s. Manitius, Gesch. d. christl. lat. PoesieS. 502 f. Zur Hilfe bei der Lösung dienen übrigens auch öfters biblischeStellen, die auf das betreffende Stoffgebiet hinweisen und dem Wortlauteinverwebt sind. Der Stoff bringt es mit sich, daß der sinnige Scherz, dersich in den Rätseln der unmittelbaren Vorgänger, besonders Aldhelms,offenbart, ganz ausgeschaltet wird, und man hat es daher mit rein didak-tischer Poesie zu tun, die stark theologische Färbung zeigt.

Die älteste Ueberlieferung bieten zwei Blätter im Paris. 13046 s. VIII, von zwei insu-laren und einer kontinentalen Hand wohl in Fulda geschrieben, 60 Verse enthaltend; s.Traube, Neues Archiv 27, 211 ff. (212 f. die Kollation). Andere Hss.: Petropol. F. XIV 1s. VIIIIX; 3 ) Turic. C. 78. 451 s. IXX; Cantabrig. Gg. 5. 35 s. XI; Vat. Pal. 591 s. XV unddie zwei oben genannten: danach kritische Ausgabe von Dümmler, PL. 1, 115 (vorherteilweise aus Kings libr. 15 B XIX von Wright, Biogr. Britann. 1, 3321, ganz Giles, Boni-i'acii opora 2, 109115; aus dem Palat. hrsg. von Bock. Freiburger Diözesanarchiv 3, 221bis 267). Weitere fragmentarische Hs. (35 Verse) Laurent. Strozz. LXXXI s. IX f. 4647,s. Dümmler, NA. 27. 215 f. (Kollation).

Briefe. Die wichtigsten Schriften hat uns Bonifaz in seinen Briefenhinterlassen, von denen mehrere Sammlungen überliefert werden, die sichaber auch auf Aldhelm und Lul und andere Angelsachsen erstrecken unddaher erst allmählich angelegt wurden. So sammelte man nicht nur Bonifaz'eigne Briefe, sondern auch die der Päpste und der Personen, mit denenBonifaz im Briefwechsel stand. Über die Entstehung der beiden Sammlungens. Hahn, Forsch, z. deutsch. Gesch. 15. 97115; jedenfalls sind sie nichtchronologisch angelegt worden, die Reihenfolge in beiden bindet sich nichtan die Zeit. Ehedem gab es eine Hs. in Canterbury 12851331 (Edwards,

') Außerdem mag die Psychomachie desPrudentius, die von Bonifaz benutzt wird,vorbildlich gewirkt haben.

2 ) Den Rätseln Aldhelms viel näher stehendie Aenigmata Anglica, die Dümmler imAnhang PL. 1,20 ff. aus Palat. 1753 s.IX f. 115.117 herausgab. Sie behandeln ausschließlichkonkrete Begriffe und da sie auf den RätselnAldhelms, Tatwines und Hvaetberchts fußenund an einem Orte stehen, wo Bonifazisches

überliefert wird, so ist an ihrem angelsächsi-schen Ursprung s.VIH nicht zu zweifeln. Vgl.außerdem Dümmler, Ztschr. f. dtsch. Altert.22, 262 f. (über die Deutung) und 421 f.

3 ) Ist die Hs. N. 170 des Katalogs vonCorbie 1200 (Becker 136); die Rätsel werdendort nicht genannt und verbergen sich wohlin den Worten multa alia de diversis. Vgl.Gillert, NA. 5, 256.