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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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86 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

Die Schrift wurde noch im 8. Jahrh. von dem sog. Pseudo-Eucherius de locis sanctisexzerpiert (s. P. Geyer, Adamnanus, Abt von Jona (1895) S. 1834) und wird in altenKatalogen nur wenig genannt, nämlich in Fleury s. X (B. 29, 86), in Prüf'ening s. XII (B. 95,18),') Monte Cassino s.XV (Bibl. Casin. l.LXXXI) und bei Amplonius von Ratinck 1412 (Sehum,Amplon. Hss. S. 838) 26. 2 ) Die Zahl der überlieferten Hss. ist groß, s. P. Geyer, ItineraHierosolymitana (Wien 1898) S. XXXIX ff ; kritische Ausgabe daselbst (nach Monac. 6389 s. IX,Paris. 2321 s. X, Vindob. 580 s. XI, Ambros. M 79 sup. s. X) S. 301324, vgl. S. XLIIII ff.

Christliche Poesie. Von den jedenfalls zahlreichen Dichtungen hatsich nur einzelnes erhalten, denn Beda nennt Hist. eccl. 5, 24 (p. 359)Librum hymriorum diverso metro sive rhythmo und Librnm epigrammatumheroico metro sive elegiaco. 3 ) Das bedeutendste der erhaltenen Gedichte hataber keiner dieser beiden Gattungen angehört, es hat den Titel De dieiudieii. 4 ) Das Gedicht will den Menschen ermahnen, des Endes der Dingeeingedenk zu sein und zu diesem Zwecke schildert Beda gegen den Schlußhin sehr ausführlich die Qualen der Hölle und die Seligkeit des Himmelsund zwar unter mehrfachen Anklängen an Fortunatus (besonders Vs.143151),während die Ausmalung der Höllenstrafen sich an andere Dichter anlehnt,s. Manitius, Gesch. d. christl. lat. Poesie S. 499 n. 1. Die letzten neun Verse(Oratio Bedae) gehören nicht hierher, sie stammen fast ganz aus Eugen.Tolet. Carm. 1; s. Auct. ant. 14,232.

Daß das Gedicht wirklich von Beda verfaßt ist. ergibt sich aus der Uebereinstimmungder guten Hss.; ferner erwähnt Simeon Dunelmensis am Schluß seiner Hist. Anglica, daßBeda es dem Bischof Acca gewidmet habe. Die früher behauptete Autorschaft des PaschasiusRadbertus ist hierdurch hinfällig geworden, s. Traube, PL. 3, 42 adn. 4 und Jessen, DieDarstellung des Weltgerichts S. 5; wohl aber benutzt Paschasius in seinen Gedichten mehrereVerse daraus, s. Traube, PL. 3, 4650 in den Noten. Sonst wird das Gedicht benutztvon Aiigilbert C. 3, 19 ff. (PL. 1, 363), von Angilbert von Corbie (Mabillon, Anal. vet. 425),von [Alcuini] Carm. CXXIV, 4 (wo Traube nach De die iud. calentes korrigiert), vielleichtvon Engelmodus Carm. 3, 61. Ferner ist Mico, De lurgone meribibulo 1 (PL. 3, 362) ausDe die iud. 1 entstanden. Erwähnt wird das Gedicht zuerst bei Robert de Galoun s. XI(Zbl. f. Biblw. 20. 372), später in Peterborough s. XIV (Serapeum 12, Intell. 169) und in Canter-bury St. Aug. s.XV (James, The anc. libr. etc. 231) 381;") 237, 434. 435; 239, 450; 278, 781;364, 1429. Handschriften: Mus. Brit. Cotton. Domit. A. I s. IXX f. 5154b; Vatic. 636 As. XIII f. 122b. Sangall. 573 s. IXX p. 398405 (hier 154 Verse). Abdruck: Migne 94,633638.

Dies Gedicht ist in den Ausgaben fälschlich als Hymnus bezeichnet, wie man über-haupt mit der Zuerteilung der unter Bedas Namen gehenden Hymnen kaum glücklich ge-wesen ist. Sicher gehörte zu dem Hymnenbuche ein kurzes Gedicht auf die hl. Aedilthiydin 27 Distichen, das Beda Hist. eccl. 4, 18 p. 247 einführt hymnutn virginitatis . . . quem anteannos plurimos . . . elegiaco metro conposuimus. Dieser Hymnus vereinigt die Eigentümlich-keiten der Hymnen des Sedulius, denn er ist ein Abecedarius, ist in Distichen geschriebenund besitzt die Epanalepsis. In Verbindung mit diesem Gedicht, das in einigen Hss. ge-sondert überliefert wird, erscheinen in diesen poetische Paraphrasen der Psalmen 41 und 42Carmen eiusdem soliloquum de psalmo XLI compositum: Cervus ut ad fontes sitiens festlnataquarum und Carmen eiusdem de psalmo XLII Laudate altithronum; im Monac. 19451 schließtsich noch an Item eiusdem metr. versus Iacobus cephas Iöhannes Thaddens uno Spiritus ex-celsi flagrantes lumine Septem etc. Diese Hss. sind Monac. 19451 s. XI p. 212220 und San-gall. 265 s.X p. 122124; vgl. Canisius, Lect. ant. 6, 619 und Halm, Wiener SB. 50, 129.Wahrscheinlich ist diese Ueberlieferung der letzte Rest des Hymnenbuches. Hingegen ist dieZuerteilung andrer Hymnen an Beda durchaus unsicher; möglich ist. daß ihm das Gedicht Primodeus eaeli globum gehört, vgl. Ebert 1, 648; Manitius, Gesch. d. christl. lat.Poesie 500f.

') Ist vielleicht Monac. 13001. 4 ) Der Titel in der Aufschrift aus Canter-

3 ) Ist Amplon. P 64 s. X. bury St. Aug. s.XV (James, The anc. libr. etc.

3 ) Das Buch wird zwischen 767 und 781 364) 1429 Versus Bede de amaritudine pre-

durch Lul vom Abt Cuthbert von Wearmouth sentis scculi et timore futurii iudieii ist wohl

und Jarrow erbeten, s. MG. Ep. 3, 414, 31 ff. I nur spätere Erweiterung.

N. 126. Der Titel stimmt hier genau mit Bedas 5 ) Ist Cotton. Domit. A. I s. IX X.

Selbstangaben Hist eccl. 5, 24.