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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
Entstehung
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Beda.

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sächsische Verhältnisse eingeht. Die einzelnen Abschnitte des früherenWerkchens sind durch weiteres Zurückgehen auf die Quellen oder durcheigene Berechnungen ungleich ausführlicher gestaltet, und ihnen sind nichtwenig neue Abschnitte hinzugefügt worden. Der praktisch wichtigste Erfolgseines Werkes ist für die damalige Zeit jedenfalls der gewesen, daß seitdemdie dionysische Ära im Abendlande durchdrang, d. h. daß die Datierungnach Jahren der Welt in Abnahme kam und daß man fortan nach denJahren der Inkarnation Christi datierte, wie sie von Dionysius Exiguus 1 )berechnet worden war. Insofern war dies Werk Bedas für die Mitweltnoch wichtiger als sogar seine Kirchengeschichte.

Bedas beide Werke De temporibus sind aber noch aus einem andernGrunde literarisch wichtige Erscheinungen. Beide enthalten nämlich chroni-kalische Abrisse, welche den meisten Weltchronisten des Mittelalters alsUnterlage' gedient haben.

Der schon oben erwähnte Liber de temporibus ist nach Bedaseignen Angaben (c. 14 und Schluß) im Jahre 703 jedenfalls als sein ersteschronologisches Werk geschrieben. Ihm fügte der Autor als c. 1622 einesehr magere Weltchronik ein, welche eigentlich nur Isidors kleine Chronikmit hier und da angebrachten Zusätzen oder Abänderungen wiedergibt.

Hauptausgabe von Mommsen, Chron. min. 8, 225ff. nach Berol. Phill. 1831 s. IX undVat. Pal. 1448 s. X (vollständige Hss. des Werkes) und Einsidl. 167 s. IX, Sangall. 251 s. IXund Paris. 4860 s. X (die Chronik allein enthaltend); über sonstige Hss. s. Mommsen S. 241.

Ungleich bedeutender ist die als c. 66 dem Liber de ratione tem-porum einverleibte Chronik, die ein vollständiges Gerippe der Welt-geschichte bietet. Beda verfaßte das Buch und gab es heraus im Jahr 725,bis zu welchem auch die Chronik fortgeführt wurde. Sie schließt sich hieran die von 5321063 reichende Ostertafel (c. 65) und ist nach Augustinund Isidor in die sechs Weltalter eingeteilt. Doch geht Beda vielfach überIsidor in seinem Bericht hinaus und gibt mehr als sein berühmter Vor-gänger. So hat er auch namentlich die dem Isidor entnommenen sechsWeltalter, die den sechs Schöpfungstagen entsprechen, durch Hinzufügungeines siebten und achten erweitert. 2 ) Aus dem großen Quellenmaterial,das ihm zu Gebote stand und eine bedeutende Menge von Nachrichten ver-mittelte, läßt sich erkennen, welche Bücherschätze auch in dieser Beziehungdie Angelsachsen von ihren Reisen nach dem Süden mitgebracht hatten.Allen anderen Werken voran steht natürlich das Werk des Eusebius-Hieronymus. 3 ) Es folgen die Chroniken von Prosper (vielleicht bis 445reichend), von Marcellinus, die er von 379534 verwertete, die größereChronik Isidors, bis zu ihrem Ende (Justinus minor) benutzt, und diejenigedes Marius von Avenches. Ferner ein Exemplar der Zyklen des Dionysius(s. zu c. 508 S. 307), der Liber pontificalis, Eutropius und Orosius. Für dieheimischen Verhältnisse, die er in ziemlicher Ausführlichkeit gibt, wurden

1 ) Dionysius wird von Beda auch inseinem Briefe De aequinoctio vernali iuxtaAnatolium (Migne 90, 604) genannt.

2 ) Siehe Büdinger, Wiener SB. 1897,VII, 3438.

3 ) Er folgt hauptsächlich den Jahren des

Eusebius oder Hieronymus. Zur ChronologieBedas s. Mommsen S. 230. Gegen BedasAnsetzung von Christi Geburt schrieb zu Roms.VIII der Verfasser des Chronicon Palatinum.s. M o m m s e n, Byzantin. Ztschr. 4,487 f. undTraube ib. 4, 489 ff.