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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

nahe zur Anwendung von Gewalt gekommen sei. Eine weitere Kontroversebildet für Virgil der Genetiv von alius; unter dem Verhör der wichtigstenZeugen entscheidet er, daß das Wort diesen Kasus nicht besitze. DieseStreitigkeiten lassen schon ungefähr in den Inhalt von Virgil s grammatischerSchriftstellern einen Einblick tun. Sind seine Angaben richtig, so hat erauser seinen Epitomae die Widmung fehlt und den acht Briefen anden Diakon Julius Germanus sie sind später als die Epitomae ge-schrieben vor den nach 630 verfaßten Epitomae zwölf Briefe an denDonatus nach Born geschrieben, in deren einem er über das sapphischeund das heroische Versmaß handelte. In einem anderen Werke, das vonAbbo von Fleury benutzt wurde, scheint er über Maße und Gewichte ge-schrieben zu haben. Vor die an Julius Germanus gerichtete Sammlungaber fällt eine andere von fünfzehn Briefen, die er an einen Fabianus nachAfrika gerichtet haben will, der damals noch nicht zum Christentum über-getreten war. Und zweitens will er an die Heiden ein Werk über dieSchöpfung der Welt gerichtet haben, dessen Eingangsworte er mitteilt.Dieser Titel scheint freilich wenig glaublich, denn Virgil kann wegen seinerstarken Benutzung von Isidors Et3 r mologien erst nach 630 seine Epitomaegeschrieben haben, und damals war Gallien längst christlich. Allerdingsscheint manches Werk aus der Umgebung Virgils noch deutliche Hinweiseauf die heidnische Zeit enthalten zu haben. Jedenfalls wird die schrift-stellerische Tätigkeit Virgils, von dem sonst weiter nichts bekannt ist,dadurch fixiert, daß sie nach Isidor und vor das Zeitalter Aldhelms undBedas fällt.

Zeugnisse. 1 ) Den Beinamen Maro will Virgil von seinem Lehrer Aeneas erhaltenhaben, vgl. p. 92,17 ff. Abbo von Fleury berichtet in seinem vor 980 verfaßten Comment.in calculum Victorii (vgl. A. Mai, Class. auct. 5,849 n. 1) Scripulus appenditur XVI granislentis licet Virgilvus Tolosanus' 2 ) in suis opnsculis asser.at pensari XVIII granis hordelannumerans triagrana singulis siliquis. Sein Großvater: Epit. p. 92,20 (Huemer) erat etiamaous mens Martulis vir satis gnarus et clarus vultu. hie in arte grammatica diligentissimus.Der Bruder (?) p. 17, 2 quibus vel maxime Sagillius germanus et Vitellins utuntur. Zu Aeneas(er scheint damals schon tot gewesen zu sein: p. 49,1 beatus Aeneas) 3 ) p. 34.1 cum ine Aeneassciscientem (?) adhuc rudemque discipulwn lucide vellet inbuere; vgl. p. 60, 14 ff., 62, 23 f.und besonders 92,1320. Vgl. über ihn und Cicero unten. Zu Reginus Cornilius p. 133,14et Regiment Cornüium viruni satis eloquentem graecae et hebreicae linguae promptissimumInterpretern . . . qui me quoque . . . ad se venientes benigne ac libertissime suseipiens doeuitpleno rethoricam mense artem et alio poeticam et de reliquis grammaticam et ita anno inconvictu ipsius Scolari diei noctisque usu transacto ... Zu Gratianus: p. 63,1 sed ego Gra-tiano magistro fretus, cuius in scola cleeim annos 4 ) feci. Zu Galbungus p. 60,13 omni scolaGalbungi quam et ego adivi, 136, 23 quod in Galbungi scola sumi non erat solitum; vgl.109, 15 ff., 114,10, 147, 15 f. Zu Sulpita und Istrius (oder Hesterius?) 24, 7 praeeeptoresnostri et praeeipue Sulpita atque Istrius; vgl. 91, 21 ff. Seine Mitschüler: p. 133,18 (ReginumCornüium . . .) qui nie quoque et duOS filios Juliani Donatum h ) grammaticum et Donem pritts

') Ich folge im Texte Virgils besondersder reichen kritischen Nachlese, die Stangl(Virgiliana. München 1891) gegeben hat undziehe mit diesem die Lesarten des Ambianensisvor. Man vergleiche z. B. p. 62, 64 ff. (Hue-mer) mit dem genuinen Text aus A beiStangl p. 45.

2 ) Die Abkunft aus Gallien scheint hier-nach und nach p. 137, 27 f. 31 sicher zu sein.Dazu stimmt 8,13 bigerro sermone clefabo,denn in bigerro liegt der Name Bigorre

(Quellgebiet des Adour) ausgedrückt. Dortwird die Heimat Virgils zu suchen sein.

3 ) Dem scheint allerdings p. 34, 9 f. zuwidersprechen.

4 ) Zur Zahlengabe vgl. p. 87, 23 Donatusapud Iroiam, quem ferunt mille vixisseannis.

5 ) Dieser wird freilich p. 15,9 (Donquidem discentis ( diseipuli) mei Donatigermanus frater) Schüler Virgils genannt.