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1 (1911) Von Justinian bis zur Mitte des zehnten Jahrhunderts : mit Index
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74 Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Erster Teil.

am Schluß des Briefes erweist, daß es sich um eine Romreise handelte. Der lange Briefan Bischof Ecgbert von York steht ed. Plummer p. 405423; er ist datiert vom 5. Nov. 734,s.Plummer p. CLI, gehört also der letzten Lebenszeit Bedas an. Ceolwulf wurde nachOsrics Tode am 25. April 729 König: der sehr wichtige Widmungsbrief Bedas an ihn ed.Plummer p.58; aus ihm (p. 5 Historiam gentis Anglorum quam nuper edideram Jibentis-sime tibi desideranti, rex, et prius ad legendum ac probandum transmisi) geht hervor, daßBeda dem Könige sein Werk wahrscheinlich stückweise vor der endgültigen Redaktion zurBegutachtung vorlegte. Zu Super canticum Habacuc vgl. Migne 91. 1235 Canticum pro-phetae Habacuc quod tibi exponi petisti, dilectissima in Christo soror; hierzu bemerkt Plum-mer p. CLI1 richtig gegen K.Werner (Beda d. Ehrwürdige S. 180), daß die Adressatin keineleibliche Schwester Bedas sei, sondern ,some abbess or nun is probably indicated'. Der Briefan Wicreda zu dem Werk De paschae celebratione sive de aequinoctio vernali iuxta Ana-tolium steht Migne 90, 599 = 94, 675 (Reperendissimo ac sanctissimo fratri Wicredac pres-bijtero). An einen Plegwin') ist ein Schreiben gerichtet, in dem sich Beda darüber ver-teidigt, quia negarem in sexta aetate saeculi dominum salvatorem in carne v/misse, cf. Migne94. 669 (Fratri dilectissimo et in Christi visceribus honorando Plegwino). Zur Uebersetzungdes Johannisevangeliums s. den Brief Cuthberts an Cuthwin de obitu Bedae (ed. Plummer 1(p. CLXII) id est a capite s. evangelii Johannis usque ad cum locum in quo dicitur 'sed haecquid sunt inter tantos' in nostram linguam . . . convertit et de libris Isidori episcopi ex-cerpfioncs quasdatn, dicens: Nolo ut pueri mei mendacium legant et in hoc post meurn obitumsine fruetu laborent. Die Lebensdaten ed. PL p. 357, Aufzählung der Werke p. 357 ff.; manhat ihm später eine große Menge von Schriften beigelegt, die unbedingt untergeschobensind. Todesjahr 735 nach Bedae contin. p. 361 a. 735 und vielen festländischen Annalenangelsächsischen Ursprungs. Der Beiname Venerabilis begegnet in alten Katalogen zuerstim 11. Jahrh., s. Becker 47, 20 S. 133. Die Werke sind in größerer Zahl schon vorhanden821 in Reichenau (s. Becker 6, 333344 S. 10), 831 in St. Riquier (Becker 11, 8797S. 26), s. IX in St. Gallen (Becker 22, 191205) und in Lorsch (B. 37, 268283) usw.

1. De metrica arte und De schematibus et tropis, noch zurZeit seines Diakonats geschrieben und Cuthbert gewidmet, s. ed. Plummerp. CXLV. Der Titel der ersten Schrift steht fest, s. Keil GL. 7, 220, wennauch die Aufschrift in Reichenau 821 (Becker 6,341) de metrica ratione Ib. Iund in Lorsch s. IX (Becker 37, 281 = 38, 25) de ratione metrorum heißt. 2 )Daß beide Schriften zusammengehören, ergeben Bedas Worte (ed. Plummerp. 359) Item librum de metrica arte et lüde adiectum alium de schematibussive tropis libellum und (Keil GL. 7, 260, 7) cid etiam de figuris vel modislocuiionum. quae a Graecis Schemata vel tropi dieuntur, parvum sabicerelibellum non incongruum duxi. Nur selten wird in frühen Aufschriftendas angehängte Werk besonders aufgeführt, nämlich in Reichenau 821(Becker 6, 409) und Murbach s. IX (Straßb. Philversl. S. 267, 187). DieSchrift De metrica ratione beginnt mit einer Übersicht über die Buch-staben und verbreitet sich dann über die Messung der Silben. Eingehendwird hierauf über Hexameter und Pentameter gehandelt und dann werdendie neueren lyrischen Maße besprochen. Eine ganz kurze Andeutung überUnterschied von Rhythmus und Metrum und eine noch kürzere Übersichtüber die Arten der Dichtkunst machen den Schluß. Alles dies läßt sichauf antike Quellen zurückführen, nämlich auf Donat, Pompejus, Sergius,Audax, Victorinus, Mallius Theodorus, Servius, Charisius und Diomedes,s. Keil S. 220 f. Das ist zwar eine ansehnliche Quellenauswahl, aber dochklein im Verhältnis zur Autorenliste Aldhelms. Und während dieser insein metrisches Werk die Angaben mit Versen aus der antiken und christ-lichen Dichtkunst belegte, gibt Beda fast ausschließlich Verse aus den

') Bei Leland, Comm. de SS. Brit. 102(1, 135).

2 ) Beide Namen in Canterbury S. Aug.

s. XV (James, The anc. libr. of Cant. and Do-ver 239) 449 Beda de ratione metrorum sen-tentie sive de metrica arte.